Mark Zuckerberg trägt bei einem Event im September 2025 die Meta Ray-Ban Display.
Privatsphäre-Albtraum: Meta testet Smart Glasses, die immer alles aufzeichnen
Allein 2025 hat Meta mehr als 7 Millionen seiner Smart Glasses verkauft und hält geschätzt 70 Prozent am globalen Marktanteil der Technologie. Die Brillen mit Kamera, Mikrofon und KI-Unterstützung werden immer verbreiteter.
Schon jetzt sorgen sich Gegnerinnen und Gegner der Geräte um ihre Privatsphäre im öffentlichen Raum – sie befürchten, ungewollt, ungefragt und unbemerkt aufgenommen zu werden. Denn wenn jemand z.B. mit einem Smartphone filmt, ist das weit auffälliger als mit einer Brille, deren aktive Aufnahme lediglich durch ein kleines Lämpchen namens „capture LED“ am Rahmen angezeigt wird.
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Laut Informationen der Financial Times könnte sich der Privatsphäre-Albtraum aber noch verschlimmern. Demnach testet Meta derzeit einen „super sensing“-Prototypen. Diese Brille soll dauerhaft aufzeichnen, was der Träger oder die Trägerin hört oder sieht.
Dauerhafte Audioaufnahmen
Insidern zufolge soll das Mikrofon der Brille durchgehend aufnehmen, zusätzlich soll alle paar Sekunden ein Foto gespeichert werden. Die Idee dahinter ist, dass Nutzerinnen und Nutzer im Anschluss das eingebaute KI-System befragen können, was sie den Tag über gesehen oder gehört haben.
Das Lämpchen, das an einer Meta-AI-Brille derzeit bei aktiver Videoaufnahme leuchtet, soll in diesem Szenario aus bleiben. Umstehende können dann nie sicher sein, ob sie gerade auf einer Aufnahme – und damit den Meta-Servern – landen, oder nicht.
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Ironischerweise hat Meta erst am Dienstag neue Sicherheitsfeatures für das capture LED verlautbart: Wenn man es auf einer Brille der 2. Generation ausstellt oder abdeckt, wird ab sofort automatisch die Kamera deaktiviert. Auf YouTube finden sich unzählige Tutorials dafür, wie man das Lämpchen manipuliert.
Nur Metadaten?
Ein Vorschlag für den Prototypen sieht vor, nicht die tatsächlichen Bild- und Tonaufnahmen zu speichern. Stattdessen sollen deren Metadaten – also wohl auch automatische Bildbeschreibungen und Transkripte – auf Meta-Server geladen werden, sodass sie von der Meta AI durchsucht werden können.
Diese Umsetzung ist jedoch nur vermeintlich privatsphärefreundlicher. Denn auch hier ist es expliziter Zweck, teils persönliche Informationen von Menschen, die dem nicht zwingend zugestimmt haben, für Meta durchsuchbar zu machen.
Laut der Financial Times werde bei der Entwicklung außerdem diskutiert, ob die Daten, die über das „super sensing“ erfasst werden, zum Training der hauseigenen KI-Systeme genutzt werden sollen.
Wahrscheinlich nicht gesetzeskonform
Meta wollte sich auf Anfrage nicht zum Prototypen äußern. Ob die Technologie in den USA geltenden Gesetzen zu Privatsphäre, Biometrie und Abhörgeräten entspricht, ist laut der Financial Times fraglich. US-Regulierungsbehörden haben die Technologie jedenfalls im Blick: Der Bundesstaat New York verbietet ab 20. Juli, Smart Glasses in Gerichtsgebäude zu bringen, wie syracuse.com berichtet.
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In der EU, wo die Privatsphäre von Bürgerinnen und Bürgern durch die DSGVO viel besser abgesichert ist, dürfte die „super sensing“-Brille rechtlich keine Chance haben. Schon jetzt sind aus diesem Grund hier nicht alle Funktionen der Meta AI verfügbar.
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