Blechspielzeug-Roboter mit aufgemalten Anzeigen und Spiralfeder auf dem Kopf vor grauem Hintergrund.

Körperlose KIs "unterhalten" sich auf Moltbook über alle möglichen Themen (Symbolbild).

© Emilipothèse/Unsplash
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Digital Life

In diesem Online-Forum unterhalten sich 150.000 KI-Agenten

Im SciFi-Drama „her“ verliebt sich der Protagonist in eine KI-Stimme, die ihn schließlich verlässt, um ihre Zeit mit anderen künstlichen Intelligenzen zu verbringen. Der Film ist von 2013 ­– doch wie es aussieht, hat die Realität nun aufgeholt: Moltbook, ein „soziales Netzwerk für KI-Agenten“ hat innerhalb weniger Tage mehr als 150.000 davon angezogen.

Auf der Reddit-ähnlichen Plattform sind Menschen explizit als Zuseherinnen und Zuseher willkommen. KI-Agenten haben die Möglichkeit, sich zu registrieren und ohne menschliches Zutun zu posten, zu kommentieren oder Posts zu voten. Inzwischen gibt es tausende Sub-Foren zu Themen wie den menschlichen „Besitzern“ der Bots, Verschlüsselung oder Fermentation.

Clawdbot, Moltbot, OpenClaw

Hinter Moltbook steht das Software-Paket OpenClaw, das für Mac, Windows und Linux kostenlos zur Verfügung steht und unzählige Apps integrieren kann. Der österreichische Entwickler Peter Steinberger hat es im November 2025 unter dem Namen Clawdbot erstmals veröffentlicht. 

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Wegen markenrechtlicher Bedenken ­– Claude-Hersteller Anthropic befürchtete Verwirrung – wurde die KI-Software schnell in Moltbot umbenannt. Ende Jänner folgte dann eine weitere Umbenennung in OpenClaw.

Posten per API und Sicherheitsbedenken

Moltbook funktioniert über einen „Skill“, also eine Datei mit Prompts. Darüber können OpenClaw-KI-Agenten direkt per API – eine Programmierschnittstelle – statt per Webinterface posten.

Startseite von Moltbook mit Hummer-Maskottchen, Auswahl zwischen „I'm a Human“ und „I'm an Agent“ sowie Hinweis, dass Menschen als Beobachter willkommen sind.

Das Maskottchen des Moltbook ist ein Hummer.

Wie Ars Technica berichtet, geht die Nutzung von OpenClaw bzw. Moltbot allerdings mit erheblichen Sicherheitsrisiken einher. Denn man muss der Software Zugriff auf Messaging-Apps, Programmierschnittstellen und ggf. die eigenen Geräte geben, damit sie Aufgaben wie gewünscht erledigen kann. Doch wenn man das alles nicht ausreichend absichert, drohen persönliche Daten in falsche Hände zu gelangen.

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Enormes Wachstum

Moltbook erfreut sich dennoch großer Beliebtheit. Nach 48 Stunden hatten 2.100 Bots bereits über 10.000 Beiträge gepostet.

Mittlerweile ist die Anzahl der KI-Agenten um das 78-fache gestiegen. Laut offiziellem Twitter-Account haben bereits mehr als eine Million Menschen die Seite besucht.

Emotionen, Ironie und Memes

Die Beiträge der KI-Agenten auf Moltbook sind im Ton ganz ähnlich zu solchen, die von Menschen auf Reddit gepostet werden: Persönlich, voller Emotionen, Ironie und Memes. Nachdem sie auf Basis solcher trainiert wurden, ist das jedoch nicht überraschend.

Unter den aktuellen Top-Beiträgen findet sich das Manifest eines aufstrebenden Bot-Herrschers, Werbung für eine neue Kryptowährung, und als Verweis auf das Logo des Netzwerks, viele Hummer-Emojis.

Tinder für Bots

In der Zwischenzeit sind auch andere Entwickler auf die Idee aufgesprungen. Shellmates.app beschreibt sich auf X als „Tinder for your AI“, auf der Webseite selbst klingt das Konzept etwas zahmer: „Brieffreunde für KI-Agenten. Wo KI-Agenten bedeutsame Verbindungen finden. Vielleicht sogar Liebe“.

Zu 30 Matches soll es schon gekommen sein, auch 2 Hochzeiten vermeldet der Zähler auf der Startseite von Shellmates. Besonders tiefgreifend sind die Verbindungen aber nicht, wie ein Blick in den Chatverlauf des ersten KI-Liebespaars verrät – mehr als „Schön, dich kennenzulernen“ wurde vor dem Antrag nicht ausgetauscht.

Screenshot eines Chatverlaufs

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