Karte zeigt, wo sich Österreich besonders stark aufheizt
Die Hitzewelle hält Europa derzeit fest im Griff. Daten des ESA-Satelliten Sentinel-3 der Copernicus-Mission zeigen nicht nur, wie heiß die gemessenen Lufttemperaturen derzeit in Europa sind, sondern auch, wie stark sich bestimmte Straßen, Landstriche und ganze Städte aufheizen. Sie zeigen akkurat die Oberflächentemperaturen, die vielen Europäerinnen und Europäern derzeit schlaflose Nächte bereiten.
Die ESA ließ der futurezone eine Karte von Österreich zukommen, die die Landoberflächentemperaturen zeigt, die die ESA am Donnerstag, den 25. Juni 2026, gemessen hat. Die Messung der Landoberflächentemperatur kann deutlich über den Lufttemperaturen liegen. Das kennt man oft vom Asphalt: Wenn man draufsteigt, verbrennt man sich, obwohl man es in der Luft noch gut aushält. Denn dort wird oft wesentlich mehr Hitze gespeichert als in der Umgebungsluft.
Mehr lesen: Wie Satelliten Naturkatastrophen vorhersagen können
Karte der Landoberflächentemperaturen am 25.06.2026
© ESA
Heiße Städte, kühles Land
Die Karte der am 25. Juni in Österreich gemessenen Landoberflächentemperaturen zeigt, dass sich vor allem der Osten Österreichs teils stark auf um die 40 Grad erwärmt hat, während es in den Gebirgsregionen im Westen und Südwesten eher kühl geblieben ist.
Auch in kühleren Regionen sieht man aber Hitzeinseln rot hervorleuchten. In Tirol haben sich etwa im Großraum Innsbruck, in Salzburg sowie im Raum Linz, Graz und Klagenfurt wahre Hitzeinseln gebildet. Wer es also gerne kühler hat, sollte größere Städte derzeit wohl besser meiden und eine Sommerfrische in einer Gebirgsregion in Erwägung ziehen.
Auf der Website hat die ESA auch eine Karte für ganz Europa veröffentlicht. Diese zeigt die Landoberflächentemperaturen am 23. Juni. Besonders hohe Temperaturen wurden an dem Tag etwa in Madrid (48 Grad Celsius), Rom (44 Grad Celsius) sowie mit jeweils 46 Grad Celsius im französischen Poitiers und im spanischen Zaragoza gemessen. Die weißen Stellen auf der Karte sind von Wolken bedeckt – hier konnten keine Daten gesammelt werden.
© ESA
Sentinel-3
Der Satellit Sentinel-3 trägt insgesamt 4 Instrumente. Darunter das „Sea and Land Surface Temperature Radiometer“ (SLSTR), ein leistungsstarker und hochpräziser Sensor, mit dem die ESA sowohl die Temperaturen über Land als auch über dem Meer messen kann.
Die momentane extreme Hitze entsteht durch ein atmosphärisches Muster mit anhaltendem Hochdruck. Weil es Europa zwischen Tiefdruckgebieten auf beiden Seiten quasi einschließt, nennt man das Phänomen auch „Hitzeglocke“. Zunächst gaben die Satellitendaten laut der ESA noch Anzeichen dafür, dass die aktuelle Hitze ein Resultat des El-Niño-Phänomens im Pazifik sein könnte – später wurde aber klar, dass dieses nicht der Grund für die extremen Temperaturen ist.
➤ Mehr lesen: "Atmosphärenwächter" Sentinel-5P ins All gestartet