China will Stealth-Drohnen von mysteriösem Frachtschiff starten
Erst am ersten Weihnachtsfeiertag tauchten Bilder eines mysteriösen chinesischen Frachtschiffs auf, das mit 60 Senkrechtstartanlagen für Raketen ausgestattet wurde. Die Abschusszellen wurden dabei in Containern "versteckt", die auf dem Deck des Schiffes platziert wurden. Die Bewaffnung war dabei so übertrieben, dass manche sogar vermuten, dass es sich um ein Filmrequisit handeln könnte.
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Stealth-Drohnen statt Raketenstartanlagen
Nun wurde dasselbe Schiff mit Stealth-Drohnen oder zumindest Drohnen-Modellen an Bord gesichtet, wie The War Zone berichtet. Dafür mussten allerdings die meisten Container mit den Raketenstartanlagen weichen. Anstatt 15 Container mit jeweils 4 Anlagen befinden sich nur noch 6 Container auf dem Schiff. Die restlichen Container wurden gestrichen, denn der Platz wurde offenbar für das elektromagnetische Flugzeugstartsystem benötigt (EMALS).
Das Containerschiff mit Drohnen.
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Bei einem EMALS (Electromagnetic Aircraft Launch System) handelt es sich um ein Flugzeugkatapult, das den Startschlitten durch einen Induktionsmotor anstelle von Hochdruckdampf antreibt. Dadurch können Flugzeuge von extrem kurzen Pisten aus starten.
Modulares EMALS
Das Besondere am EMALS auf dem Containerschiff ist, dass es modular ist. Es besteht aus einzelnen Teilen, die auf 4 8-rädrigen Lkw montiert sind. Die Lkw stehen dicht hintereinander, sodass eine durchgehende Startbahn entsteht.
Es ist allerdings noch unklar, ob es sich bei dem Aufbau wirklich um ein EMALS handelt. Es könnte sich auch nur um eine Transportkonstruktion für Drohnen handeln. Aufwändige Elektrik und der zylinderartige Unterbau der flachen Oberfläche sprechen aber dagegen. Auch die durchgehende Rinne der Startbahn, in der sich der Startschlitten befinden könnte, spricht für eine Startkonstruktion.
Ein angeblicher EMALS-Lkw.
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Ein ähnliches Konzept eines modularen EMALS wurde diesen Sommer vom chinesischen Unternehmen Tiantao Technology vorgestellt. Wie ein Rendering zeigt, besteht dieses aber aus 4 jeweils 10-rädrigen Abschnitten. Ob es sich bei den 8-rädrigen Lkw um eine Adaption oder eine frühe Entwicklungsstufe handelt, ist unbekannt.
Das mobile EMALS von Tiantao Technology.
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Echte Drohne oder nur Modell?
Unklar ist auch, um welche Drohne bzw. maßstabsgetreues Mock-up es sich genau handeln könnte. Der Aufbau des vorderen Fahrwerks mit einer Stange, die sich nach unten mit der Oberfläche des Trucks verbinden lässt, lässt aber vermuten, dass es sich dabei um eine Drohne handelt, die explizit mit einem Flugzeugkatapult gestartet werden kann.
Das Fahrwerk der Drohne.
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Nur Start, keine Landung
Das mobile EMALS ist nur zum Starten der Drohne gedacht. Eine Landung auf dem Schiff wäre damit nicht möglich. Daher ist das System nur für Drohnen geeignet, die entweder nicht zurückkehren (Kamikazedrohnen) oder mit einem Fallschirm im Meer landen können und später herausgefischt und wiederverwendet werden.
Der Vorteil ist jedoch, dass damit auch Schiffe mit einem EMALS ausgestattet werden können, die eigentlich nicht dafür gebaut wurden. Die Fragen, die offen bleiben, sind: Wie funktioniert so ein System auf einem schaukelnden Schiff? Wie schwer darf die Drohne sein, die es starten kann? Und wie viel Energie ist nötig, um eine Drohne zu starten? Und handelt es sich um ein einsatzfähiges System oder nur um einen Prototyp?