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Space Mining: 10.000 Asteroiden im Visier von Bergbau-Start-up

Der Brite Mitch Hunter-Scullion ist seit er klein ist vom Weltraum fasziniert. Im Alter von 20 hat er vor zwei Jahren auf der Uni die „ Asteroid Mining Corporation“ gegründet. Der jetzt 22-jährige ist überzeugt davon, dass „Space Mining“ eine der größten Industrien im 21. Jahrhundert wird.

Beim “Space Mining” geht es darum, auf Asteroiden nach wertvollen Ressourcen zu suchen. Es handelt sich dabei um eine Art Weltraum-Bergbau. Asteroiden enthalten oft Edelmetalle, die für den kommerziellen Abbau attraktiv sind. Tatsächlich gehen viele Experten davon aus, dass es sich um einen höchst lukrativen Zukunftsmarkt handelt.

Space-Teleskop bis 2020

Die „Asteroid Mining Corporation“ will 2020 mit den Untersuchungen beginnen, welche Asteroiden sich zum Abbau von Metallen eignen. Dazu soll ein Teleskop ins All geschickt werden, die in der erdnahen Umlaufbahn nach geeigneten Asteroiden sucht. Rund 10.000 Asteroiden sollen sich in dieser Zone befinden. „Wir planen in einem ersten Schritt den Aufbau einer Datenbank mit den Asteroiden und ihren Ressourcen“, sagt Hunter-Scullion gegenüber der BBC.  

„Der Weltraum wird gerade wieder trendig, daher bin ich sehr optimistisch, was unsere Pläne betrifft“, sagt der 22-Jährige, der im März eine Crowdfunding-Kampagne starten wird, damit Menschen sein Vorhaben unterstützen können. Dem Unternehmen geht es zwar um die Erschließung der Ressourcen, aber laut der Website will man „ethisch und ökologisch“ agieren. So sollen laut dem Konzept von Hunter-Scullion die Metalle nicht erst auf der Erde verarbeitet werden, sondern bereits direkt am Asteroiden. Das Konzept sieht vor, den Industrieverarbeitungsprozess ins Weltall zu verlagern, um den Planeten Erde wieder zu einem „sauberen Planeten“ zu machen.

Wettstreit, weil wertvoll

Um die Ressourcen auf Asteroiden wird es über kurz oder lang auf jeden Fall einen internationalen Wettkampf geben. Auf einem zwei Kilometer großen Asteroiden können sich etwa 10.000 Tonnen Gold und 100.000 Tonnen Platinum in einem Wert von 300 Milliarden Pfund und 2,5 Trillionen Pfund befinden, wie die „Asteroid Mining Corporation“ in einer Aussendung erklärt.

Laut der NASA liegen insgesamt 700 Quintillionen (eine Sieben und 20 Nullen) an Gold, Nickel und Eisen allein im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Im Gegensatz zu Europa gibt es in den USA auch bereits Gesetze, die den Bergbau von Asteroiden erlauben. Der „U.S. Commercial Space Launch Competitiveness Act“ erlaubt es privaten Unternehmen wie SpaceX von Elon Musk die Rohstoffe von Asteroiden kommerziell nutzen zu dürfen und Asteroiden im All gezielt anzufliegen, um die Bodenschätze abzubauen.

Fehlende Regelungen

In Europa hat derzeit als einziger Staat Luxemburg gesetzliche Regulierungen auf den Weg gebracht, Deutschland hat zumindest Passagen in seinem Regierungsprogramm, wonach der Beschluss einer ähnlichen derartigen Regelung möglich ist. In Österreich findet sich „Weltraum“ mit keinem einzigen Wort im Regierungsprogramm wider.

Zahlreiche US-Wissenschaftler rechnen damit, dass das Minen von Asteroiden das nächste große Ding wird. Der Start der Falcon Heavy von SpaceX sei bei der Entwicklung ein „Gamechanger“ gewesen. Die Falcon Heavy von Elon Musk sei technisch dazu in der Lage, soweit zu beschleunigen, dass 45 Prozent der bisher unerreichbaren Asteroiden erreicht werden könnten.

Vorstoß in neue Gefielde

„Anstatt von einigen Hundert haben wir Tausende Asteroiden dafür zur Verfügung“, sagt Martin Elvis vom Harvard-Smithsonian Center für Astrophysik. Ein Asteroid so groß wie ein Fußball-Feld (rund 100 Meter) sei bereits eine Milliarde Dollar wert, so Elvis. Er betont jedoch auch, dass es möglicherweise nicht besonders umweltfreundlich sei, so viele Raketen ins All zu schießen, um damit Metalle zur Erde zu bringen.

Doch das ist, abseits des Aspekts, wem die Asteroiden eigentlich gehören und wer die Rohstoffe abbauen darf, nicht der einzige heikle Aspekt. So wäre es etwa denkbar, dass ein Asteroid beim Abbau von Rohstoffen seine Flugbahn verändert und plötzlich Kurs Richtung Erde aufnimmt. Firmen wie die „Asteroid Mining Corporation“ oder auch Elon Musk werden sich davon freilich nicht abhalten lassen, wenn die gesetzlichen Genehmigungen vorliegen.

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Barbara Wimmer

shroombab

Preisgekrönte Journalistin, Autorin und Vortragende. Seit November 2010 bei der Kurier-Futurezone. Schreibt und spricht über Netzpolitik, Datenschutz, Algorithmen, Künstliche Intelligenz, Social Media, Digitales und alles, was (vermeintlich) smart ist.

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