Künstlerische Darstellung des Nancy Grace Roman Teleskops der NASA
Jagd auf Exoplaneten: Neues NASA-Weltraumteleskop startet im September
Das neue Weltraumteleskop Nancy Grace Roman der NASA ist fertig. Es soll schon im September 2026 mit einer Falcon Heavy von SpaceX starten. Es fliegt dann an seinen Einsatzort am Lagrange Punkt 2, wo auch die Teleskope James Webb und Euclid arbeiten.
Das Teleskop ist insgesamt 12,7 Meter groß mit einem 2,4-Meter-Spiegel, ähnlich wie Hubble. Das Sichtfeld des Teleskops bzw. seines Wide Field Instruments, wird aber deutlich größer sein als das von Hubble: "Es kann 200-mal mehr vom Himmel in einem einzigen Bild kartieren und vermisst ihn dabei 1.000-mal schneller als Hubble", sagt NASA-Chef Jared Isaacman in einer Pressekonferenz. "Die aufgenommenen Bilder werden so riesig sein, dass es keinen Bildschirm gibt, der groß genug ist, um sie anzuzeigen."
Direkte Aufnahmen von Exoplaneten
Damit wird das Licht von Milliarden Galaxien im Infrarotbereich und sichtbaren Licht erfasst. Ziel ist es, damit mehr als 1.000 Exoplaneten zu finden. Dafür ist das Teleskop zusätzlich mit einem Koronografen ausgestattet. Dieser blendet das helle Licht von Sternen aus, das die Exoplaneten sonst überstrahlt. Nur so können Exoplaneten mithilfe von Direct Imaging, also mit einer direkten Aufnahme, gefunden werden. Das Teleskop soll Planeten erfassen können, die 100-Millionen-mal dunkler als ihre Sterne sind.
Ein Spektrograf analysiert zudem die Zusammensetzung der Atmosphäre der Exoplaneten. Die darin gefundenen Stoffe lassen Rückschlüsse über die Vorgänge auf dem Planeten zu - etwa, ob es dort Leben geben könnte. Der Koronograf ist auch ein Testlauf für das bisher nur theoretische Habitable Worlds Observatory, ein geplantes Teleskop, das gezielt nach potenziell bewohnbaren Planeten suchen soll.
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Das fertige Nancy Grace Roman Teleskop im Reinraum
© NASA/Scott Wiessinger
Kosmische Zusammenhänge erklären
Nancy Grace Roman soll außerdem Dunkle Materie und Dunkle Energie untersuchen. Ähnlich wie Europas Euclid wird das neue NASA-Teleskop eine 3D-Karte des Kosmos erstellen. So ein Atlas zeigt, wie Galaxien im Raum verteilt sind und wie sich das Universum ausdehnt. Die gängige Theorie ist, dass Dunkle Materie bisher unentdeckte Teilchen sind, die Objekte im Universum zusammenhalten. Dunkle Energie hingegen ist die theoretische Erklärung für die Ausdehnungsgeschwindigkeit des Universums.
Die Erkenntnisse aus den Teleskop-Daten sollen diese kosmischen Zusammenhänge aufklären und ein genaueres Bild des Weltalls liefern. Über die 5 geplanten Einsatzjahre soll Roman pro Jahr 500 Tetrabyte an Daten sammeln. Zum Vergleich: In 35 Jahren sammelte Hubble insgesamt 400 Tetrabyte.
Das Nancy Grace Roman Weltraumteleskop schaffte eine große Überraschung, die man so eigentlich nie in der Raumfahrt hat. Es ist vor dem Zeitplan fertig und das auch noch unter dem angesetzten Budget. Gekostet hat es etwa 3,5 Milliarden Euro. Beide Punkte für sich passieren quasi nie - dass beides auf das Teleskop zutrifft ist bemerkenswert. Benannt wurde es übrigens nach der 2018 verstorbenen amerikanischen Astronomin, die als "Mutter von Hubble" bezeichnet wird.
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