Die USS Juneau wird bei der SINKEX-Übung von einer gewaltigen Explosion am Heck getroffen.

Die USS Juneau wird bei der SINKEX getroffen.

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Japanisches U-Boot versenkt Schiff der US Navy aus dem Vietnam-Krieg

SINKEX (Ship Sinking Exercises) sind wie eine Party mit einer Piñata. Freunde und Familie kommen zusammen und alle dürfen mal draufhauen.

Nur ist die Piñata keine Figur aus Pappmaché, sondern ein stählernes Kriegsschiff. Das US-Verteidigungsministerium hat ein Video der jüngsten SINKEX veröffentlicht, bei der die ausgemusterte USS Juneau als Ziel herhalten musste.

Die SINKEX fand im Rahmen der militärischen Übung Valiant Shield 2026 statt. An dieser nahmen Streitkräfte der USA, Neuseeland, Australien Japan und Kanada teil.

Drei Soldatinnen machen ein Selfie auf einem Flugfeld.

Valiant Shield 2026: Ein Selfie von Soldatinnen der US Navy mit einer Soldatin der japanischen Marine.

JS Jingei versenkte das Schiff

Die Ehre, die Piñata endgültig zu zerstören, hatte dieses Mal Japan. Die Juneau wurde zum Schluss von einem Torpedo der JS Jingei versenkt. Die Jingei ist ein diesel-elektrisches Jagd-U-Boot der Taigi-Klasse. Sie ist 84 Meter lang und hat eine Verdrängung von 3.000 Tonnen.

Es wurde nicht verraten, mit welchem Torpedo die Jingei geschossen hat. Standardmäßig nutzt sie den Type 89, der 1989 in Dienst gestellt wurde. Der Torpedo hat eine Reichweite von bis zu 50 km und einen Gefechtskopf mit 267 kg Gewicht.

Mit dem Type 18 hat Japan seit wenigen Jahren ein Nachfolgemodell des Torpedos, verrät aber nicht offiziell, welche U-Boote diesen einsetzen. Rüstungsexperten gehen davon aus, dass er zwar auf der Taigi-Klasse zu finden ist, allerdings nur bei neueren U-Booten, wie etwa der im März 2026 in Dienst gestellten Chōgei. Ob die im März 2024 in Dienst gestellte Jingei schon den Type 18 nutzt, ist nicht bekannt.

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Neuseeland feuerte Harpoon-Raketen ab

Bevor der Torpedo eingeschlagen ist, wurde die Juneau u.a. von einer P-8A Poseidon der neuseeländischen Luftwaffe beschossen. Das Flugzeug wird üblicherweise als Seeaufklärer und U-Boot-Jäger eingesetzt, kann aber auch mit Antischiffsraketen bestückt werden.

Ein Flug hebt vor blauem Himmel ab.

Eine P-8A Poseidon der neuseeländischen Luftwaffe.

In diesem Fall wurden 2 Antischiffsraketen des Typs Harpoon abgefeuert. Diese hat einen Gefechtskopf mit 221 kg. Die erste Harpoon explodiert am Heck der Juneau. Die zweite scheint zwar zu treffen, aber nicht zu explodieren. Im Video, das die neuseeländische Luftwaffe gepostet hat, wird deshalb kurz vor dem Einschlag der zweiten Rakete weggeschnitten.

Im Video der US-Streitkräfte ist jedenfalls zu sehen, wie die zweite Harpoon die Juneau trifft, aber nicht explodiert. Eine offizielle Erklärung dafür gibt es nicht. Ob die zweite Harpoon wirklich ein Blindgänger war oder absichtlich keinen scharfen Gefechtskopf hatte, etwa um sicherzugehen, dass die Juneau nicht absäuft, bevor die anderen Teilnehmer an der SINKEX darauf schießen konnten, ist nicht bekannt.

B-2 feuert erstmals AGM 158C ab

Im Video der Navy sind zudem Fotos eines B-2 Stealth-Bombers zu sehen. Laut der US Air Force wurde damit eine AGM-158C LRASM abgefeuert. Das ist eine kleine Überraschung, denn bisher war nicht bekannt, dass die B-2 diesen Antischiff-Marschflugkörper nutzen kann.

ein b-2 Stealth-Bomber wird vor blauem Himmel einen Marschflugkörper ab

B-2 wird LRASM ab.

Die LRASM hat Stealth-Eigenschaften, um nicht vom Radar der feindlichen Kriegsschiffe erfasst zu werden. Der Gefechtskopf wiegt 450 kg. Die Reichweite wird auf etwa 1.000 km geschätzt, die tatsächliche maximale Reichweite wird von den USA geheim gehalten.

us-soldaten laden eine Rakete in den Waffenschaft eines B-2 Bombers

LRASM wird in die B-2 geladen.

Nicht klar ist, ob der Einschlag der LRASM in dem Video zu sehen ist. Möglicherweise ist es der Einschlag bei Minute 1:06, allerdings sieht die Explosion etwas zu klein für den Gefechtskopf der LRASM aus.

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Die Air Force schreibt in ihrer offiziellen Erklärung nicht explizit, dass die Juneau getroffen wurde, sondern: „Die Air Force hat erfolgreich eine Live-Fire SINKEX mit der B-2 Spirit durchgeführt. Die B-2 hat die LRASM eingesetzt und demonstriert, dass strategische Ziele in Reichweite von potenziellen Bedrohungen erreicht werden können.“

B-2-Bomber mit einer gelenkten Rakete im Flug.

B-2 wirft LRASM ab.

Womöglich kein Sprengstoff in der Rakete

Ein Hinweis könnte sein, dass die eingesetzte LRASM mit einem orangenen und einem braunen Streifen markiert wurde. Orange als Markierung wird manchmal genutzt, um zu signalisieren, dass die Rakete keinen normalen Gefechtskopf hat, sondern einen zum Sammeln von Daten. Das braune Band am Heck bedeutet, dass ein scharfer Raketenmotor an Bord ist, also es sich nicht bloß um einen Fall- bzw. Gleittest ohne Antrieb handelt.

Ein Soldat steht vor einem B-2-Bomber in einem Hangar.

Vorne an der LRASM ist ein oranges Band, hinten ein braunes.

Solche Versuchsraketen werden oft später geborgen, um Daten auswerten zu können, die womöglich nicht vollständig über die Funkverbindung übertragen wurden. Es ist also denkbar, dass die LRASM absichtlich knapp über oder am Ziel-Schiff vorbeigeschossen wurde, damit sie dann in sicherer Entfernung im Meer aufsetzt, um später aufgesammelt zu werden.

USS Juneau: 1966 – 2026

60 Jahre hat sich die USS Juneau über Wasser gehalten, bevor sie bei der SINKEX zerstört wurde. 1966 erfolgte der Stapellauf, 1969 wurde sie in Dienst gestellt.

Die USS Juneau fährt auf hoher See mit Radarantennen und US-Flagge.

USS Juneau

Die Juneau war 173 Meter lang und hatte eine Verdrängung von 17.000 Tonnen. Sie gehörte zur Austin-Klasse und war ein sogenanntes Amphibious Transport Dock. Diese Art von Schiff dient als Transport- und Landungsschiff. Truppen werden in Küstennähe gebracht und starten von Deck aus mit Hubschraubern oder vom sogenannten Welldeck aus mit Hovercrafts, Landungsbooten oder Schwimmpanzern Richtung Strand.

Die Juneau hatte mehrere Einsätze im Vietnam-Krieg. 1976 landete versuchsweise ein Harrier Senkrechtstarter auf dem Hubschrauberdeck. Das war das erste Mal, dass der AV-8A auf einem Amphibious Transport Dock der Pazifikflotte gelandet ist. 1989 half die Juneau bei den Reinigungsarbeiten nach dem Exxon-Valdez-Unglück, bei dem 3 Millionen Liter Öl ins Meer gerieten.

1990 war sie bei Desert Storm beteiligt. 2008 wurde sie schließlich außer Dienst gestellt. Von ihrer Besatzung wurde sie „The Mighty J“, „The Jolly J“ und „The Perfect 10“ genannt. Der letzte Spitzname war eine Anspielung auf ihre Hüllennummer, LPD-10.

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Gregor Gruber

Testet am liebsten Videospiele und Hardware, beschäftigt sich leidenschaftlich mit Rüstungstechnologie.

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