So sieht Wien über die Tessera-Website aus

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© University of Cambridge/Tessera
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Science

Neues KI-Modell "Tessera" macht Satellitendaten zugänglich

Das von der ESA betriebene europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus ist aus vielen Gründen eines der besten der Welt. Ein großer Vorteil ist, dass alle Daten kostenlos für jeden abrufbar sind. Doch lange Zeit war die Hürde vor allem eine technische. Die Rohdaten sind nicht nur sehr groß und brauchen demnach viel Rechenleistung, sie erfordern auch das Wissen, wie man mit den Daten umgeht. 

Dadurch waren sie oft genau für diejenigen, die sie etwa für die Forschung brauchen, nicht zugänglich. Die von der University Cambridge entwickelte KI Tessera soll das ändern. Dabei werden die Rohdaten zu sogenannten "Embeddings", also komprimierten Datenpaketen, zusammengefasst. Mit einer Auflösung von 10 x 10 Metern werden die Veränderungen der jeweiligen Regionen gezeigt. 

Tessera zeigt zeitliche Veränderungen

Die Daten stammen von Sentinel-1 (Radar) und Sentinel-2 (optisch). Sie decken derzeit die Jahre 2017 bis 2025 ab. Statt dass man sich alle Dateien aus dieser Zeit herunterladen muss und dann selbst ein KI-Modell trainiert, um die gesuchten Informationen herauszufiltern, erledigt das Tessera. Es zeigt dabei explizit Veränderungen über die Zeit auf, statt einzelne Bilder zu einem bestimmten Zeitpunkt. 

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Mehrere farbige Satellitenaufnahmen zeigen unterschiedliche Landschaften, die mithilfe der Copernicus-Daten und der KI Tessera analysiert wurden.

Blick auf die Erde mit Tessera

Mit integrierten Werkzeugen kann die Karte gezielt durchsucht werden, um die Bilder einfach zu vergleichen. So können Nutzerinnen und Nutzer auf der ganzen Welt Regionen suchen, die geografische Ähnlichkeit haben. Oder es lassen sich Voraussagen über die Entwicklung der Vegetation treffen. Die optischen Satellitendaten werden mit den Radardaten kombiniert und so sieht man die Regionen in Falschfarben. Aus denen kann man je nach Einstellung z.B. Veränderungen bei den dort wachsenden Pflanzen herauslesen.  

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Demokratisierte Forschung

Vor allem beim Naturschutz, Ökologie, Pflanzenwissenschaften und Zoologie, aber auch der Land- und Forstwirtschaft kann dieser neue Zugang helfen. Im nordenglischen Cumbria wird Tessera schon für Naturschutzmaßnahmen eingesetzt. Zudem wird damit die Wirksamkeit von Agrarsubventionen überprüft, schreibt die ESA in einer Mitteilung

Die Daten können besonders niederschwellig über den Browser auf einem Laptop oder Handy abgerufen werden, ohne dass ein Supercomputer nötig ist. Es ist kostenlos und erfordert nicht mal einen Nutzeraccount. Dadurch hebt sich Tessera von Konkurrenten wie AlphaEarth von Googles Deepmind ab und folgt dem Open-Source- und FAIR-Prinzip für die zugängliche Nutzung im wissenschaftlichen Sektor. Ausprobieren kann jeder Tessera auf der Webseite, unabhängig davon ob man Forscherin oder Forscher ist, oder einfach nur neugierig.

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