Science

Akku aus Atommüll soll 30 Jahre Strom liefern

DARPA, die militärische Forschungsbehörde der USA, hat im Vorjahr das Projekt „Rads to Watts“ gestartet. Das Ziel davon ist, Atommüll zu einer Energiequelle zu machen.

Kürzlich wurde ein Forschungsauftrag für das Projekt vergeben. Die Morgan State University bekommt 3,37 Millionen US-Dollar für „nukleare Mikro-Energiesysteme für extreme Umgebungen“. Das ehrgeizige Ziel: ein Akku aus Atommüll, der Satelliten und Drohnen 30 Jahre oder länger Energie liefern soll, berichtet Defense One.

Prototyp schon 2027

Maßgeblich dafür verantwortlich sind das 2025 gegründete Start-up Project Omega und Widetronix. Project Omega wird den nuklearen Mini-Generator bauen, Widetronix den nötigen Energie-Konverter. Wenn der Zeitplan hält, soll es schon Anfang 2027 einen funktionsfähigen Prototypen geben.

„Es gibt 100.000 Tonnen Atommüll an 52 Reaktor-Standorten in den USA. Wir nehmen diesen Atommüll und recyceln ihn in 2 Produkte: Eines wird Brennstoff für die Reaktoren, das andere ‚Power Isotopes’ – also Isotope, mit denen man Dinge antreiben kann“, sagt Stafford Sheehan, Gründer von Project Omega.

Neu ist diese Idee nicht. So gibt es etwa Feuermelder, die radioaktives Material als Energiequelle nutzen, und Satelliten. Project Omega will das aber nach oben skalieren. So könnten etwa solche nuklearen Batterien nicht nur rudimentäre Satelliten-Funktionen mit Energie versorgen, sondern auch für den Antrieb dienen oder Drohnen ermöglichen, dass sie jahrelang in der Luft bleiben.

Strontium-90

In der Raumfahrt wurde von den USA bisher Plutonium-238 genutzt. Project Omega wird stattdessen Strontium-90 nutzen, das etwas weniger gefährlich und ein großer Bestandteil von Atommüll ist. Außerdem soll nicht die Hitze, die beim Zerfall des Isotopes entsteht, zur Stromerzeugung genutzt werden, sondern dessen Energie direkt.

Das bedeutet, dass so eine Nuklearbatterie kompakter gebaut werden kann als bisherige Systeme, weil der Hitze-zu-Strom-Umwandler nicht mehr nötig ist. Dadurch kann die Batterie in mehr Maschinen eingesetzt werden, wie Mikro-Satelliten, fliegende Drohnen oder Unterwasser-Drohnen.

Zivile Nutzung

Auch wenn für DARPA der militärische Nutzen im Vordergrund steht, könnten solche Nuklearbatterien für zivile Zwecke genauso genutzt werden. Unterwasser-Sensoren können jahrzehntelang wertvolle Daten für die Forschung liefern oder Roboter am Meeresgrund ständig Unterseekabel überwachen und bei Bedarf sofort warten.

Wissenschaftliche und Kommunikations-Satelliten, die dadurch länger im All bleiben können, müssen weniger oft ersetzt werden, was Geld und Ressourcen schont. Auch die Erforschung des Weltraums und von anderen Planeten könnte dadurch einfacher werden, weil man sich bei Rovern und Sonden nicht mehr nur auf die Funktion der Solarpanels verlassen muss.

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