Edward Kenway steht auf dem Schiffsdeck und blickt auf eine tropische Inselbucht mit Felsen, Palmen und einem Dorf.

Assassin’s Creed IV Black Flag Resynced 

© Ubisoft
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Assassin’s Creed Black Flag Resynced im Test: Kaperfahrt mit Ehrenrunde

Mit Black Flag geht es ab in die Karibik.

Wenn man 10 Gamer fragt, welches ihr liebstes Assassin’s Creed ist, werden 9 sagen: Black Flag. Als es 2013 erschienen ist, war es das richtige Spiel, zur richtigen Zeit. Disney hatte mittlerweile 4 Filme der Reihe Pirates of the Caribbean veröffentlicht und damit dem Freibeuter-Genre neues Leben eingehaucht. Auch die Gamer waren in Enterlaune, aber keiner der großen Publisher traute sich so richtig, die Segel zu setzen.

Dass gerade Ubisoft die zu diesem Zeitpunkt gut etablierte Assassin’s-Creed-Reihe diesen Kurs einschlagen ließ, war unerwartet, überraschend und für viele Fans der Serie wie ein wahrgewordener „was wäre wenn“-Traum. Und diesen Traum kann man jetzt noch mal erleben, mit Assassin’s Creed Black Flag Resynced (PS5, Xbox Series, PC, ab 18 Jahren).

Piraten machen Piratendinge

An der Handlung hat sich nichts geändert. Man übernimmt die Rolle von Edward Kenway im Jahr 1715, während des goldenen Zeitalters der Piraterie. Durch Zufall wird er in den Konflikt zwischen Assassinen und Templern hineingezogen - und eigentlich ist dieser Teil der Story ziemlich wurscht. Egal, ob man Black Flag zum ersten Mal oder überhaupt Assassin’s Creed zum ersten Mal spielt.

Hier geht es nämlich primär darum, Pirat zu sein und Piratendinge zu machen. Ewiger Konflikt, Jahrtausende alte Verschwörung, usw.: Nebensache. Dass die Haupthandlung so in den Hintergrund rückt, liegt daran, dass man in Black Flag so viele andere Dinge tun kann und an dem großen Fokus auf den Seeschlachten.

Zwei Piraten stehen auf dem Deck eines Segelschiffs vor einer tropischen Insel.

Assassin’s Creed IV Black Flag Resynced 

Volle Breitseite

Die Schiffskämpfe machen 13 Jahre später sogar mehr Spaß als damals, was an der verbesserten Grafik liegt: Die Stürme, die die See aufbäumen, eine Fregatte, die durch die Wellen bricht und eine Rauchwand, die signalisiert, dass gleich eine abgefeuerte Breitseite auf dem eigenen Schiff einschlagen wird – ganz großes Piratenkino.

Ebenfalls immer noch großartig ist, wie chaotisch diese Gefechte werden können, wenn man etwa gerade einen spanischen Konvoi angreift, sich dann eine britische Brigg einmischt und am Horizont auch noch ein Piratenjäger auftaucht. Dazu kommt die Trägheit, schließlich ist ein Segelschiff kein Motorboot, die das Ausweichen und Manövrieren zusätzlich erschwert – und einen knappen Sieg gegen eine Übermacht umso reizvoller macht.

Edward Kenway kämpft im Regen mit gekreuzten Klingen gegen einen Gegner in Assassin’s Creed IV Black Flag Resynced.

Assassin’s Creed IV Black Flag Resynced 

Respektvoll modernisiert

Auch das Entern hat immer noch dieses authentische Gefühl vom Schlachtenchaos. An Deck wuseln auf engem Raum Gegner herum, die eigenen Leute, von überall werden Pistolen abgefeuert und Säbel geschwungen. Es ist verraucht, in der Nacht finster und man selbst ist mittendrin.

Das Kampfsystem wurde modernisiert, um mehr den neueren Assassin’s-Creed-Titeln zu entsprechen. Das wurde respektvoll gemacht und fühlt sich natürlich an – also nicht, als hätte man mit Zwang versucht, einem 13 Jahre alten Spiel neue Tricks beizubringen.

Das gilt für das gesamte Game, weshalb auch ein paar Bugs und nervige Dinge immer noch vorhanden sind, die es schon damals gab. Da wird mal das eigene Schiff plötzlich wie ein Kreisel gedreht und Hunderte Meter durch die Luft geschleudert oder Kenway springt beim Parkour einfach mit vollem Anlauf ins Leere, anstatt auf den Schiffsmast, den man eigentlich anvisiert hat. Auch das Öffnen von Truhen ist immer noch eine Herausforderung, weil das erst geht, wenn man nahe genug dran ist und sie genau in der Mitte vom Blickfeld positioniert hat – was bei einer Perspektive aus der Dritten-Person-Ansicht nicht so einfach ist.

Daraus ergeben sich manchmal kuriose Momente, bei denen man sich eigentlich ärgern sollte, aber schmunzeln muss, weil es wie Slapstick wirkt. Das trägt zum Charme von Black Flag bei, der durch das Karibik-Setting und die romantisierte Darstellung der Piraterie ohnehin schon in Strömen fließt.

Trotz der für die Assassin’s-Creed-Reihe üblichen Gewaltdarstellung ist dieses Game deshalb eigentlich ein Feel-Good-Spiel. Man muss nicht zwingend der Handlung folgen, man kann auch einfach lossegeln, Inseln erkunden, ein paar Schiffe kapern, ein bisschen nach Schätzen tauchen und lebt dabei nach dem Piraten-Kodex: Freiheit, ohne von einem König in einem weit entfernten Land geknechtet zu werden.

Fazit

Black Flag ist ein No-Brainer. Egal, ob man es schon damals gespielt hat oder ein Neuling bei diesem Spiel oder gar der Assassin’s-Creed-Reihe ist: Wenn man mit dem Piraten-Thema und Actionspielen etwas anfangen kann, ist es Zeit, mit Black Flag in See zu stechen. Eingefleischte Fans des Originals werden sich freuen, dass es auch neue Missionen und neue Aktivitäten gibt. Ubisoft verspricht bis zu 6 Stunden – zusätzlich, zu den 40 bis 60 Stunden, die die meisten Spieler in der Karibik verbringen werden.

Assassin’s Creed Black Flag Resynced kostet in der Standard-Edition 59,99 Euro für PS5, Xbox Series und PC (Ubisoft Store, Steam). 

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Gregor Gruber

Testet am liebsten Videospiele und Hardware, beschäftigt sich leidenschaftlich mit Rüstungstechnologie.

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