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Xiaomi Redmi Go: 80-Euro-Handy im Test

"Smartphones werden immer teurer" hat man in den vergangenen Jahren zur Genüge gelesen. Was dabei aber etwas untergeht, ist die Tatsache, dass gerade im mittleren und unteren Preissegment zahlreiche Smartphones verfügbar sind, die in der Lage sind, den alltäglichen Bedarf durchschnittlicher Smartphone-Nutzer ausreichend abzudecken.

Die Preisobergrenzen für Smartphones loten Apple und Samsung mit immer teurer werdenden Geräten aus. Am unteren Ende des Preisbereichs versuchen sich Hersteller wie Honor, Alcatel, Wiko, Gigaset oder eben Xiaomi mit möglichst günstigen Smartphones zu überbieten. Seit Anfang März verkauft Xiaomi das Redmi Go in Österreich. Kostenpunkt: 80 Euro.

Klein und handlich

Was beim Redmi Go als erstes auffällt, ist die Größe: Das LC-Display misst gerade einmal 5 Zoll. Für ein Smartphone, das 2019 sein Debüt feiert, ist das vergleichsweise sehr klein. Der Rahmen um das Display herum fällt entgegen dem Trend bei hochpreisigen Geräten relativ breit aus.

Die Auflösung von 720x1280 Pixeln und einer sich daraus ergebenden Pixeldichte von 294 ppi kann allemal als annehmbar bezeichnet werden. In der Tat ist die Qualität des Bildschirms für ein 80-Euro-Gerät beeindruckend. Einziger Kritikpunkt ist die Helligkeit, die vor allem im Freien bei Sonnenschein etwas mehr hergeben könnte.

Bei all den riesigen Smartphones hat man schon vergessen, wie praktisch kleinere Geräte zu bedienen sind: Kein Umgreifen, alles mit den Fingern einer Hand leicht zu erreichen und in der Hosentasche fällt das kleine Handy nicht so stark auf, wie ein 6,5 Zoll Riese. So gut die Handhabung auch sein mag, beim Browsen, Spielen und Bedienen der meisten Apps wünscht man sich dann aber doch wieder ein größeres Gerät.

Was aber die größte Umstellung ist, ist das Fehlen des Fingerabdrucksensors. Das Redmi Go kann lediglich per Pin- oder Muster-Eingabe entsperrt werden. Auch dass sich die Android-Navigationstasten am Rahmen des Smartphones befinden, ist bei der Bedienung zunächst wieder ungewohnt. Bei der alltäglichen Handhabung fällt dies aber schließlich nicht mehr negativ auf.

Abgespecktes Innenleben

Die Innenarchitektur des Redmi Go ist auf das Nötigste reduziert. So wird es von einem Snapdragon 425 angetrieben und verfügt über 1 GB RAM sowie 8 GB Speicherplatz, der mithilfe einer microSD-Karte auf 128 ausgeweitet werden kann.

Dieses abgespeckte Innenleben sorgt dafür, dass es bei der Bedienung dann doch zu Verzögerungen kommt, wenn man Menüs und Apps öffnet oder sich durch Anwendungen und Webseiten bewegt. Auffallend sind diese Verzögerungen vor allem bei ressourcenintensiven Gaming-Apps.

Betriebssystem: Android Go

Damit das Smartphone mit einer derart reduzierten Hardware unter Android 8.1 überhaupt läuft, setzt das Redmi Go auf die Betriebssystemversion Android Go, die speziell für leistungsschwache Geräte entwickelt wurde. Im Alltagsgebrauch fällt das gegenüber der Android-Vollversion nicht wirklich auf.

Spürbar wird das hauptsächlich bei den Google-eigenen Apps. Hier hat der Software-Konzern die leicht reduzierten Go-Versionen von Maps oder YouTube vorinstalliert. Ein Blick in die App-Einstellungen zeigt, dass diese Go-Apps kaum Speicherplatz benötigen: YouTube Go nimmt 13 MB Platz ein während die Vollversion 82 MB benötigt; Maps Go braucht lediglich 293 KB, die Vollversion 84 MB.

Passable Kamera

Die Preise von Smartphones verlaufen parallel aufsteigend zur Kameraqualität. Von einem 80 Euro teuren Handy braucht man sich also in Sachen Fotoqualität nicht viel erwarten. Mit einer derart niedrigen Erwartungshaltung sind die Fotos mit dem Redmi Go dann sogar recht gut.

Von den Redmi-Go-Fotos wird man sich aber dennoch vermutlich keine übergroßen Abzüge machen lassen, um sie im Wohnzimmer aufzuhängen. Um ein besonderes, spontanes Erlebnis einzufangen oder mal ein Dokument abzufotografieren, reicht die Kamera allemal.

Unter freiem Himmel bei Tageslicht, sind die Aufnahmen passabel und annehmbar. Bei schlechteren Lichtbedingungen und vor allem in Innenräumen bei Kunstlicht zeigt die Kamera des Redmi Go erwartungsgemäß Schwächen.

Die Hauptkamera auf der Rückseite löst jedenfalls mit 8 MP auf und hat zur Unterstützung einen LED-Blitz zur Seite gestellt bekommen. Die Selfie-Kamera fertigt Fotos mit 5 MP an.

Ausdauernder Akku

Das wahre Highlight des Redmi Go ist der Akku. Dieser verfügt über eine Kapazität von 3000 mAh. Das ist angesichts des kleinen und nicht allzu hellen Bildschirms sowie der abgespeckten Hardware und den reduzierten Apps ein wahrer Riese.

Im Alltagsgebrauch hält das Redmi Go damit zwei Tage durch bevor es wieder an die Steckdose muss - vielleicht sogar etwas länger. Wahrscheinlich hängt das auch damit zusammen, dass man das Smartphone weniger häufig und weniger intensiv nutzt als ein leistungsfähiges Gerät.  

Zum Laden des Akkus muss man leider zum etwas veralteten microUSB 2.0 greifen. So lange das Redmi Go mit einer Akkuladung durchhält, so lange muss man sich allerdings auch für das Aufladen der Batterie zeitnehmen: Bei 20 Prozent Restakku steht die Akkuanzeige 15 Minuten später erst bei 25 Prozent. Zehn weitere Minuten später ist der Akku erst auf 30 Prozent geladen.

Fazit

Wer auf der Suche nach einem möglichst günstigen Smartphone ist oder ein Zweit-Gerät benötigt, ist beim Xiaomi Redmi Go genau richtig. In dem Preisbereich unter 100 Euro gibt es kaum Geräte, die dem Redmi Go das Wasser reichen können.

Noch günstigere Geräte setzen zumeist auf stark veraltete Android-Versionen, von denen strikt abzuraten ist. Mit der Go-Version von Android 8.1 sollte das Redmi Go zumindest für ein oder zwei Jahre gut gerüstet sein. Möglich, dass das Handy noch ein Update auf Android 9 erhält.

Wer also ein günstiges Smartphone braucht, das die notwendigsten Basisfunktionen beherrscht und darüber hinaus mit seinem Handy nicht allzu viel vor hat, hat seine 80 Euro im Redmi Go von Xiaomi gut investiert.

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Florian Christof

FlorianChristof

Großteils bin ich mit Produkttests beschäftigt - Smartphones, Elektroautos, Kopfhörer und alles was mit Strom betrieben wird.

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