Netzpolitik

Millionen Datensätze von Österreichern im Darknet aufgetaucht

Im Darknet sind sind Datensätze aus zwei unterschiedlichen Quellen aufgetaucht. Darin sollen sich Daten von mehreren Millionen Österreichern befinden und unter anderem Informationen zu Adressen, Telefonnummern und Kontodaten beinhalten. Die NEOS haben diesbezüglich eine Sachverhaltsdarstellung eingebracht.

Konkret spricht der NEOS-Abgeordneten Douglas Hoyos von zwei unterschiedlichen Fällen. Bei dem einen gestern bekannt gewordenen geht es immerhin um neun Millionen Datensätze, davon fünf Millionen mit Adressen. Diese dürften aus der GIS (Gebühren-Info-Service) kommen, könnten aber ursprünglich aus dem zentralen Melderegister stammen, vermutet Hoyos.

Datenschutzseminar für Regierung gefordert

Im zweiten Fall geht es um Dokumente, die schon seit über einem Jahr im Darknet verfügbar und den Behörden vermutlich nicht bekannt seien. Hier könnte es einen Zusammenhang mit dem umstrittenen „Ergänzungsregister“ auf der Seite des Wirtschaftsministeriums geben.

Hoyos forderte nun in einer Pressekonferenz Donnerstagvormittag alle Einrichtungen des Bundes auf einmal nachzuprüfen, ob aus ihrem Bereich in den vergangenen Jahren Daten abgesaugt worden seien. Die Regierung wiederum sollte bei ihrer nächsten Klausur ein Seminar zum Thema Datenschutz abhalten, damit wenigstens ein Grundverständnis für das Thema entstehe.

Daten kommen nicht aus dem Innenministerium

Insgesamt wird seitens der NEOS kritisiert, dass trotz aller Datenlecks von der Regierung keine entsprechenden Aktivitäten entfaltet werden. So sei zwar eine Taskforce eingerichtet worden, seither habe man von dieser aber nichts mehr gehört, ärgerte sich Klubvize Nikolaus Scherak.

Aus dem Innenministerium hieß es indes, man könne ausschließen, dass die Daten aus dem eigenen Verfügungsbereich gekommen sind. Auch das Wirtschaftsministerium betonte, „dass es sich weder um ein Datenleck noch um Datenklau handelt“. Gemeinsam mit dem Justizressort werde man eine Task Force auf Expertenebene einrichten, um die Register zu durchleuchten sowie Transparenz und Datenschutz zu vereinbaren.

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