3 Pflanzensenoren im Test
Ich habe meine Zimmerpflanzen mit Sensoren überwacht - das hat es gebracht
Mit einem grünen Daumen wird nicht jeder geboren. Manche kommen zwar noch mit einer Yucca-Palme klar. Bei zickigen Exoten wie Calathea und Geigenfeige braucht es aber wesentlich mehr Feingefühl und vor allem diszipliniertes und regelmäßiges Gießen.
Dabei kann weniger aber auch mehr sein, wie jeder schmerzlich erfahren musste, dem beim Heimkommen schon einmal der muffige Geruch faulender Wurzeln entgegenwehte. Zusätzlich gilt es auch, anspruchsvolle Exoten regelmäßig zu düngen, ebenfalls stets mit dem richtigen Maß im Blick.
Pflanzensensoren versprechen eine Lösung für alle, die sich damit schwertun: Sie erkennen angeblich, wann eine Zimmerpflanze Wasser braucht und ob sie ausreichend mit Nährstoffen versorgt ist. Begleitende Apps informieren die Pflanzenbesitzer dann über die Bedürfnisse ihrer grünen Mitbewohner, indem sie Daten aus dem Topf am Smartphone darstellen.
3 Produkte im Test
Ich habe die Produkte Fyta Mini, Elho Smart Pebble und Hûs Flower Smart etwa 5 Monate lang getestet. All diese Geräte sind WLAN-fähig und kommen mit begleitenden Apps. Die Geräte wurden von den Herstellern zur Verfügung gestellt.
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Smart Pebble (links) von Elho, Hûs Flower Smart (oben) und 2 Pakete "Soil Probes"-Stäbchen in verschiedenen Längen von Fyta
© Jana Unterrainer
Elho Smart Pebble: Kieselstein wird per USB-C geladen
Dieser Sensor sieht aus wie ein Spatel mit einem aufgespießten, unförmigen Ei. Man nimmt das fertig zusammengebaute Gerät aus der Verpackung und kann direkt loslegen - oder fast. Denn der Sensor funktioniert mit einem Akku, den man zuerst mit einem USB-C-Kabel aufladen muss. Der Anschluss befindet sich unter der abnehmbaren „Eierschale“. Hat man diese erste Hürde bewältigt, kann die Synchronisation einer Topfpflanze mit der App Elho Plant Care (iOS und Android) starten.
Eine Markierung auf dem Sensor zeigt an, wie weit man ihn in die Erde stecken muss.
© futurezone
Zunächst wird der Pebble in die Pflanzenerde gesteckt. Eine Markierung am Gerät zeigt genau, bis wohin. Um ein neues Pflanzenprofil in der App anzulegen, registriert man sich entweder mit einem Google- oder Apple-Account bzw. einer E-Mail-Adresse. Dann koppelt man das Gerät mit dem Smartphone: Dafür drückt man so lange auf einen Knopf, bis weißes Blinken den aktiven Kopplungsmodus anzeigt, um eine Bluetooth-Verbindung herzustellen. Im nächsten Schritt verbindet man den Pebble noch mit dem häuslichen WLAN-Netzwerk für eine stetige Datenübertragung.
Jetzt ist der Sensor startklar und es geht um die Einrichtung der Pflanze, für die man ein Profil anlegt und einen Namen vergibt. Nach einem Bilddatenbank-Abgleich sagt die App, welche Pflege meine „Lenny“ getaufte Zimmerpflanze braucht: etwa wie warm es die Monstera gerne hätte, wie viel Wasser sie benötigt und wie hell oder dunkel der Standort sein sollte. Das Profil listet Pflegetipps: „Lenny braucht helles, indirektes Licht und mindestens 6 Stunden sanftes Licht am Tag.“ Ich soll den Boden „leicht feucht halten, aber nie nass“.
Ehlo Smart Pebble im Topf
© futurezone
Ich erlaube der App, mir Push-Benachrichtigungen zu schicken, wenn Lenny etwas braucht. Das funktioniert gut: Regelmäßig informiert mich Elho Plant Care in den darauffolgenden Monaten, wie es um meine Zimmerpflanze steht und was sie braucht. Auch im Urlaub bekomme ich Nachrichten von Lenny: Er sei etwa „Ein bisschen durstig“ und „Braucht Dünger“. Die Synchronisation erfolgt einmal täglich.
Kommen wir jetzt zum schwierigsten Punkt beim Pebble - dem Laden via USB-C. Am Anfang war ich regelrecht abgeschreckt, weil ich sowieso schon zu viele Geräte habe, die ich regelmäßig ans Kabel hängen muss. 10 Pebbles regelmäßig zu laden, könnte zur zusätzlichen Hürde im ohnehin stressigen Alltag werden. Nach der längeren Nutzung kann ich aber sagen, dass der Akku recht lange hielt: etwa 4 Monate später meldete sich die App mit einer Ladeaufforderung.
Der Smart Pebble wird per USB-C-Kabel geladen. Im Topf verblieb er nur zu Demo-Zwecken, eigentlich muss der Sensor zum Laden herausgenommen werden.
© futurezone
Die Lichtmessung funktioniert beim Pebble über das Smartphone, das man im Scanmodus von der Pflanze zum Fenster bewegt. Laut dem Ergebnis findet es Lenny bei mir wohl zu dunkel. Das ist schade, aber ich werde mir deswegen keine Pflanzenlampen ins Wohnzimmer stellen. Die Ernährung in Form von Dünger wird mit einem Button in der App registriert. Die App rechnet dann mit, wann es wieder Zeit für Dünger ist.
Erfahrung nach 5 Monaten
Im Alltag empfand ich den Pebble-Sensor als solide: Die App schickt zuverlässig Pushnachrichten und listet im Profil übersichtlich auf, welche Aufgaben anstehen. Selbst missbräuchlichen Pflanzeneltern gibt die App noch ein gutes Gefühl: „Etwas durstig“ ist Lenny auch dann noch, wenn sie eigentlich schon halb tot ist und alles hängen lässt.
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Ein in der App integrierter „Pflanzenassistent“ soll Fragen beantworten, etwa zu etwaigem Schädlingsbefall. Bei einem Test mit einem Foto von einem Blatt und der Frage: „Wie geht es Lenny?“ oder „Was ist mit diesem Blatt?“ lieferte der Chatbot jedoch keine Antwort. Ansonsten gibt die App reichlich Infos zur Zimmerpflanze, etwa wo die Spezies herkommt, dass sie gerne eine Kletterhilfe hätte und wo man Stecklinge abtrennt.
Was die App allerdings vermissen lässt, sind Dashboards mit klaren Zahlen und Daten. Die sind für viele Nutzer aber gar nicht so wichtig. Wer sich gerne per Pushnachricht ans Gießen erinnern lässt und ungefähr wissen will, was die Pflanze braucht, muss sich hier nicht mit Details und Messwerten herumschlagen. Die App ist benutzerfreundlich und zeitgeistig, außerdem sieht der „Kieselstein“ im Blumentopf recht witzig aus.
Die Einrichtung eines neuen Sensors (links), das Übersichts-Dashboard (Mitte) und die Details zur Monstera "Lenny" (rechts).
© futurezone / Screenshots
Technische Daten und Preis
Sensoren: Wassersensor und Temperatursensor, genaue Art nicht spezifisch ausgewiesen
Konnektivität: Wireless/ WLAN
WLAN Standard: 2,4 GHz
Bluetooth-Verbindung: OnlyForPairing
Reichweite in Innenräumen: 30 Meter
Garantie: 2 Jahre
Garantie für Software-Updates: 8 Jahre
Spritzwasserschutz: IP44
Maße: 4 x 17,3 x 4 cm
Akku: 5 Volt, 350 mAh
Akku-Ladung: Bis zu 6 Monate
Ladedauer: max. 3 Stunden
Preis: 39,99 Euro für ein Stück Elho Smart Pebble
Fyta Mini im Blumentopf.
© futurezone
Fyta Mini und Beam: Style-Sieger mit Schwächen
Dieses Produkt kam im Set „Grove“, das mehrere verschiedene Sensoren enthält. Gleich am Anfang fällt das hochwertige Verpackungs- und Produktdesign auf: Die Schachtel kommt mit fein säuberlich eingeschlichteten Sensor-Komponenten, einer Anleitung und einem süßen Sticker-Set.
FYTA Grove Set enthält in der Schachtel und enthält 3 verschiedene Sensor-Typen und einen WLAN-Hub.
© Jana Unterrainer
Zunächst lädt man die Fyta-App (iOS und Android) herunter, die die passende Anleitung dafür liefert. Auch hier richtet man zunächst ein Nutzerprofil ein. Als Testimonial lernt man „Günther“ kennen, eine Büropflanze von Fyta, die dem Foto nach auf einer Art Terrasse steht. Ein Dashboard zeigt, wie es um Günthers Wasserversorgung, Umgebungstemperatur, Lichtverhältnisse, seine Nährstoffe und die Luftfeuchtigkeit steht.
Dann erstellt man ein Pflanzenprofil: Man kann die Pflanze abfotografieren und einen Namen vergeben. Durch den Fotoabgleich mit einer Bilddatenbank soll die App die Pflanzenart erkennen. Im nächsten Schritt wählt man beispielsweise den Fyta Mini aus einer Liste aus und legt eine Knopfbatterie ein. Der Sensor wird mit dem Smartphone via Bluetooth verbunden.
Bevor man ihn in die Erde stecken kann, gilt es noch die passende Länge der 2 runden Bodenstäbe zu wählen: Die „Länge der Beine“ müsse laut Fyta „zur Größe des Topfes passen“. Die App informiert darüber, welche Stäbe man für welche Topfgröße braucht. Im Set inkludiert sind 2 Stablängen (7,5 cm und 14 cm). Außerdem muss man auch die Art der Erde mitteilen.
Das Grove Set inkludiert 2 verschiedene Stablängen. Vor dem Start setzt man die Knopfbatterie ein und verschraubt die Stäbe.
© futurezone
Dann landen die Bodenstäbe in der Erde der Topfpflanze und der Sensor startet die Messung. Die Werte werden unter anderem als Kurve im Zeitverlauf dargestellt, die die Wasserversorgung protokolliert. Die Düngerzugabe wird ähnlich wie bei einer Perioden-App nach einem Kalender-System eingetragen. Sogar der nächste Umtopfzeitpunkt wird angegeben und man kann zusätzliche Daten wie den pH-Wert eintragen.
Das zugesendete Grove-Set enthält neben dem Fyta Mini auch noch den Fyta Beam G2 und Fyta Sphere. Ich wollte aber vor allem das Gießen im Blick haben und konzentrierte mich auf den Mini. Die Bodensensoren sind beim Fyta Beam G2 die gleichen wie beim Mini, nur überprüft Beam G2 zusätzlich Licht und Temperatur. Fyta Sphere ist wiederum eine gute Ergänzung zum Mini, weil dieser Sensor Licht (in den Messgrößen PPFD/DLI), Temperatur und Luftfeuchtigkeit misst.
Erfahrung nach 5 Monaten
Im Praxistest klappte die Synchronisation der Daten bei mir leider nicht immer. Oft wurden die vernetzten Pflanzen in der App-Übersichtsseite noch als „glücklich“ angezeigt. Bei der Übersicht „Mein Garten“ tauchte dann eine Warnung auf, dass die Daten veraltet seien - offenbar weil der Sensor und die App die Daten nicht synchronisiert hatten. Erst nach der Durchführung des „Live-Modus“ wurden die aktuellen Daten zu den Zimmerpflanzen in der App geladen. Ich habe den Support von Fyta deswegen mit einem Screenshot kontaktiert, aber bis Redaktionsschluss keine Antwort erhalten.
Es lag wohl daran, dass es für die Echtzeit-Überwachung den Fyta-WLAN-Hub braucht, den ich in meinem Test nicht nutzte. Beim Einrichten habe ich mich vor allem an der via App gegebenen Anleitung orientiert, die nicht auf den Fyta-WLAN-Hub hingewiesen hatte. Die Menge der Einzelkomponenten mit je eigenen Spezialfunktionen hat mich beim Praxistest etwas überfordert - für mich persönlich ist weniger oft mehr. Um die Daten ohne WLAN-Hub zu synchronisieren, muss man die App jedes Mal neben der Pflanze öffnen und Bluetooth am Handy aktiviert haben. Das habe ich regelmäßig probiert und selbst dann erfolgte die Synchronisation nicht immer.
Die App ist außerdem nach meinem Empfinden etwas unübersichtlich gestaltet, weil es für einzelne Pflanzen mehrere Übersichten und Dashboards gibt. Zudem blendet sie Werbung für Pflanzenpflege-Produkte ein, die die ohnehin etwas überladene App noch voller macht. Weniger wäre hier mehr.
Ein Pluspunkt der Fyta-App ist, dass sie neben Pflegetipps auch ein Pflanzenpflege-Lexikon enthält, in dem man sich zur Pflege bestimmter Pflanzenarten und zu häufigen Krankheiten informieren kann. Vorbildlich umgesetzt fand ich die umfangreichen Pflegeanleitungen, die noch ausführlicher sind als beim Elho Smart Pebble. Das Diagnosetool für Pflanzenkrankheiten, genannt Dr. Beamy, diagnostizierte korrekt, dass das gezeigte Pflanzenblatt wegen „mechanischen Schädigungen“ und „unregelmäßiger Bewässerung“ zerfleddert ist.
Bei den Gießprotokollen ist mir aufgefallen, dass die Wasserversorgung im Chart für den „volumetrischen Wassergehalt“ auch nach einem üppigen Guss unter der Mindestversorgung blieb. Die Stablängen hatte ich anhand der App-Anleitung entsprechend der Topfgröße ausgewählt und eingesetzt. Bei einem kurzen Vergleichstest mit dem Flower Smart ermahnte der Fyta-Sensor noch immer zum Gießen wegen Wassermangel, während der Flower Smart eine zu feuchte Erde registrierte und eine Fingerprobe deutlich nasse Erde zeigte. Möglicherweise habe ich in der App aber die falsche Erde ausgewählt, da ich nicht wusste, welche im Topf war.
Die Fyta-App bietet umfassende Informationen und mehrere Detail-Übersichten (links und Mitte). Im Live-Modus, hier Fyta Beam G2, werden die Daten direkt aus dem Blumentopf auf das Smartphone geladen.
© futurezone
Technische Daten und Preis
Sensoren: Mini: Bodenfeuchtigkeit (VWC) und Nährstoffkonzentration (EC) / Beam: zusätzlich Licht (PPFD/DLI) und Temperatur (°C/°F)
Konnektivität: Bluetooth 5.0, Anbindung an WLAN über FYTA WLAN Hub
Batterie: wechselbare Knopfzelle (CR2450/LIR2450)
Batterielaufzeit: bis zu 12 Monate
Maße: 33 x 47 x 25 mm (ohne Stäbe)
Stablänge: 3, 7,5, 11, 14, 20, 25, 30 und 35 cm (wählbar)
Spritzwasserschutz: IP64, strahlwasserdicht
Preis: 29,99 Euro für ein Stück Fyta Mini / 39,99 Euro für ein Stück Fyta Beam / 249,99 Euro für das Grow Set mit 3x Mini, 2x Beam 2,0 und 1x Sphere
Der Hûs-Sensor im Topf.
© futurezone
Hûs Flower Smart: Reduzierte Überraschung
Dieser Sensor überzeugte mich auf den ersten Blick weder optisch noch durch eine einfache Einrichtung. Die zylinderförmigen, mit einer schwarzen Blätterillustration verzierten Sensoren kamen in einer schlichten Verpackung mit einer kryptischen Bildbeschreibung. Die 3 zugeschickten Sensoren waren lose in schwarze Pappe eingesteckt. Die Messsensoren befinden sich hier ähnlich wie beim Pebble an einer Art Spatel, den man in die Erde steckt.
Zuvor gilt es aber, den Sensor einzurichten. Im ersten Schritt lädt man sich die App „Hûs+“ (iOS und Android) herunter und legt einen Account an. Nach der Erstellung erscheint erstmal ein leeres, nüchternes Dashboard mit Palmenhintergrund.
Mit dem Plus-Symbol fügt man neue Pflanzen hinzu. Im nächsten Schritt gilt es, den „Flower Smart“-Sensor auszuwählen. Dann muss man die Zylinderkappe abziehen und die Batterie einlegen. Aufs Erste fühlt sich das so an, als würde man das Gerät kaputt machen, weil man so fest ziehen muss - bis sich die Kappe mit einem lauten „Plopp“-Geräusch löst.
Der Hûs-Sensor mit abgenommener Kappe.
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Das Innere legt empfindliche Technik frei, die lediglich von einem Schutzpapier verdeckt ist, das man abzieht. Das fühlt sich für Leute, die sonst nicht viel mit Elektronik basteln, gewöhnungsbedürftig an. In das wackelige Gestell hängt man dann die mitgelieferte Batterie ein, die sich hinten an einen Klebestreifen haftet. Danach drückt man die zylinderförmige Schutzkappe wieder drauf und steckt den Sensor in den Blumentopf, zum Fenster hin ausgerichtet.
Danach verbindet man den betriebsbereiten Flower Smart mit dem WLAN. Im Vergleich zu den anderen Produkten war die Einrichtung für mich weniger selbsterklärend und benutzerfreundlich, weil es keine Bluetooth-Verbindung gibt und man den Sensor direkt ins WLAN hängen muss. Danach taucht der Sensor am Dashboard auf.
Meine Strelitzie hat automatisch den Namen „Earth“ erhalten. Klickt man auf die Pflanze, erhält man einige Daten: Die Bodenfeuchtigkeit wird in Prozent angegeben, ebenso die exakte Temperatur und Beleuchtungsstärke in LUX.
Es wird noch verlangt, der App mitzuteilen, welche Pflanzenart Earth ist. Dazu kann man mit Google Lens eine Bestimmung durchführen oder selbst die Pflanze aus einer Liste auswählen. So ermittelt die App, wie viel Wasser die Pflanze verträgt und wie warm es sein sollte.
Erfahrung nach 5 Monaten
Und nach Monaten muss ich sagen, dass die anfängliche Skepsis unbegründet war: Der Sensor funktioniert zuverlässig und das übersichtliche Dashboard, das sich auf wesentliche Daten ohne Schnickschnack konzentriert, erleichtert die Pflege im Alltag. Man muss nicht erst durch Menüs navigieren, wenn man wissen will, ob die Pflanze Wasser braucht.
Außerdem ist stets sofort beim Öffnen der App sichtbar, in welchem Bereich zwischen zu trocken und zu nass sich die Pflanze gerade befindet. Zusätzlich sind die Pflanzen am Dashboard mit einer roten oder grünen Farbmarkierung hinterlegt, die anzeigt, ob alles passt oder nicht. Ein Wermutstropfen ist nur, dass man den Pflanzen keine eigenen Namen geben und keine Fotos hinzufügen kann. Verwendet man mehrere Sensoren, könnte die Unterscheidung zum Problem werden.
Jetzt kommen wir zum besten Teil: Flower Smart kommuniziert auch mit akustischen Signalen und Lichtblitzen: Der Sensor spielt eine Melodie ab, um auf unerfüllte Bedürfnisse der Topfpflanze aufmerksam zu machen. Braucht die Pflanze Wasser, blinkt das Gerät durchgängig rot. Passt alles, gibt er gelegentlich ein grünes Lichtzeichen ab und wenn mal zu gut gegossen wurde, blinkt Flower Smart blau. Die Signale sind so dezent, dass sie nicht stören, aber ihren Zweck erfüllen.
Beim Gießen empfand ich den Sensor und die Einschätzungen der App als brauchbar. Nach der Wässerung schnellte die Wassergehalt-Anzeige in die Höhe, oft meinte ich es sogar zu gut. Fingerproben zeigten, dass sich die Gießempfehlungen mit meinem gewohnten Maß, wie ich eine Pflanze gießen würde, decken.
Das Dashboard zeigt den Zustand der Pflanzen reduziert, aber übersichtlich (links), die Pflanzen-Detailseite gibt weitere Daten Preis (Mitte, rechts)
© futurezone
Technische Daten und Preis
Sensoren: Bodenfeuchtigkeit, Temperatur und Licht, genaue Art nicht spezifisch ausgewiesen
Batterie: 3 V CR123A
Konnektivität: 2,4 GHz WLAN
Batterielaufzeit: bis zu 2 Jahre
Spritzwasserschutz: IPX7 wasserfest
Preis: 32,99 Euro für ein Stück Flower Smart
Smart Pebble (links), Flower Smart (Mitte) und Fyta Mini (rechts).
© futurezone
Was bringen die Sensoren wirklich?
Nach rund 5 Monaten Pflanzengießen mit technologischer Unterstützung ist es Zeit für ein Gesamtfazit: Wird man durch Sensoren wirklich besser in der Pflanzenpflege?
In meinem Fall haben sie mir nur ein Problem aufgezeigt, das sich nicht mit ihnen lösen lässt: Am mangelnden Willen zum Gießen konnten weder Smart Pebble, Fyta Mini noch Flower Smart grundsätzlich etwas ändern. Vielmehr wurde die Beschäftigung mit den Apps - das regelmäßige Navigieren durch Apps und Dashboards - für mich zu einer zusätzlichen Haushaltsaufgabe, die mich nicht mehr zum Gießen motivieren konnte. Oft dachte ich mir, dass es schneller gehen würde, einen Finger in die Erde zu halten, um zu schauen, ob sie noch feucht ist. Die Pushnachrichten nervten mich irgendwann, und ich fing an, sie zu ignorieren. Während ich das Gießen sonst oft gedankenverloren „nebenbei“ erledigte, wurde es durch die Apps plötzlich zu einem konkreten Task.
Bewährt hat sich für mich allerdings der Hûs Flower Smart, der mir nicht nur Pushnachrichten schickte, die sich in die lange Liste von weiteren „Lästigkeiten“, wie unbeantworteten Nachrichten, Ermahnungen zur Bildschirmzeit sowie diversen Banktransaktionen einreihten. Stattdessen machte der Sensor im Alltag auch durch Melodien und Lichtsignale auf die Pflanzen aufmerksam. Ich muss zugeben, dass ich auf Fyta und Pebble komplett vergessen hätte, wenn mich nicht manchmal die Lichter und Töne von Hûs „wachgerüttelt“ hätten. Hûs war auch das einzige App-Interface, das mich dank dem dort vorherrschenden Minimalismus nicht zusätzlich genervt hat.
Allerdings bleibt es letztendlich Geschmackssache, mit welcher App man am besten zurechtkommt. Wer sich nicht mit Details wie Zahlen oder Daten-Charts beschäftigen will und nur manchmal mit einer durchaus liebenswerten Pushnachricht zum Gießen oder Düngen ermahnt werden will, ist mit Pebble wahrscheinlich gut bedient. Dieses Gerät kann man direkt aus der Packung nutzen, ohne sich groß damit zu beschäftigen. Die Messung bleibt abstrakt, dafür ist die Bedienung einfach und niederschwellig.
Die Fyta-Sensoren sind wiederum optisch die ansprechendsten Sensoren. Sie könnten für Leute mit Begeisterung für Tracking und Smart Home eine interessante Wahl sein, weil sie so viele Werte erfassen und darstellen können. Vorausgesetzt, die Messwerte stimmen, was bei mir offenbar nicht immer der Fall war, zeigt die App den Wassergehalt im Zeitverlauf, Temperatur und Licht, ermöglicht das Tracking von Düngerzugabe und lässt zusätzliche Daten wie den pH-Wert hinzufügen. Man muss allerdings etwas Geduld mitbringen und bereit sein, Problemen auf den Grund zu gehen. Die App setzt voraus, dass man tiefergehend in das Thema Pflanzen-Tracking eintauchen will und sich mit der Technik und mehreren Fyta-Produkten beschäftigt.
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