Instagram verspricht, gegen „Perversling-Brillen“ vorzugehen
Smart Glasses wie die Meta Ray-Ban oder Oakley werden im englischsprachigen Raum schon als „Perversling-Brillen“ („Pervert Glasses“) bezeichnet. Grund für den wenig schmeichelnden Spitznamen ist, dass zahlreiche Nutzer damit heimlich Videos von Fremden ohne deren Wissen aufnehmen und ins Internet stellen.
Meta selbst will offenbar dagegen vorgehen: In einer Story versprach Instagram-Chef Adam Mosseri kürzlich, dass die Plattform künftig fragwürdige Aufnahmen löschen will: „Wenn ihr Beiträge postet, in denen andere ausgenutzt oder belästigt werden, wie beispielsweise diese vielen Anmachvideos, dann werden wir diese Inhalte entfernen“, sagte Mosseri laut Business Insider vergangene Woche. „Wir wollen nicht, dass Leute heimlich Videos von anderen aufnehmen, sie belästigen und diese dann auf unserer Plattform veröffentlichen. Deshalb versuchen wir, dem mit allen Mitteln entgegenzuwirken.“
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Noch immer zahlreiche Videos
Videos, die zeigen, wie andere mit Meta-Brillen belästigt oder hereingelegt werden, florieren auf Plattformen wie Instagram. Laut Business Insider wurden bereits einige bekannte Accounts, die Frauen in der Öffentlichkeit filmen, deaktiviert. Instagram bestätigte dem Medium, dass die Accounts wegen Belästigungsvideos gesperrt wurden. Die Instagram-Suche brachte bei einem Test der futurezone aber noch immer eine sehr große Menge derartiger Videos zum Vorschein.
Am 24.07.2026 ergab eine kurze Instagram-Suche noch immer eine große Menge von heimlich aufgenommenen Anmachvideos.
© futurezone
Durch ein Software-Update verhindern Meta-Brillen seit Kurzem zumindest, dass man damit Videos aufnehmen kann, wenn die blau leuchtenden Aufnahme-Lichter in den oberen Ecken der Brillen überdeckt wurden. Wie Engadget berichtet, habe diese Ankündigung aber bereits dazu geführt, dass sich Nutzer vermehrt darüber austauschen, wie man diese Schutzmechanismen durch Jailbreaking aushebeln kann.
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Die amerikanische Tech-Journalistin Joanna Stern beauftragte etwa einen anonymen Anbieter auf Facebook Marketplace, die Lichter auszubauen. Meta selbst teilte ihr dann in einem Statement mit, dass man „aggressiv“ gegen Anbieter solcher Services vorgehen würde. Sogar mit rechtlichen Schritten würde man drohen.
Mosseri bemüht sich um Brillen-Image
Mit seinem Versprechen auf die Löschung von Belästigungs-Videos bemüht sich Mosseri wohl in erster Linie um Schadensbegrenzung für ein anderes Produkt aus dem Hause Meta. Ob es bei einem bloßen Lippenbekenntnis bleibt oder ob der Tech-Konzern künftig tatsächlich härter gegen derartige Videos und ihre Ersteller vorgeht, wird sich erst zeigen. Bis jetzt wurden offenbar noch nicht genug Maßnahmen getroffen, um die Flut derartiger Videos zu stoppen.