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Was „Stranger Things“ mit Quantenphysik zu tun hat

Als „Stranger Things“ im Sommer 2016 Premiere auf Netflix feierte, war der riesige Erfolg der Retro-Science-Fiction-Horror-Serie noch nicht abzusehen. Vor einigen Wochen lief nun die 5. und letzte Staffel an. 

Am 25. Dezember erscheinen 3 Folgen, an Silvester wird das Finale ausgestrahlt. Die Fachzeitschrift Nature hat das zum Anlass genommen, die Welt von „Stranger Things“ von theoretischen Physikern einordnen zu lassen.

Quantenphysik und die Many-Worlds-Interpretation

Demogorgons und Els paranormale Fähigkeiten entstammen klar dem Reich der Fantasie. Doch das Konzept, das der Welt um Hawkins zugrunde liegt, geht auf eine tatsächliche wissenschaftliche Theorie zurück. 

In der Quantenphysik scheinen 2 Zustände gleichzeitig möglich – Schrödingers berühmte Katze ist zur selben Zeit lebendig und tot. In der sogenannten Kopenhagener Deutung dieser Situation wird davon ausgegangen, dass dies durch einen verschwommenen Quantenzustand möglich ist. Erst zum Zeitpunkt der Beobachtung bzw. Messung tritt plötzlich einer der beiden definitiven Zustände ein.

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Die sogenannte Many-Worlds-Interpretation (Viele-Welten-Interpretation) dagegen nimmt an, dass tatsächlich beide Zustände gleichzeitig vorhanden sind – in 2 verschiedenen Welten. Die unzähligen Quantenzustände aller Teilchen der Welt erzeugen demnach eine unendliche Anzahl von Universen.

Parallelwelt Upside Down

Und genau darauf bezieht sich die Parallelwelt des „Upside Down“ in Stranger Things. Die Theorie, die auf den Physiker Hugh Everett zurückgeht, wird in der 1. Staffel sogar direkt erwähnt.

Die Many-Worlds-Interpretation ist laut Nature unter Physikerinnen und Physikern umstritten, denn sie lässt sich nicht beweisen oder falsifizieren. Doch selbst jene Wissenschaftler, die sie für die beste Erklärung halten, betonen, dass die parallelen Welten nicht so unterschiedlich aussehen könnten wie in Stranger Things. 

Portale unmöglich

„Sie haben die selben physikalischen Gesetze und die selben Leute, es ist nicht so dramatisch verschieden“, wird Sean Carroll von der Johns Hopkins University in Nature zitiert. Die Gesetze der Physik würden außerdem verbieten, zwischen den verschiedenen Welten zu wechseln, wie es die Heldinnen und Helden von Stranger Things tun. „Es ist quasi unmöglich, dass etwas, das in der einen Welt passiert, Einfluss auf eine andere Welt hat – erst recht eine Person, die hin und her geht“, so Carroll weiter. 

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Angesprochen auf die Parallelwelten in Stranger Things, erklärte der theoretische Physiker Brian Greene 2016 gegenüber Popular Science, dass andere Welten der Quantenmechanik sich nicht im Raum befinden, wie wir ihn auffassen: „Sie wären eine andere Welt, eine andere Version dieses Ortes, die sich in keinem räumlich-zeitlichen Sinne mit ihm überschneiden würde. Es ist nicht so, als gäbe es eine höherdimensionale Geometrie, in der alle Quantenwelten existieren.“ Stattdessen sei jede dieser Welten eine mathematische Einheit, die in einem abstrakteren mathematischen Zustand existiert.

„Falsche Planck-Konstante

Die Many-Worlds-Interpretation ist bei Weitem nicht das einzige quantenphysikalische Konzept, das Stranger Things aufgreift. In der dritten Staffel zum Beispiel nutzen Dustin und seine Freundin Suzie die Planck-Konstante als Code

Dabei handelt es sich um das Verhältnis von Energie und Frequenz eines Photons. Es ist mit einem exakten Wert angegeben – ähnlich wie die Lichtgeschwindigkeit oder die Schwerkraft. Einem Forschungsteam am US-amerikanischen National Institute of Standards and Technology (NIST) war damit allerdings eine Ungereimtheit in der Serie aufgefallen: 1985, also in dem Jahr, in dem die Staffel spielt, wurde die Planck-Konstante mit 6.626176 x 10^-34 J angenommen. Dustin sagte seiner Freundin allerdings den Wert an, der im Jahr 2014 galt: 6.62607004 x 10^-34 J s. 

Ben Stein vom NIST erklärte 2019 gegenüber Yahoo: „Soweit wir wissen, ist der eigentliche ‚wahre‘ Wert der Konstante während der ganzen Geschichte unseres Universums gleichgeblieben. Nur haben wir als Menschen immer bessere Messungen davon vorgenommen.“

Easter Egg in der Google Suche

Übrigens ist auch Google auf den Stranger-Things-Hype aufgesprungen: Wenn man derzeit in Chrome nach dem Titel der Serie sucht, erscheint ein D20. Das ist ein 20-seitiger Würfel, wie er beim Dungeons-and-Dragons-Spiel verwendet wird, das die Stranger-Things-Burschen so gerne spielen.

Wenn man eine 1 würfelt, landet man in der Google-Suche im "Upside Down"

Klickt man darauf, landet man im Upside-Down: Die Suchergebnisse stehen plötzlich am Kopf und es fliegen die charakteristischen weißen Flocken über den Bildschirm.

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