Bumble App auf Handy das in einer Hand liegt
© Unsplash
Wählen Sie FUTUREZONE als bevorzugte Google-Quelle

Apps

Frustrierte Nutzer: Dating-App Bumble schafft Swipen ab

Viele Nutzer und Nutzerinnen von Dating-Apps sind frustriert. Die Gründe dafür sind vielfältig: Während die einen sich über eine schlechte Kommunikationskultur – Stichwort Ghosting – beklagen, haben andere erst gar keine Matches. Laut einer Studie aus Norwegen braucht es bei Tinder durchschnittlich etwa 57 Matches, bis ein tatsächliches Treffen zustande kommt.

Ein bekannter Anbieter hat nun radikale Pläne angekündigt: Bumble will das Swipen und Matchen komplett abschaffen – und stattdessen auf KI-gestütztes Matchmaking setzen, erklärte die CEO Wolfe Herd in einem Interview mit Axios. Populär machte das schnelle Durchwischen durch Bilder von Menschen einst die App Tinder. Das Swipen soll bereits bis Jahresende schrittweise abgeschafft werden.

➤ Mehr lesen: Danah Boyd: "Soziale Medien sind kein Ort mehr für echte Kontakte"

„Swipen entwertet ihr Liebesleben“

„Wir werden uns vom Wischen verabschieden und etwas begrüßen, das meiner Meinung nach revolutionär für diese Produktkategorie ist“, sagte Herd. „Die Leute fühlen sich erschöpft und ausgelaugt. Sie haben das Gefühl, dass das Swipen ihr Liebesleben entwertet hat“, sagte Wolfe Herd gegenüber Axios.

Um diese Entwicklung zu stoppen, will Bumble nun eine KI aussuchen lassen, wer mit wem matcht. Ähnlich wie bei Hinge soll bei Bumble vorher eine Interaktion stattfinden: etwa ein Like, das User einem anderen Profil für ein bestimmtes Foto oder einen witzigen Kommentar geben. Oder sie dürfen direkt Nachrichten verschicken. Wen man sieht, soll die KI bestimmen. Allerdings will Bumble zumindest einem Prinzip treu bleiben: Frauen sollen auch in Zukunft den ersten Schritt machen.

➤ Mehr lesen: So wollen Dating-Apps frustrierte Nutzer zurückgewinnen

Wolfe Herd hat in der Vergangenheit bereits angekündigt, Dating-Apps stärker von KI steuern zu lassen. Bereits seit 2019 kommen KI-Algorithmen in den Produkten der Match Group zum Einsatz, zu der auch die Konkurrenten Tinder und Hinge gehören. Diese wählen etwa aus, welche Fotos zuerst im Profil angezeigt werden, oder entscheiden mit darüber, wer einem überhaupt angezeigt wird.

Wirtschaftlich geht es bergab

Das will Bumble offenbar künftig noch stärker forcieren und das schnelle Durchwischen komplett abschaffen. Die Ankündigung kommt zu einer Zeit, in der es wirtschaftlich nicht gut läuft: Wie TechCrunch berichtet, sank die Zahl der Nutzer, die für die App bezahlen, im ersten Quartal 2025 um 21 Prozent von 4 auf 3,2 Millionen. Seit dem Börsengang 2021 ist die Aktie von Bumble um 90 Prozent gefallen.

Die Ankündigungen zu den Veränderungen sollen also auch bei den Investoren für Stimmung sorgen. „Wir haben unsere Mitgliederbasis bewusst neu ausgerichtet. Wir haben uns klar dafür entschieden, Qualität vor Quantität zu stellen und uns auf engagierte und wohlmeinende Mitglieder zu konzentrieren. Diese Entscheidung hat zwar den Gesamtumfang reduziert, aber die Gesundheit unseres Ökosystems deutlich verbessert“, meinte Herd zu Axios.

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!

Kommentare