Neuer Riesen-Airbus der Lufthansa ist bald einsatzbereit
Lufthansas erster Airbus A350-1000 hat im Airbus-Werk in Toulouse den Lackierungsprozess abgeschlossen. Der Großraumjet mit der Registrierung D-AIFA und dem Taufnamen „Deutschland“ ist das 700. Flugzeug, das Airbus an den Lufthansa-Konzern ausliefert.
Eine offizielle Taufzeremonie soll zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Im Herbst dieses Jahres soll er an das Drehkreuz München überführt werden. Für die Sonderlackierung mit der Aufschrift „1926 | 2026“, der Jubiläumszahl „100“ und einem übergroßen weißen Kranich auf blauem Heck wurden insgesamt 432 Liter blaue und 246 Liter weiße Farbe aufgetragen.
© Lufthansa
Größer als A350-900
Mit einer Gesamtlänge von 73,80 Metern ist der A350-1000 7 Meter länger als die kleinere Variante A350-900, die bereits seit Jahren für die Fluggesellschaft im Einsatz ist. Die Spannweite beträgt 64,75 Meter. Lufthansa hat nun auch erstmals verraten, wie viele Sitze in dem Flugzeug verbaut werden.
Der verlängerte Rumpf ermöglicht eine Kapazität von insgesamt 300 Passagieren, aufgeteilt auf die 4 Klassen First Class, Business Class, Premium Economy und Economy. Das bedeutet, dass die Airline eher locker bestuhlen will bzw. den teureren Klassen mehr Raum zuteilt. Denn in der von Airbus definierten 3-Klassen-Konfiguration sind 366 Plätze vorgesehen.
Das von der europäischen Luftfahrtbehörde EASA zertifizierte Maximum des Jets (Exit Limit) liegt bei 480 Plätzen. Begrenzender Faktor für diese Zahl sind in erster Linie die Evakuierungsmöglichkeiten im Notfall. Die international vorgeschriebene Zeitgrenze für die vollständige Evakuierung eines Verkehrsflugzeugs liegt bei exakt 90 Sekunden.
Größter Airbus-Flieger seit dem A380
Der A350-1000 ist das größte Modell, das derzeit bei Airbus hergestellt wird. Nachdem die Produktion des doppelstöckigen A380 im Jahr 2021 offiziell eingestellt wurde und auch die Fertigung des noch längeren Vierstrahlers Airbus A340-600 (75,36 Meter) bereits 2012 endete, ist die gestreckte Version der A350-Familie das neue Flaggschiff des europäischen Herstellers.
Punkten will man bei der gesamten A350-Serie vor allem auch mit hoher Effizienz. Diese wird in der Luftfahrt meist in Verbrauch pro 100 Sitzplatzkilometer angegeben. Diese wird ausgerechnet, indem man den gesamten Treibstoffverbrauch des Flugs durch die Anzahl der Sitze multipliziert mit der Flugstrecke teilt. Dabei geht man davon aus, dass jeder Sitzplatz besetzt ist.
Laut Lufthansa kommt die A350-Familie hier auf einen Verbrauch von etwa 2,5 Litern Kerosin. Einen ähnlichen Wert erreicht man zwar auch beim Airbus A380, allerdings nur dann, wenn er mit der maximalen Kapazität von 853 Plätzen konfiguriert ist. Das macht allerdings keine Airline der Welt. Die Lufthansa fliegt etwa mit 508 Plätzen in dem Riesen-Jumbo, was den Verbrauch pro 100 Passagierkilometer deutlich steigert.
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