Digital Life

Notebook-Hersteller verkauft seine Geräte mit Fake-CPUs

Die Marken Chuwi und Ninkear waren bei uns bisher eher unbekannt. Ein Skandal, in den die beiden chinesischen Hardware-Hersteller verwickelt sind, könnte dies nun ändern.

Wie Notebookcheck herausgefunden hat, enthalten manche ihrer Laptops nicht den beworbenen AMD Ryzen 5 7430U, sondern den schwächeren Ryzen 5 5500U-Prozessor. Besonders dreist: Offenbar wurde das BIOS modifiziert, um dies zu verschleiern. 

Chuwi CoreBook X und CoreBook Plus

Die betroffenen Laptops kosten bloß um die 400 Euro – via Ali Express sogar noch weniger. Höchste Qualität und High-End-Hardware erwartet man sich bei so einem Preis schon gar nicht. Dennoch würde man sich zunächst darauf verlassen, dass auch drin ist, was draufsteht.

Nach Berichten auf Reddit, dass es sich beim Chuwi CoreBook X um eine Mogelpackung handeln könnte, schaute das Team von Notebookcheck dem Gerät unter die Haube. Auf dem Chip ist die sogenannte OPN (Ordering Part Number) eingraviert – und diese konnte eindeutig dem älteren Prozessor AMD Ryzen 5 5500U zugeordnet werden. 

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Laut Notebookcheck forderte Chuwi das Medium wiederholt auf, den Artikel mit der Enthüllung offline zu nehmen – stattdessen zerlegte die Redaktion ein weiteres Gerät des Herstellers. Das CoreBook Plus trug einen Aufkleber, der auf einen Prozessor der Serie Ryzen 5 7000 hinweist. Doch auch hier verriet die OPN-Nummer am Chip, dass in Wahrheit ein älterer Ryzen 5 5500U verbaut ist.

Ninkear A15 Pro

Vergangene Woche stellte sich dann heraus, dass eine weitere chinesische Laptop-Marke betroffen ist. Der A15 Pro von Ninkear wird ebenfalls mit dem Ryzen 5 7430U beworben, auch im Taskmanager und im BIOS wird der Prozessor als solcher angezeigt.

Einmal aufgeschraubt wird klar: Auch hier ist insgeheim ein um Jahre älterer Ryzen 5 5500U im Einsatz. Offenbar ist der Etikettenschwindel hier begrenzt, nicht alle Chargen sind betroffen. Ninkear erklärte gegenüber Notebookcheck, den Vorfall untersuchen zu wollen.

Auftragsfertiger in Shenzhen

Notebookcheck fiel eine Parallele zwischen den betroffenen Geräten auf: Alle wurden sie vom Auftragsfertiger Emdoor Digital in Shenzhen gebaut. Inzwischen seien bei vielen Händlern die Produktbeschreibungen der entsprechenden Geräte verändert worden.

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Chip-Hersteller AMD hat mittlerweile bekanntgegeben, mit der Mogelei nichts zu tun zu haben. Es sei gegen die Markenrichtlinien, Produkte irreführend kennzuzeichnen. 

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