Hinge-Gründer plant Dating-App auf Basis von Sprachnachrichten
Die Dating-App Hinge sollte das schnelllebige Swipen bei Tinder ablösen: Sie stellt ausführlichere Profile und „ernsthafte Absichten“ ins Zentrum. Mitgründer und Ex-CEO Justin McLeod hatte aber auch davon genug und startet mit Overtone nun einen neuen Dating-Service.
Die Match Group, zu der neben Tinder und Hinge auch OkCupid gehören, sowie die Investmentfirma Pace Capital und die Venture-Capital-Firma FirstMark haben für das Projekt in einer Seed-Finanzierungsrunde 18 Millionen US-Dollar (15,8 Millionen Euro) bereitgestellt. Außerdem habe man sich Esther Perel, eine renommierte, auf Beziehungen spezialisierte Psychotherapeutin, in den Vorstand geholt. Das gab Overtone am Dienstag in einer Mitteilung bekannt.
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Fokus auf Stimme
Laut McLeod handle es sich explizit nicht um eine Dating-App, sondern um einen „Service“: „Damit meine ich, dass es keine soziale Plattform ist, die Menschen auf Statistiken, Zitate und Fotos reduziert. Es gibt keine undurchsichtigen, algorithmischen Feeds, die auf blitzschnelle Impulse trainiert sind. Und man muss nicht gleichzeitig mit Likes, Matches und Chats mit vielen verschiedenen Leuten auf einmal jonglieren“, schreibt er in einem Blogpost.
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Stattdessen soll das Service fokussiert auf Stimme und Audio sein und mittels KI „sorgfältig kuratierte Vermittlungen bieten, die auf der Wissenschaft von Beziehungen basieren“, erklärt das Startup. Mit Details zu seiner App hält es sich noch stark zurück, es ist aber davon auszugehen, dass Sprachnachrichten bzw. -notizen eine zentrale Rolle einnehmen werden: „Wir lernen jede einzelne Person ganz genau durch ihre eigene Stimme kennen und hören ihre einzigartige Geschichte.“
KI „bedacht und ethisch“ einsetzen
Laut McLeod sind die Chancen und Gefahren von KI gleichermaßen erschütternd. Weil er sich um den Missbrauch im Kontext einer „so intimen und heiligen Sache wie der Liebe“ sorgt, will er es „bedacht und ethisch“ einsetzen.
Das scheint darauf hinauszulaufen, dass nicht die zwischenmenschliche Interaktion, sondern die Match-Vorschläge automatisiert werden sollen. Die App soll noch in diesem Jahr in manchen Regionen der Welt verfügbar werden, ob Österreich dazu gehört, ist unklar. Es wird sich zeigen, wie sehr sich Overtone wirklich von anderen Dating-Services unterscheidet.
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