Samsung-Brille mit Android XR ausprobiert: Ich habe Fragen

Samsung-Brille mit Android XR ausprobiert: Ich habe Fragen

© Florian Christof
Wählen Sie FUTUREZONE als bevorzugte Google-Quelle

Produkte

Samsung-Brille mit Android XR ausprobiert: Ich habe Fragen

Das Samsung-Headset kann überzeugen, liefert aber keine überzeugenden Use-Cases.

Was bei Apple die Vision Pro ist, ist bei Samsung die Galaxy XR. Das smarte AR-Headset des koreanischen Herstellers läuft unter Android XR und soll eine immersive User-Experience bieten. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona konnte ich die Samsung Galaxy XR ausprobieren. 

Die smarte Brille, die aussieht wie eine Skibrille, ist überraschend angenehm zu tragen. Durch die weiche Polsterung und das relativ niedrige Gewicht von 545 Gramm ist mir die Galaxy XR während des 15-minütigen Ausprobierens nicht negativ aufgefallen. Auf dem Foto erkennt man übrigens das weiße Einweg-Hygienetuch, das zwischen Kopf und Brille aufgelegt wird. Das kommt bei Messen und Veranstaltungen zum Einsatz, wenn viele Besucher die Brille aufprobieren wollen.

Nachdem sich das Headset von selbst auf meine Augen eingestellt hatte, wurde mir auf den Bildschirmen mein Sichtfeld angezeigt. Aufgenommen wird es von 2 Pass-Through-Kameras, um die Außenwelt auf die Screens zu übertragen.

➤ Mehr lesen: Ausprobiert: Deutsche Telekom baut KI-Assistent direkt ins Handynetz ein

Die Leinwand vor den Augen

Die Darstellung wirkte extrem echt. Man hat tatsächlich das Gefühl, als würde man die Umgebung mit eigenen Augen sehen. Die Übertragung ist praktisch ohne Verzögerung und das Sichtfeld ist genauso groß wie das natürliche Sichtfeld. Auch die Bildqualität ist überraschend hoch, sodass die Anzeige der Außenwelt natürlich wirkt.

Um irgendwelche Apps nutzen zu können, muss man den Homescreen aufrufen. Durch eine Handgeste erscheint das Android-XR-Menü, wo die bekannten App-Icons dargestellt werden. Dass die Symbole und der gesamte Look genauso aussehen wie bei Android auf dem Handy, erleichtert die Orientierung.

Öffnet man eine App, wird sie wie auf einer vor den Augen montierten Leinwand dargestellt. Rund um diese "Leinwand" ist die Außenwelt zu sehen. Auch Google Maps, Google Suche, die Google-App sowie YouTube sehen in Android XR genauso aus wie auf einem Smartphone. 

➤ Mehr lesen: Honor hat sein Robot Phone präsentiert

Immersives Erlebnis

Öffnet man ein 360-Grad-YouTube-Video, werden die Inhalte als sphärischer Rundumbildschirm dargestellt. Schaut man sich um, wandert auch der Bildausschnitt mit. Ähnlich ist es, wenn man den Immersive-View oder Street-View auf Google Maps öffnet. 

Android XR auf der Galaxy XR wird mit Handgesten gesteuert - entweder mit beiden Händen, etwa um eine Zoom-Geste ausführen zu können, oder mit einer Hand um etwas anzutippen. Das Äquivalent eines Klicks oder Antippens ist das Fingertippen mit dem Zeigefinger und dem Daumen.

Noch kurz zu den technischen Daten: Die Samsung Galaxy XR hat 2 OLED-Displays - eines für jedes Auge - mit einer Auflösung von je 3.552 x 3.840 Pixeln. Neben den 2 Pass-Through-Kameras gibt es noch 6 kleine Kameras, die für das Tracking der Bewegungen des Users und dessen Hände zuständig sind. Dafür fließen auch Daten aus 5 Lagesensoren ein.

➤ Mehr lesen: Clicks Communicator mit physischer Tastatur ausprobiert

Samsung Galaxy XR

Samsung Galaxy XR

Fazit

Die Frage bei solchen smarten Headsets richtet sich immer nach dem Use-Case. Wird man für Instagram-Scrolling, YouTube-Videos oder Filme von einem Tablet, Beamer oder dem TV-Gerät zur Galaxy XR wechseln? Wohl eher nicht. Wird man E-Mails lieber auf der Galaxy XR schreiben als auf dem Laptop? Ebenso eher nicht. 

Auch wenn Android XR auf der Galaxy XR ein spektakuläres Erlebnis ist, will wohl kaum jemand sein Mail-Postfach als immersives 360-Grad-Erlebnis erfahren. Ähnliches würde ich für die allermeisten Anwendungsszenarien und vorhandenen Apps behaupten. 

Auch der hohe Preis von 1.800 Dollar und die begrenzte Verfügbarkeit in ausgewählten Märkten sorgt nicht gerade dafür, dass die Galaxy XR ein weit verbreitetes Gerät ist. In Österreich ist die Samsung-Brille übrigens nicht zu haben. 

Am ehesten glaube ich, dass sich beim Gaming spannende Möglichkeiten ergeben. Auch wird es wohl in Zukunft etliche Apps geben, die in einer virtuellen Umgebung ihre Stärken ausspielen können. So bleibt die Galaxy XR samt Android XR ein faszinierendes Stück Technik, für das die Anwendungsmöglichkeiten aktuell ziemlich beschränkt sind.

➤ Mehr lesen: Das Leica-Handy im Test: Ein Fotowunder?

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!

Florian Christof

Großteils bin ich mit Produkttests beschäftigt - Smartphones, Elektroautos, Kopfhörer und alles was mit Strom betrieben wird.

mehr lesen
Florian Christof

Kommentare