Nothing Phone (4a) im Test: Günstig und so gut wie es aussieht
Der Vorwurf, dass alle Smartphones seit Jahren ähnlich fad aussehen, trifft auf viele Hersteller zu - auf Nothing aber absolut nicht. Seit das erste Nothing-Phone 2021 erschienen ist, steht der britische Hersteller für ein unverkennbares Design.
Gleichzeitig sind die Nothing-Phones für ihre leistbaren Preise bekannt. Das kommt nicht von ungefähr. Denn der 36-jährige Nothing-Gründer Carl Pei hat bereits 2013 den Smartphone-Hersteller OnePlus gegründet, der damals mit preiswerten Geräten unter dem Slogan "Flagship-Killer" angetreten ist.
Mit dem Nothing Phone (4a) geht nun ein weiteres Smartphone an den Start, das mit einer vergleichsweise hochwertigen Ausstattung zu einem relativ niedrigen Preis angeboten wird. Ich habe das neue Nothing-Handy bereits in den vergangenen Wochen ausprobieren können.
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Ein Designerstück
Ich liebe es, wenn Geräte und Software wie aus einem Guss sind. Also wenn viel Kleinarbeit in das Design gesteckt wird, auf kleine Details geachtet wird und wenn sich der Look von der breiten Masse abhebt, weil sich jemand tatsächlich Gedanken gemacht hat.
All das trifft auf das Nothing Phone (4a) zu. Natürlich ist das Design immer eine Geschmackssache. Nothing bleibt aber jedenfalls seinen Design-Prinzipien treu und setzt beispielsweise weiterhin auf eine transparente Rückseite.
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Praktische Lichtshow
Auch die Lichtshow der Handy-Rückseite ist wieder vorhanden. Statt auf lose verteilte LEDs zu setzen, hat Nothing die LEDs beim Phone (4a) in eine LED-Leiste gepackt. Die so genannte Glyph-Bar befindet sich direkt neben der Kamera und kann etwa eingehende Anrufe und Nachrichten signalisieren. Je nachdem, wer anruft, kann das Leuchten der LEDs eingestellt werden.
Das erinnert mich direkt an die Notification-LED, mit der vor vielen Jahren nahezu jedes Android-Handy ausgestattet war. Aus unerklärlichen Gründen ist dieses zweckmäßige Feature irgendwann verschwunden. Das Nothing Phone (4a) hat mir gezeigt, wie praktisch eine solch dezente Anzeige im Alltag ist.
Technische Spezifikationen
Nothing Phone (4a)
- Maße und Gewicht: 163,95 x 77,57 x 8,55 Millimeter, 204,5 Gramm
- Display: 6,78 Zoll AMOLED, 30 bis 120 Hz adaptiv, 1.224 x 2.720 Pixel (440 ppi), Corning Gorilla Glass 7i, 800 nits typ, 1.600 nits HBM, 4.500 nits peak
- Kamera:
- 50 MP Hauptkamera: f/1.88, 1/1.57", PDAF, OIS, Samsung GN9 Sensor
- 50 MP Teleobjektiv mit 3x optischen Zoom: f/2.88, 1/2.75", PDAF, OIS, Samsung JN5 Sensor
- 8 MP Ultraweitwinkel: f/2.2
- Video: 4K@30fps, 1080p@60fps
- Selfie-Kamera: 32 MP, f/2.2, 1/3.42"
- Prozessor: Qualcomm Snapdragon 7s Gen 4 (4 nm)
- Speicher: 8/128GB, 8/256GB, 12/256GB; UFS 3.1
- Akku: 5.080 mAh, 50 Watt Fast Charging, kein kabelloses Laden
- Software: Android 16, Nothing OS 4.1, 3 Jahre Android-Updates, 6 Jahre Sicherheitsupdates
- Sonstiges: Glyph Bar, NFC, Wi-Fi 6, Bluetooth 5.4, keine eSIM, Stereo-Lautsprecher, IP64-Wasser- und Staubschutz
- Farben: Weiß, Schwarz, Blau, Pink
- Preis: ab 349 Euro
Kamera und Fotoqualität
Trotz des geringen Preises von unter 350 Euro gibt es ein Teleobjektiv mit einem 3,5-fachen optischen Zoom. Für diesen Preisbereich ist das eine beachtliche Ansage, bei der die allermeisten Konkurrenzgeräte nicht mithalten können.
Man wird jedoch recht schnell feststellen, dass die Qualität der Tele-Kamera nicht mit den Zoom-Kameras der 1.000-Euro-Spitzenmodelle mithalten kann. Die gezoomten Bilder brauchen sich aber trotzdem nicht verstecken und können sich auf alle Fälle sehen lassen. Dasselbe gilt für den 8-MP-Weitwinkel und die 50-MP-Hauptkamera.
Alles in allem ist die Kameraqualität beim Nothing Phone (4a) für den Preisbereich von 350 Euro bemerkenswert gut. Es lassen sich sowohl bei Tag als auch bei Nacht sowie bei anderweitig schwierigen Lichtverhältnissen hochwertige Bilder aufnehmen.
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Display, Chip und User-Interface
Neben der Kamera können auch das 6,78 Zoll große AMOLED-Display und der Snapdragon 7s Gen 4 überzeugen. Sowohl der Bildschirm als auch der Prozessor sind in dieser Preisklasse ebenso keine Selbstverständlichkeit und stellen eine positive Ausnahme dar.
Spannend wird es wieder beim Betriebssystem. Das Nothing Phone (4a) läuft unter Android 16 und dem hauseigenen User-Interface Nothing OS 4.1. Der Hersteller verspricht 3 Jahre OS-Upgrades und 6 Jahre Sicherheits-Updates.
Es klingt ja fast schon plump, aber auch das Nothing OS 4.1 hat mich im Alltag überzeugt. Das minimalistische Design der Benutzeroberfläche trifft genau meinen Geschmack. Normalerweise schrecke ich vor den Hersteller-Apps für Wetter oder Ähnliches zurück. Bei Nothing ist es genau umgekehrt, weil mir der Look einfach derart zusagt.
Screenshot vom Nothing Phone (4a)
© Florian Christof
Einschränkungen und Akku
Der geringe Preis sorgt dann aber doch für einige Einschränkungen, die mich ziemlich stören. So kann das Nothing Phone (4a) nicht mit einer eSIM verwendet werden. Es ist nur mit einer physischen SIM-Karte zu verwenden. Außerdem kann der Akku nicht kabellos geladen werden.
Dafür gibt es beim Akku sonst nichts auszusetzen. Bei der in Österreich verkauften Version kommt er auf eine Kapazität von 5.080 mAh und kann kabelgebunden mit maximal 50 Watt aufgeladen werden. Bei der Akkulaufzeit fällt das Nothing Phone (4a) weder positiv noch negativ auf und liegt im Mittelfeld.
Screenshot vom Nothing Phone (4a)
© Florian Christof
Essential-Space und KI-Funktionen
Wo das Mittelklasse-Handy ebenso im Mittelfeld liegt, sind die KI-Funktionen. Beispielsweise gibt es keinen KI-Editor für Fotos und kein automatisches Transkribieren von Audioaufzeichnungen. Nothing spricht stattdessen von einer ChatGPT-Integration. Vielmehr als ein Shortcut zur ChatGPT-App ist das aber leider nicht.
Praktisch hingegen ist die so genannte Essential-Taste, die sich auf der gegenüberliegenden Seite des Power-Buttons befindet. Schaut man sich beispielsweise gerade eine Webseite oder ein Instagram-Posting an, wird durch Drücken der Essential-Taste ein Screenshot aufgenommen.
Der Screenshot kann mit Notizen angereichert werden und wandert anschließend in den so genannten Essential-Space. Das ist eine App, in der derartige Erinnerungen, Notizen, Screenshots, Tonaufnahmen und Ähnliches strukturiert gesammelt werden. Mithilfe von KI lässt sich dort Ordnung halten sowie Inhalte analysieren.
Die Essential-Taste gepaart mit dem Essential-Space und dem dortigen Überblick über Notizen, ist unheimlich praktisch. Im Gegensatz zum bloßen Aufnehmen von Screenshots bietet der Essential-Space einen zweckmäßigen Mehrwert. Der große Nachteil daran: Der Essential-Space ist nur über das Nothing-Phone erreichbar und die Inhalte lassen sich nicht exportieren.
Das Nothing Phone (4a) und die Nothing Headphone (a)
© Gregor Gruber
Fazit
Das Nothing Phone (4a) ist das Smartphone, das sich all jene ansehen sollten, die nicht allzu viel Geld für ein neues Handy ausgeben wollen. Der britische Hersteller schafft es, mit einer überraschend umfangreichen und hochwertigen Ausstattung zu einem niedrigen Preis, die Konkurrenz unter Druck zu setzen.
Außerdem gelingt es Nothing durch großartige Design-Elemente und raffinierte Funktionen seinen Smartphones ein exklusives Feeling zu verleihen. Dadurch wird es leichter, über die eine oder andere Schwäche hinwegzusehen. Unterm Strich ist das Nothing Phone (4a) ein absolut empfehlenswertes Smartphone in dieser Preisklasse. Das Handy kostet 349 Euro.