Eine Fregatte auf dem Meer startet eine Rakete, die nach links fliegt

Die I Gusti Ngurah Rai startet eine Exocet-Rakete

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Militärtechnik

Indonesien versenkt Schiff der DDR-Marine mit Exocet-Rakete

Um die Wirkung von Antischiffswaffen zu testen, finden sogenannte SINKEX (Ship Sinking Exercises) statt. Dabei stechen ausgemusterte Schiffe ein letztes Mal in See – um versenkt zu werden.

So eine Übung hat kürzlich die indonesische Marine abgehalten. Dabei wurde ein Schiff beschossen und versenkt, das zuvor bei der Volksmarine der DDR im Einsatz war.

Erst ausgeschlachtet, dann versenkt

Auf dem Video ist der Moment zu sehen, in dem das Schiff getroffen wird. Deutlich erkennbar ist, wie die Wucht der Explosion sich im gesamten Schiffsinneren ausbreitet. Rechts hinten ist etwa eine Stichflamme zu sehen, obwohl der Einschlag links mittig erfolgt, bevor schwarzer Rauch vorne, hinten und oben herausquillt.

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Dass sich die Explosion so gut ausbreiten kann, liegt auch daran, dass Schiffe für SINKEX entsprechend präpariert und ausgeschlachtet werden. Es sollte eigentlich nur noch eine leere Hülle sein, die zudem bestmöglich von Rückständen, wie etwa Schweröl, Diesel oder Schmiermitteln, gesäubert wurde, um die Umwelt nicht unnötig zu belasten.

Französische Antischiffsrakete Exocet

Die Waffe, die hier zum Einsatz kam, ist eine Exocet MM40 Block 3. Die französische Antischiffsrakete wird in dieser Version seit 2008 hergestellt. Sie hat eine Reichweite von über 200 km. Die MM40 Block 3 fliegt mit Unterschallgeschwindigkeit (bis zu Mach 0,93 – 1.148 km/h) in einer Höhe von lediglich 8 bis 15 m über das Meer. Das soll das Erfassen durch das Radar und das Abfangen erschweren.

Der Gefechtskopf wiegt 165 kg. Davon entfallen 60 kg auf den Sprengstoff, der Rest auf den Mantel, der bei der Explosion Splitter erzeugt. Im Optimalfall durchschlägt die Rakete erst die Bordwand des Schiffes und explodiert dann mit kurzer Verzögerung. Zusätzlich zum Loch in der Wand gibt es also eine Splitterwirkung im Inneren.

Fregatte der SIGMA-10514-Klasse

Gestartet wurde die Rakete von der I Gusti Ngurah Rai. Dabei handelt es sich um eine Fregatte der Klasse SIGMA 10514. Bei der indonesischen Marine wird die Klasse Raden Eddy Martadinata genannt. Es gibt nur 2 Schiffe in dieser Klasse: Neben der I Gusti Ngurah Rai (2018 in Dienst gestellt) ist dies die Raden Eddy Martadinata (2017), die nach der Klasse benannt wurde.

Die Schiffe sind 105 m lang und haben eine Verdrängung von 2.946 Tonnen. Sie haben 8 Exocet-Raketen an Bord, 12 VL-MICA-Raketen zur Luftabwehr (bis zu 20 km Reichweite) und 2 Dreifachstarter für A244-Torpedos, zur Bekämpfung von U-Booten.

Als Hauptgeschütz dient eine 76-mm-Kanone OTO Melara Super Rapid. Diese hat eine Feuerrate von bis zu 120 Schuss pro Minute und mit der speziellen Vulcano-Munition bis zu 40 km Reichweite.

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Ein GDM-008 dient als Nahbereichsverteidigung gegen anfliegende Raketen. Die 35-mm-Maschinenkanone hat eine Feuerrate von bis zu 1.000 Schuss pro Minute und eine effektive Reichweite, je nach Munition, von bis zu 5 km.

Die Cottbus

Das versenkte Schiff begann seine Karriere bei der Volksmarine. Die Cottbus gehörte zur Hoyerswerda-Klasse, besser bekannt unter dem Nato-Namen Frosch-1-Klasse. Sie war ein Landungsschiff der DDR, mit 98 m Länge und 1.980 Tonnen Verdrängung.

Sie konnte bis zu 280 Soldaten und 7 Panzer transportieren oder 11 amphibische Panzer. Schwimmpanzer und Truppen wurden durch eine große Klappe an der Front in Strandnähe ein- und ausgeladen.

Soldaten verlassen ein Landungsschiff über eine geöffnete Bugrampe und stürmen an den Strand.

Die Frosch-1-Klasse heißt bei der indonesischen Marine Teluk-Gilimanuk-Klasse.

Alle 12 Stück der Klasse wurden 1990 außer Dienst gestellt und danach an Indonesien verkauft. Um die gesetzlichen Bestimmungen zu erfüllen, erfolgte der Verkauf ohne Bewaffnung. Indonesien hat sie dann mit einem 40-mm- und einem 37-mm-Flugabwehrgeschütz nachgerüstet, sowie 2 25-mm-Zwillingsmaschinenkanonen.

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Aus der Cottbus wurde die Teluk Hading. 2023 wurde sie bei einem Feuer schwer beschädigt und 2024 außer Dienst gestellt.

Von den ursprünglich 12 Schiffen sind jetzt nur noch 8 im Einsatz. Die Teluk Peleng ist nach einem Unfall im Hafen gesunken, die Teluk Jakarta in der Folge eines Sturms. Die Teluk Berau wurde schon 2012 bei einer SINKEX versenkt.

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