Science

Corona-Tests: Gurgeln ist präziser als Nasebohren

Eine neue österreichische Studie hat untersucht, wie gut anteriore nasale Abstriche (AN) bei den Coronatests sind. Das sind jene Abstriche, die im vorderen Bereich der Nase abgenommen werden und künftig an Schulen zum Testen eingesetzt werden. Mit einem Stäbchen wird dabei zirka 1,5 cm in beiden Nasenlöchern 15 Sekunden lang kreisförmig entlang der Naseninnenseite herumgefahren.

Anders ist das bei sogenannten nasopharyngealen Abstrichen (NP), bei denen die Staberl weitaus tiefer in den Nasen-Rachen-Raum geschoben werden. Dies sind die klassischen Antigen-Schnelltests, die in Teststraßen zum Einsatz kommen. An Schulen gab es zudem eine Studie mit PCR-Gurgeltests.

PCR-Tests wesentlich besser

Bei der Studie wurden die Methoden nun miteinander verglichen. Das Ergebnis: Die Gesamtsensitivität lag bei den Nasentests, also den AN- und NP-Tests, etwa gleich auf, egal, wie tief das Staberl in die Nase gesteckt wurde. Im Vergleich mit den PCR-Gurgeltests zeigte sich aber ein massiver Unterschied: Die Sensitivität der Nasentests aus dem vorderen Bereich lag im Vergleich zu den PCR-Gurgeltests nur bei 56,3 Prozent.

Bei den Nasentests, die jetzt an den Schulen zum Testen zum Einsatz kommen sollen, betrug die Genauigkeit bei nicht symptomatischen Personen nur 40,7 Prozent. Bei Menschen, die zum Zeitpunkt des Tests leichte Symptome hatten, lag sie bei 75,9 Prozent und bei Menschen, die mit Covid-19 im Krankenhaus lagen, konnte man damit zu 93 Prozent Covid-19 nachweisen. Das bedeutet, dass die AN-Tests vor allem jene Personen gut erkennen können, bei denen es bereits leichte oder schwere Symptome gibt - und bei Menschen, die symptomlos sind, eine extrem hohe Fehlerquote aufweisen.

"Kein Beleg für Nicht-Infektiosität"

Die AGES schließt dennoch aus der Studie, dass die AN-Abstriche eine „ausreichend sensitive Alternative zu Gurgeltests“ seien, heißt es in dem Studienbericht. Die AGES hatte die Studie gemeinsam mit der Klinik Favoriten durchgeführt - und zwar sowohl bei Massentests, als auch in der Klinik bei hospitalisierten Personen.

„Negative Testresultate bei Antigen-Schnelltests und Abstrichen aus dem vorderen Nasenraum sollten nicht fälschlich als Beleg für gesicherte Nicht-Infektiosität angesehen werden. Gerade bei asymptomatischen Personen werden viele Infektionen nicht erkannt“, räumt die AGES allerdings ein. Die PCR-Gurgeltests an Schulen, mit denen im November 2020 rund 1,5 Prozent der Infektionen festgestellt worden waren, werden allerdings derzeit nicht mehr weitergeführt.

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