Wie Samsung verhindern will, „Perversling-Brillen“ zu bauen
Samsung hat bei seinem Unpacked-Event in London nicht nur neue Handys mit faltbaren Displays gezeigt. Es gab auch einen Ausblick auf die Produktkategorie, an die man sich als nächstes wagen will: Smarte Brillen mit Künstlicher Intelligenz. 3 verschiedene Designs wurden gezeigt.
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Dass Samsung an derartigen Brillen auf Basis von Googles Betriebssystem Android XR arbeitet, war bekannt. Samsung agiert in Kooperation mit Google sowie den Brillenherstellern Warby Parker und Gentle Monster. Besonderes Augenmerk soll auf das Thema Datenschutz gelegt werden.
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Konkret wird Samsung damit starten, was man auch schon vom Facebook-Konzern Meta kennt. Das heißt die Brillen verfügen über eine Kamera sowie Lautsprecher und Mikrofon. Die Idee ist, dass man mit diesen Brillen Fotos und Videos der Umgebung machen kann. Außerdem kann man direkt per Sprache mit einer Künstlichen Intelligenz interagieren. Und weil Google in Sachen Software die Grundlage ist, ist diese Künstliche Intelligenz Gemini.
Gleichzeitig sollen die Brillen mit anderen Geräten verknüpft sein. Primär das Smartphone, über das die Brillen auch mit dem Internet verbunden sind. Außerdem sollen die Brillen mit Smartwatches verbunden sein. Über diese soll man dann zum Beispiel den Auslöser der Kamera betätigen können.
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Modelle der Brillen
Beim Samsung-Event konnte man die Brillen in die Hand nehmen. Ausprobieren und aufsetzen war jedoch nicht erlaubt, sogar das Halten vors Gesicht war verboten. Der funktionsfähige Prototyp, der beim Event dabei war, durfte auch nicht fotografiert werden. Die Bilder in diesem Artikel sind allesamt von nicht-funktionsfähigen Mock-ups.
Was man dennoch erkennen konnte: Die Vision einer smarten Brille, die man nicht von gewöhnlichen Sehhilfen unterscheiden kann, ist derzeit noch Zukunftsmusik. Vor allem die Bügel der smarten Brillen sind deutlich breiter als bei anderen Brillen. Dort sitzt auch ein Großteil der für den Betrieb notwendigen Elektronik sowie die Akkus. Interessant ist Samsungs Weg, dass man dieses Innenleben gar nicht zwangsweise verstecken will. Die Bügel auf der Innenseite sind leicht transparent, sodass man die Elektronik sehen kann.
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Merkbar ist ebenfalls, dass Samsung Gewicht ein wichtiges Thema ist. Auch der Prototyp war äußerst leicht und in dieser Hinsicht kaum von gewöhnlichen Brillen zu unterscheiden.
Zum Thema Akkulaufzeit sagt Samsung, dass die Geräte rund 9 Stunden kontinuierlichen Betrieb durchhalten sollen. Geladen wird über das dazugehörige Case, das einen Akku integriert hat, mit dem man die Brille bis zu 7 Mal voll aufladen kann.
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Keine „Perversling-Brillen“
Träger smarter Brillen gerieten zuletzt in Kritik. In sozialen Medien berichten sie, in der Öffentlichkeit beschimpft zu werden. Sogar von handgreiflichen Auseinandersetzungen ist die Rede. Zudem werden die Wearables oft als „Perversling-Brillen“ bezeichnet.
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Wohl aufgrund dieser gesellschaftlich eher schwierigen Atmosphäre für die Gerätekategorie setzt Samsung viel daran, Datenschutzmaßnahmen zu integrieren, um zu verhindern, dass Menschen damit unbemerkt filmen. „Wir machen uns ernsthafte Gedanken über diese Datenschutzprobleme und den Schutz der Privatsphäre“, sagt Jaein Choi, Chef der Forschungs- und Entwicklungsabteilung im Bereich XR bei Samsung am Rande des Unpacked-Events.
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Die Brillen verfügen vorderseitig, neben der Kamera, über eine LED, die anzeigt, wenn fotografiert oder gefilmt wird. „Falls jemand vorsätzlich die LED beschädigt, manipuliert oder verändert, wird die Kamera deaktiviert“, sagt Choi.
Trotz dieser Schutzmaßnahmen erwartet Choi nicht, dass die Brillen von einem Tag auf den nächsten zur Normalität werden. „Wir müssen sehr sorgfältig erklären, wie diese Produktkategorie funktioniert. Es wird Zeit brauchen, bis sie gesellschaftlich akzeptiert wird“, sagt Choi.
Langfristig sollen sie das Handy nicht ersetzen, sondern ergänzen: „Wir glauben, dass KI-Brillen zu einem neuen Zugangspunkt für mobile KI werden sollten. Nicht, indem sie das Smartphone ersetzen, sondern indem sie einen natürlicheren Weg schaffen, über dieses neue Gerät auf KI zuzugreifen.“
Ein- und Ausschalter
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Verfügbarkeit und Preis
Auf den Markt kommen werden die ersten KI-Brillen von Samsung im Herbst. In welchen Ländern ist laut Choi derzeit noch offen. Hier sei man in Abstimmung mit den Partnern.
Zum Thema Preis gab sich Choi auf Nachfrage der futurezone eher verhalten. So betonte er schmunzelnd, dass er als R&D-Leiter (Forschung & Entwicklung) nicht derjenige ist, der die finalen Preise festlegt. Aufgrund der Herausforderungen am Markt für Speicherchips sei die Preisgestaltung derzeit extrem komplex und herausfordernd.
Er verwies darauf, dass smarte Brillen noch nicht im Massenmarkt angekommen sind und auch Smartphones zu Beginn sehr teuer gewesen sind, verglichen mit Handys. Gemessen an der gelieferten Qualität sollen die Brillen zumindest nicht „verrückt teuer“ werden.
Samsung gibt sich jedenfalls selbstbewusst im Vergleich zur Konkurrenz: „Obwohl dies unsere erste Generation ist, glaube ich, dass sie bereits in einer eigenen Liga spielt“, sagt Choi.
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