Netzpolitik

Mitarbeiter sehen alles: Sammelklage wegen Meta Smart Glasses

Kürzlich deckte eine Recherche von schwedischen Journalisten auf, dass Datenarbeiter in Kenia intimste Einblicke in die Videofeeds bekommen, die Nutzer mit Ray-Ban- oder Oakley-Brillen von Meta aufzeichnen. Die Mitarbeiter einer Datenannotationsfirma sehen demnach sogar, wie Menschen auf die Toilette gehen oder sich ausziehen. Gesichter von Personen seien klar erkennbar.

Die Recherche sorgt bei manchen Nutzern nun für große Irritation. 2 von ihnen sehen durch die jüngsten Enthüllungen die Versprechen von Meta, ihre Privatsphäre zu wahren, verletzt. Sie haben sich deshalb zu einer Sammelklage zusammengeschlossen, die eine Anwaltskanzlei am Mittwoch beim Bundesgericht in San Francisco in ihrem Namen eingebracht hat.

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Falsche Werbeversprechen

„Kein vernünftiger Verbraucher würde Aussagen wie ‚für Ihre Privatsphäre entwickelt, von Ihnen kontrolliert‘ oder ähnliche Versprechen wie ‚für Ihre Privatsphäre gebaut‘ so verstehen, dass zutiefst persönliche Aufnahmen aus den eigenen 4 Wänden von menschlichen Arbeitern im Ausland angesehen und katalogisiert würden“, heißt es in der Klage, berichtet Futurism.

Bisher haben sich 2 Betroffene der Klage angeschlossen, die in verschiedenen US-Bundesstaaten leben. Sie werfen Meta falsche Werbeversprechen vor und geben an, von der Nutzung des durch die Brillen entstandenen Materials durch externe Personen nichts gewusst zu haben.

Meta schweigt zur Klage

Die Kläger fordern Schadenersatz und eine einstweilige Verfügung. Engadget fragte Meta um eine Stellungnahme. Das Unternehmen wollte sich zu den Anschuldigungen jedoch nicht äußern. Es erklärte lediglich, dass Aufnahmen – „wie bei vielen anderen Firmen“ – manchmal von Vertragspartnern gesichtet würden. Menschliche Prüfer werden in den Nutzungsbedingungen der Meta-Brillen jedoch nicht ausdrücklich erwähnt.

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„Die nicht offengelegte manuelle Überprüfungsmethode führt dazu, dass die Datenschutzfunktionen der Meta-AI-Brillen irreführend dargestellt werden, verwandelt das Produkt von einem persönlichen Gerät in ein Überwachungsinstrument und setzt Verbraucher unzumutbaren Risiken wie Persönlichkeitsverletzungen, seelischer Belastung und Stalking aus“, heißt es in der Klage.

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