Zwei wehende Fahnen an einem Mast, oben mit Samsung-Logo, darunter die südkoreanische Nationalflagge.

Samsung ist sehr wichtig für Südkoreas Wirtschaft.

© REUTERS / Kim Hong-Ji
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Streik Tausender Samsung-Mitarbeiter könnte Chip-Krise verstärken

Samsungs Chip-Geschäft ist riesig: Das Unternehmen produziert etwa ein Drittel aller dynamischen Arbeitsspeicher der Welt, seine Produkte machen ein Viertel des südkoreanischen Gesamtexportvolumens aus. Durch den anhaltenden Bau-Boom von KI-Rechenzentren ist die Nachfrage nach Samsungs Speicherchips enorm und die weltweite Produktion kann kaum Schritt halten, was Preise in die Höhe treibt.

Samsungs Einnahmen sind entsprechend hoch. Allein zwischen Jänner und März lag der operative Gewinn in diesem Bereich bei 53,7 Billionen Won, das sind umgerechnet etwa 31 Milliarden Euro, heißt es beim Guardian.

Viele Menschen sitzen dicht gedrängt auf einer breiten Straße und halten Protestschilder hoch.

Der 23. April war bereits ein Streiktag bei Samsung.

Wie Forbes berichtet, fordern Gewerkschaften nun Lohnerhöhungen um 7 Prozent sowie faire Beteiligung an den astronomischen Profiten: 15 Prozent davon sollen in einem Bonus-Pool landen. Die Beschränkung, dass ein Bonus nur 50 Prozent des Basisgehalts ausmachen darf, soll fallen.

Samsungs Gegenangebot sieht nur 13 Prozent Gewinnbeteiligung im Rahmen einer einmaligen Zahlung vor und keine langfristigen Änderungen. Kommt keine Einigung zustande, wollen mehr als 45.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab Donnerstag streiken – 18 Tage lang. Bis Dienstag soll eine Lösung gefunden werden.

Globale Lieferketten bedroht

Ein so langer Streik könnte die globalen Lieferketten unterbrechen. Aufsichtsratspräsident Je-Yoon Shin zeigte sich gegenüber Forbes besorgt, dass Samsungs Marktführerschaft angesichts fliehender Kunden und abnehmender Wettbewerbsfähigkeit im Falle eines Streiks abnimmt. 

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Auch die südkoreanische Regierung fürchtet Einbrüche beim Wirtschaftswachstum und bei Exporten. Sie sitzt laut Reuters-Informationen auch am Verhandlungstisch und will einen Streik offenbar unter allen Umständen verhindern. Präsident Lee Jae Myung versuchte auf X zu deeskalieren: „Arbeitnehmer müssen für ihre Arbeitsleistung eine angemessene Vergütung erhalten, und Aktionäre, die Risiken und Verluste tragen, haben Anspruch auf einen Anteil am Unternehmensgewinn.“

Gerichtsentscheidung im Sinne Samsungs

Ein Gericht hat die Gewerkschaften heute, Montag, verpflichtet, einen möglichen Streik so zu organisieren, dass die Produktion nicht beeinträchtigt wird. Demnach darf die Arbeitsniederlegung nicht zu einer Verschlechterung der in der Produktion verwendeten Materialien führen. Alle Tätigkeiten, die Produktschäden verhindern sollen und der Sicherheit dienen, müssen wie im Normalbetrieb aufrechterhalten werden. 

Die 2 wichtigsten Gewerkschaften könnten für jeden Tag, an dem sie sich nicht an diese Vorgaben halten, Strafen von umgerechnet knapp 60.000 Euro davontragen. Weder die Gewerkschaften noch Samsung waren zu einer Stellungnahme zum Urteil bereit, so Reuters.

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Boni bei der Konkurrenz

Arbeiterinnen und Arbeiter beim ebenfalls erfolgreichen Konkurrenten SK Hynix haben im September erkämpft, dass 10 Prozent des jährlichen Profits direkt als Leistungsbonus an sie weitergegeben wird. Für die erwarteten Gewinne im laufenden Jahr entspricht das etwa 400.000 Euro pro Person.

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Bereits im Februar hatte SK Hynix jeweils durchschnittlich 82.000 Euro an seine 35.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgezahlt. Laut Gewerkschaftsvertreter Choi Seung-ho haben allein in den letzten 4 Monaten etwa 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Samsung zu SK Hynix gewechselt. 

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