Eine Explosion ist mittig auf einem Schiff zu sehen. Rechts oben feuert ein Kampfhubschrauber eine Rakete ab.

Bei der SINKEX wurde ein Hubschrauberträger beschossen. Auch Apache waren bei RIMPAC 2026 beteiligt.

© US Navy
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Militärtechnik

250 Meter langer Hubschrauberträger der US Navy wurde versenkt

Bei der von den US-Streitkräften veranstalteten Übung RIMPAC gab es heuer ein besonderes Highlight. Als SINKEX war nicht nur ein Schiff zum Versenken, sondern gleich 2. Und diese waren diesmal besonders große Ziele.

Wie die USA und andere beteiligte Nationen jetzt bekannt gaben, wurde am 12. Juli die USS Mobile Bay versenkt. Am 17. Juli folgte mit der USS Peleliu ein Hubschrauberträger. Laut der US Navy ruhen die ausgemusterten Kriegsschiffe jetzt in 4.500 m Tiefe, etwa 90 km vor der Küste der hawaiianischen Insel Kauai.

AH-64 Apache im Antischiffseinsatz

An der Versenkung der Schiffe waren diesmal auffällig viele Hubschrauber beteiligt. Die US Army hat mit einem AH-64 Apache Kampfhubschrauber die USS Mobile Bay beschossen.

Ein AH-64 Apache der US Army feuert bei RIMPAC eine Rakete über dem Meer ab, begleitet von einem zweiten Kampfhubschrauber.

Apache feuert auf die USS Mobile Bay.

Zum Einsatz kam dabei eine Spike NLOS. Die israelische Rakete hat in ihrer neuesten Version eine Reichweite von bis zu 50 km. Normalerweise wird sie gegen Panzer und befestigte Stellungen eingesetzt. Bei der SINKEX konnte probiert werden, welche Wirkung sie gegen ein großes Kriegsschiff hat.

Der Apache wurde ursprünglich nicht für Einsätze auf dem Meer gemacht, sondern um, falls der Kalte Krieg heiß wird, russische Panzer in Europa zu bekämpfen. Die USA nutzen ihn aber zunehmend für maritime Aufgaben, zuletzt in der Straße von Hormus bei Einsätzen gegen iranische Boote und Drohnen. Auch Großbritannien nutzt den Apache auf hoher See auf seinen 2 Flugzeugträgern.

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3 Kampfhubschrauber landen auf dem Deck eines Flugzeugträgers

AH-64 Apaches landen auf der Prince of Wales

Hubschrauber für maritime Aufgaben

Die australische Marine hat mit einem MH-60R Seahawk eines der Ziele beschossen. Der Seahawk ist eine Variante des Black-Hawk-Hubschraubers, die für maritime Missionen angepasst wurde.

Hubschrauber landet auf einem Schiff

Australischer MH-60R

Als Waffe kam eine AGM-114N Hellfire zum Einsatz. Diese hat eine Reichweite von etwa 11 km. Die N-Variante hat einen thermobaren Gefechtskopf. Durch diesen ist die 114N speziell für den Einsatz gegen befestigte Stellungen und Schiffe gedacht, weil durch die höhere Druckwirkung und -dauer zusätzliche Wirkung gegen Menschen in den Zielen erreicht wird.

Neuseeland hat für die SINKEX seine Oldies auflaufen lassen. Der SH-2G(I) Seasprite soll bald vom MH-60R Seahhawk ersetzt werden.

Ein grauer Militärhubschrauber fliegt knapp über dem Meer.

SH-2G(I) Seasprite der neuseeländischen Marine.

Die abgefeuerte Rakete war eine AGM-119 Penguin. Die seit 1972 gebaute Antischiffsrakete zählt eher zu den alten Damen, ist in der MK3-Variante mit über 55 km Reichweite und einem 130 kg schweren Gefechtskopf aber immer noch relevant.

Laut der neuseeländischen Armee hat die Rakete wie geplant funktioniert. Die Hülle der USS Peleliu wurde erst durchschlagen und die Rakete ist dann im Inneren explodiert, was signifikanten Schaden erzeugt hätte.

Die USS Peleliu treibt als Zielschiff im Meer während der RIMPAC-Übung.

USS Peleliu, nachdem sie mit der AGM-119 und anderen Waffen beschossen wurde.

Die italienische Marine hat einen SH-101 aufsteigen lassen. Der Hubschrauber basiert auf dem AgustaWestland AW101 und ist für die Jagd auf U-Boote und die Bekämpfung von Schiffen modifiziert.

Grauer Hubschrauber hebt von einem Schiff ab

Italienischer SH-101

Abgefeuert wurde die Antischiffsrakete Marte. In der ER-Variante hat diese eine Reichweite von über 100 km. Der panzerbrechende Gefechtskopf wiegt 70 kg.

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F/A-18, HIMARS und Type 12

Wie im Video zu sehen ist, war bei RIMPAC auch eine F/A-18 beteiligt, die mit einer AGM-158C LRASM bestückt war. Diese Antischiffsrakete spielt in einer anderen Liga als die von den Hubschraubern abgefeuerten Raketen. Sie hat eine Reichweite von über 370 km und einen Gefechtskopf mit 450 kg. Welches der Schiffe damit beschossen wurde, bzw. ob die AGM-158C überhaupt abgefeuert wurde, ist aber nicht bekannt.

Auch im Video zu sehen ist die US-Raketenartillerie HIMARS und die japanische Type 12. Die Antischiffrakete Type 12 hat eine Reichweite von etwa 400 km. Sie ist für die Küstenverteidigung gedacht und wird von einem Lkw-Starter aus abgefeuert. Auch hier ist nicht klar, ob und wenn ja, welches der 2 Schiffe damit beschossen wurde.

Rakete startet von einem Militärfahrzeug auf einem Übungsfeld.

Start einer Type 12

U-Boote

U-Boote waren ebenfalls bei RIMPAC dabei. Von der US Navy waren das die USS Columbia und USS Charlotte. Beides sind Jagd-U-Boote der Los-Angeles-Klasse. Im Vorfeld der SINKEX wurde die Columbia mit einer UGM-84 Harpoon Antischiffsrakete bestückt.

U-Boot wird per Kran mit einer Antischiffsrakete beladen

USS Columbia wird mit einer UGM-84 Harpoon beladen.

Auch bei ihnen ist noch nicht klar, ob sie eines der Schiffe beschossen haben. Dafür weiß man es von der HMCS Corner Brook. Das kanadische U-Boot durfte den finalen Schlag gegen die USS Mobile Bay durchführen, mit einem Mark 48. Dieser hat eine Reichweite von bis zu 50 km und einen 293 kg schweren Gefechtskopf.

Zielschiff mit fernglasartigem Fadenkreuz auf offener See.

Das letzte Foto der sinkenden USS Mobile Bay, aufgenommen durch das Periskop der HMCS Corner Brook.

Wer der USS Peleliu den Gnadenschuss gegeben hat, wurde noch nicht verraten. Da üblicherweise U-Boote die SINKEX beenden, kommen hierfür die Columbia oder Charlotte in Frage.

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U-Boot fährt aufgetaucht im Meer

Die USS Columbia, bei einer Flottenfahrt im Rahmen von RIMPAC 2026.

USS Peleliu

Die USS Peleliu (LHA-5) war ein amphibisches Angriffsschiff. Gemeinhin werden diese Schiffe auch Hubschrauberträger genannt, weil sie ein flaches Flugdeck haben, aber kein Katapult. Die Peleliu könnte man auch einen kleinen Flugzeugträger nennen, weil sie u. a. 6 AV-8B Harrier Senkrechtstarter an Bord hatte.

Die Peleliu war 250 Meter lang und hatte eine Verdrängung von 40.000 Tonnen. Sie wurde 1980 in Dienst gestellt. Sie war ab 2001 beim US-Krieg gegen Afghanistan beteiligt und ab 2004 gegen den Irak. Als sie 2015 außer Dienst gestellt wurde, war sie das letzte aktive Schiff der Tarawa-Klasse. Die anderen 4 wurden zwischen 2005 und 2011 außer Dienst gestellt. Danach dienten die USS Bellau Wood und USS Tarawa als Ziele für SINKEX-Übungen.

USS Mobile Bay

Die USS Mobile Bay (CG-53) war ein Lenkwaffenkreuzer der Ticonderoga-Klasse. Sie war 173 Meter lang und hatte eine Verdrängung von knapp 10.000 Tonnen. Die Hauptbewaffnung ist ein VLS mit 122 Zellen. Diese waren u. a. mit den Luftabwehrraketen SM-2 und 3 bestückt, sowie mit Tomahawk-Marschflugkörpern.

Graues Kriegsschiff fährt bei ruhiger See auf dem Meer

Dieses Foto wurde gemacht, als die USS Mobile Bay 2022 bei RIMPAC teilnahm - bei der 2026er-Ausgabe wurde sie versenkt.

Die Mobile Bay wurde 1987 in Dienst gestellt und war bis 2023 aktiv. Zu ihren Aufgaben gehörte der Begleitschutz von Flugzeugträgern. 2003 und 2004 war sie im Krieg gegen den Irak beteiligt. 7 der insgesamt 27 gebauten Kreuzer der Ticonderoga-Klasse sind noch aktiv. 2006 wurde mit der USS Valley Forge bereits ein Schiff dieser Klasse bei einer Zielübung versenkt.

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