Samsung Galaxy Z Fold8 in der Hand
© Thomas Prenner
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Galaxy Z Fold8 im Kurztest: Smartphone im Reisepass-Format

Samsung hat am Mittwoch neue Handys mit faltbarem Display vorgestellt. Erstmals in der Geschichte der Serie gibt es 2 Varianten vom Galaxy Z Fold sowie ein neues Z Flip. Ich konnte alle 3 Handys ausprobieren.

➤ Mehr lesen: Samsung präsentiert neue Falt-Handys: Alles anders bei den Folds

Smartphone im Reisepass-Format

Die größte Neuerung ist das Galaxy Z Fold8. Als Standardmodell bricht es mit der bisherigen Fold-Tradition. Aufgeklappt bietet das Gerät ein Display im 4:3-Format mit einer Diagonale von 7,6 Zoll. Damit ist die Diagonale im Vergleich zum Fold8 Ultra (8 Zoll) geringer, das fällt aber kaum auf. Es ist immer noch eine angenehm große Anzeige.

Gefaltetes Samsung-Smartphone mit großem Innendisplay in der Hand.

Das Front-Display weist ein Verhältnis von 10:16 auf. Im geschlossenen Zustand ist das neue Fold nicht mehr hoch und schlank, sondern eher breit. Das wirkt zwar zunächst klobig, doch das Handy liegt besser in der Hand als erwartet. Laut Samsung diente das Format eines Reisepasses als Vorbild, ein passender Vergleich.

Eine Hand hält ein aufgeklapptes Falt-Smartphone mit geöffneter Website.

Das Format des Front-Displays ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Beim Tippen auf der Tastatur ist die zusätzliche Breite, verglichen zu einem normalen Smartphone, jedoch vorteilhaft. Offen bleibt, wie gut Apps mit dem ungewöhnlichen Format harmonieren bzw. den zusätzlichen Platz am Screen sinnvoll nutzen. Bei den Samsung-eigenen Apps auf den Demo-Geräten hat das einigermaßen gut funktioniert. Passend und sinnvoll ist das Bildschirmformat zum Beispiel bei Google Maps.

Überraschend wenig sperrig

In keiner Ausrichtung wirkt das neue Fold unangenehm sperrig, was auch an der dünnen Bauweise liegt. Zusammengeklappt ist es kaum dicker als ein herkömmliches Smartphone. Man kann es mit einer Hand sicher greifen und es lässt sich problemlos in die Hosentasche stecken. Hier zeigt sich der Fortschritt der Kategorie. Auch die „Falte“ im Display ist dezenter als je zuvor. 

Dass das so ist, liegt am neuen Scharnier. Das ist allerdings der Grund dafür, dass man die neuen Folds nicht mehr halb-aufgeklappt auf den Tisch stellen kann. Es kann diese Position nicht mehr halten, es „springt“ immer komplett auf. 

Aufgeklapptes Fold-Smartphone in der Hand mit Apps auf dem Display.

Das neue Format des aufgeklappten Displays ist primär für Multimedia-Inhalte konzipiert. Bei Widescreen-Videos sind die schwarzen Balken im Vergleich zum alten Fold-Format nun kleiner. Besonders profitiert das Betrachten von Fotos, wenn diese im nativen 4:3-Format aufgenommen werden und somit den Bildschirm voll ausfüllen.

Genau das hat mich beim Ausprobieren sofort beeindruckt: Das Betrachten von Fotos auf dem farbstarken und hellen Falt-OLED ist beeindruckend. Will man seine Urlaubsfotos beim nächsten Treffen mit Freunden unkompliziert herzeigen (bzw. die Freunde damit quälen), hat man mit dem neuen Fold ein perfektes Gerät dafür eingesteckt.

Hand hält ein aufgeklapptes Falt-Smartphone mit Stadtbild auf dem Display.

So gut sich das Fold zum Herzeigen von Fotos eignet, ist es für das Machen von Fotos schwach ausgestattet. Bei den Kameras zeigt sich nämlich der deutlichste Unterschied zum Fold8 Ultra. Das reguläre Fold verfügt lediglich über 2 Linsen (Weitwinkel und Ultra-Weitwinkel) mit jeweils 50 Megapixeln.

Die ersten Schnappschüsse übertrafen zwar meine Erwartungen, das zum Teil sehr grelle Licht beim Samsung-Event sorgte allerdings für wenig alltägliche Bedingungen. Ob die Kamera im Alltag und bei schlechtem Licht einem 2.000-Euro-Gerät gerecht wird, ist zumindest fraglich. 

Nahaufnahme der Kameralinsen eines faltbaren Smartphones.

Galaxy Fold8 Ultra

Das bekannte Fold-Format (Falt-Screen im Verhältnis 6:5) gibt es heuer beim Galaxy Z Fold8 Ultra. Während Samsung das neue Seitenverhältnis des normalen Fold8 optimal für Multimedia vermarktet, soll das alte Format des Ultra in der Produktivitäts-Schiene punkten. Primärer Usecase ist das parallele Darstellen von 2 Smartphone-Screens nebeneinander. So kann man etwa gleichzeitig seine E-Mails durchgehen, während man den Kalender checkt. 

Den Ultra-Zusatz und den Preis von 2.199 Euro rechtfertigt Samsung zudem mit der Kamera: 200-Megapixel-Hauptsensor, 50-Megapixel-Ultra-Weitwinkel und ein 10-Megapixel-Teleobjektiv mit 3-fach optischem Zoom.

Gegenüber dem Vorgänger Fold7 hat sich wenig verändert. Dass das Gerät geringfügig dünner und leichter geworden ist, fällt in der Praxis kaum auf.

Galaxy Z Fold8 Ultra und Z Fold8

Galaxy Z Fold8 Ultra und Z Fold8

Das hellere Falt-Display überzeugt durch eine prächtige Darstellung. Die Falte ist, wie beim Standard-Fold, deutlich weniger spürbar als bei früheren Generationen.

Besonders im Vergleich zum Fold6 und früher wird deutlich, wie sehr die Gerätekategorie gereift ist. Das Fold ist kein klobiger Klotz mehr, sondern ein dünnes, elegantes Smartphone. Das Argument der Sperrigkeit bei Falt-Handys ist also kaum noch gültig.

Galaxy Z Flip8

Die geringsten Änderungen gibt es beim Flip8. Das günstigste Falt-Modell behält die bekannte Bauform bei. Spürbare Unterschiede bemerken hier vor allem Nutzer, die von einem 2 Jahre alten Modell umsteigen.

Galaxy Z Flip8

Wie das Fold wirkt auch das Flip „erwachsen“. Das Außendisplay, das das Kameramodul umschließt, wirkt modern. Der innere Screen ist etwas länger als bei normalen Handys. Die Falte ist dezent, aber präsenter als bei den Fold-Modellen.

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Thomas Prenner

ThPrenner

KURIER-futurezone Chefredakteur. Beschäftigt sich viel mit Dingen, die man täglich nutzt und schreibt darüber. Sitzt außerdem gerne am Fahrrad.

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