Science

Warum Mitarbeiter in Chip-Fabriken schlechten Körpergeruch in Kauf nehmen müssen

Für Fabriken, in denen KI-Chips hergestellt werden, gelten besonders strenge Sicherheitsvorkehrungen. Denn die Chips und die Produktionsanlagen sind ausgesprochen empfindlich und können bereits durch kleinste Verunreinigungen beschädigt werden.

Eine Journalistin von Business Insider besuchte eine Chipfabrik von Intel im US-Bundesstaat Oregon. Dort nahm sie die Sicherheitsmaßnahmen genauer unter die Lupe und stieß auf eine Reihe von Dingen, die in der Produktionsstätte verboten sind und an die man nicht sofort denken würde.

Make-up und Deo sind verboten

Eitel sollten die Mitarbeiter dort nicht sein: Sie dürfen beispielsweise kein Make-up tragen, da dessen mineralische und chemische Bestandteile die Maschinen oder die Chips selbst verunreinigen könnten. Auch Haarspray und ähnliche Kosmetika sind verboten.

Wer sich schnell durch unangenehmen Körpergeruch von Kollegen gestört fühlt, sollte eine Tätigkeit in Intels Chipfabrik ebenfalls nicht in Erwägung ziehen: Denn auch Deodorant ist dort streng untersagt – vermutlich aus ähnlichen Gründen wie Make-up. Da schädliche Partikel auch über die Luft übertragen werden können, wird diese regelmäßig durch spezielle Filtersysteme gereinigt.

In Chip-Fabriken gelten extrem strenge Regeln für Mitarbeiter und Besucher. Sie müssen auch Schutzanzüge tragen (Symbolbild).

Auch Bluetooth-Geräte und Reißverschlüsse sind tabu – vermutlich einerseits wegen möglicher Störungen der Elektronik, andererseits ebenfalls aufgrund des Risikos von Verunreinigungen, etwa durch winzige Metallsplitter. Hinzu kommt die Gefahr durch elektrostatische Ladung. Die Journalistin zeigte sich von den winzigen Dimensionen der Bauteile in der Fabrik beeindruckt: „Ich fühlte mich wie ein Riese, der sich durch eine Welt bewegt, die für Dinge geschaffen ist, die viel kleiner und zarter sind als ich“, schrieb Olivia Nemec.

Putzen vor dem Fabrikbesuch

Besucher müssen außerdem sämtliches Equipment, dass sie in die Fabrik mitbringen, zuvor mit sterilen Tüchern reinigen. Dafür gibt es einen eigenen Reinigungsraum. Anschließend müssen sie einen weißen Schutzanzug anziehen.

Ein einzelner Wafer, der dort hergestellt wird, koste rund eine halbe Million Dollar. „Jedes noch so kleine Partikel kann einen Defekt verursachen, der den Chip zerstören würde“, sagte Chris Auth, Produktionschef bei Intel, gegenüber Business Insider.

Weil die Wafer so teuer und empfindlich sind, setzt Intel überwiegend auf automatisierte Systeme und verzichtet weitgehend auf menschliche Arbeitskräfte. In der Fabrik kommen jedoch keine humanoiden Roboter zum Einsatz, sondern vor allem Roboterarme und klassische Förderbänder. Allein der Bau der Fabrik selbst soll rund 20 Milliarden Dollar gekostet haben.

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