Digital Life

Hacker verstecken Schadsoftware in Anime-Mädchen-Wallpaper

Beliebte Anime-Wallpapers schmücken viele Desktops und Handys. Kaspersky warnt nun, dass Hacker in manchen dieser Kunstwerke Schadsoftware versteckt haben. Die Wallpaper würden über Steam Wallpaper Engine angeboten und harmlos wirken. Am Gerät heruntergeladen, können sie dann unbemerkt Malware installieren.

Kaspersky sagt, dass belastete Wallpaper auf Tausenden Geräten gelandet seien. Screenshots von betroffenen Produkten, die Kaspersky geteilt hat, zeigen Anime-Mädchen mit roten Wangen und süßen Gesichtern.

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Ransomware in animierten Hintergründen

Bei Steam kann man nicht nur Bilder in herkömmlichen Bildformaten herunterladen, sondern auch in animierten und interaktiven Varianten. „Die anwendungsbasierte Hintergrundbildfunktion ermöglicht es, ausführbare Programme direkt auf dem Windows-Computer eines Benutzers auszuführen, wodurch Angreifer Schadsoftware unter dem Deckmantel legitimer Inhalte verbreiten können“, erklärt Kaspersky. Sogar Ransomware soll darunter sein.

Die Angreifer sollen in erster Linie auf den Diebstahl von Steam-Konten abzielen. In wie vielen Wallpapers sich die Schadsoftware tatsächlich versteckt, ist unklar. Die Angreifer haben die Schaddateien bisher entweder in Hintergrundbildpaketen integriert oder in passwortgeschützten Archiven versteckt und die Passwörter in den Archivnamen oder Konfigurationsdateien eingebettet. Ein mitgeliefertes Programm installiert damit automatisch die Schadsoftware.

„Eine der im Dezember 2025 entdeckten schädlichen Wallpaper-Proben schien beispielsweise zunächst legitim zu funktionieren und startete ein eingebettetes Desktop-Spiel ohne sichtbare Anzeichen einer Kompromittierung“, teilt Kaspersky mit. „Im Hintergrund setzte das Wallpaper jedoch die DarkKomet-Backdoor ein und installierte eine modifizierte Bibliothek, die auf Steam-Benutzer abzielte: Sie sammelte Kontoinformationen und übernahm aktive Steam-Sitzungen.“

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Ausmaß noch unklar

Zielscheibe wurden bisher überwiegend Steam-Nutzer aus China und Russland. Aber die Schadsoftware dürfte auch auf den Geräten von Nutzern aus Singapur, Hongkong, Deutschland, Vietnam, Indien und Kanada gelandet sein. Als Drahtzieher vermutet Kaspersky mehrere einzelne Hacker, die damit verschiedene Ziele verfolgen.

Valve hat betroffene Wallpaper entfernt, nachdem es von Kaspersky darüber informiert wurde. Betroffen sind keine normalen Bild-Wallpaper, sondern Application-Wallpapers, die man extra installieren muss. Wer die Wallpaper Engine nutzt, sollte sicherheitshalber einen Virenscan durchführen und nachsehen, ob er in letzter Zeit neue Application-Wallpapers installiert hat.

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