Microsoft Teams kann deinem Chef deinen Standort verraten
Spätestens mit den Pandemie-Lockdowns vor bald 5 Jahren hat sich das Arbeiten von daheim im Alltag vieler Menschen verankert. Doch viele Unternehmen vertrauen ihren Angestellten wenig, und setzen gleichzeitig auf allerlei Kontrollmaßnahmen.
Microsoft kommt solchen Arbeitgebern bald mit einer neuen Funktion entgegen: Teams soll basierend auf dem Firmen-WLAN automatisch den Standort eines Nutzers oder einer Nutzerin anzeigen, wie Forbes berichtet. Das soll vorrangig offenlegen, in welchem Gebäude man sich befindet – verrät aber eben auch, wenn man nicht mit dem Firmen-WLAN verbunden ist, sondern von daheim oder unterwegs arbeitet.
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Rollout ab März
In der Microsoft-Roadmap ist zu lesen, dass das Feature standardmäßig ausgeschaltet ist. Administratoren können festlegen, ob es aktiviert wird und können Nutzerinnen und Nutzer zum Opt-In zwingen.
Angekündigt wurde die Funktion bereits vergangenen September. Sie sollte vergangenen Dezember ausgerollt werden, aktuell ist der Rollout für März geplant.
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Bessere Koordination oder Überwachung?
Die Idee hinter dem Standort-Feature ist, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht mehr händisch auf Teams eingeben müssen, in welchem Gebäude sie sich befinden. Diese Statusanzeige kann in großen Organisationen helfen, einen Überblick zu behalten – und vielleicht dazu führen, dass man ein Meeting offline abhält, weil ohnehin alle in Gehweite voneinander arbeiten.
In Teams kann man seinen Status und Standort eintragen
© Screenshot
Kritikerinnen und Kritiker warnen, dass Chefs mit der neuen Team-Funktion genaue Einsicht und Aufzeichnungen über den Aufenthaltsort von Angestellten bekommen. In Unternehmen, die hybrides Arbeiten auf dem Papier ermöglichen, in der Praxis aber kritisch sehen, könnte man unter Zugzwang kommen, sich doch ins Firmen-WLAN einloggen zu müssen.
Arbeitnehmerschutz in Österreich
In Österreich gelten zur Überwachung am Arbeitsplatz allerdings strenge Regeln. So dürfen Kontrollmaßnahmen, die die Menschenwürde bzw. Persönlichkeitsrechte berühren, nur eingesetzt werden, wenn es eine entsprechende Betriebsvereinbarung gibt oder alle Angestellten einzeln zugestimmt haben, heißt es bei der Arbeiterkammer.
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Darunter fällt beispielsweise Videoüberwachung am Arbeitsplatz, GPS-Ortung oder die Aufzeichnung der Arbeitsleistung durch Maschinen. Das neue Teams-Feature fällt vermutlich auch unter diese Regelung. Dass der eigene Standort also hierzulande vom Arbeitgeber via Teams getrackt wird, dürfte ohne explizite, schriftliche Zustimmung nicht zulässig sein.
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