Bahnhofhalle mit V/Line-Informationsstand, Reisenden und Abfahrtsanzeige bei einer Störung.

Die Mobilfunkausfälle sorgten für große Verzögerungen im Zugverkehr.

© via REUTERS / Jay Kogler
Wählen Sie FUTUREZONE als bevorzugte Google-Quelle

Digital Life

Mobilfunkausfall legt Züge, Ampeln und Zahlungssysteme lahm

Am Mittwoch um 4.30 Uhr Ortszeit kam es im Zeit-Synchronisationssystem von Telstra zu einem gravierenden Fehler. Zehntausende Kundinnen und Kunden des größten Mobilfunkanbieters in Australien konnten dadurch plötzlich nur noch eingeschränkt telefonieren oder mobile Daten nutzen. Weil die Schwierigkeiten nicht durchgehend auftreten, empfahl Telstra zunächst, es bei fehlgeschlagenen Verbindungen einfach noch einmal zu probieren. 

Doch der Ausfall hatte Konsequenzen für die Infrastruktur im ganzen Land: Züge konnten nicht verkehren und Zahlungssysteme und Ampeln waren beeinträchtigt, wie der Sydney Morning Herald meldet. Im Laufe des Tages funktionierte ein Großteil des Mobilfunknetzes allerdings wieder wie gewohnt. Zuletzt war es in dem dünn besiedelten Land 2023 zu einem weitreichenden Telekommunikationsausfall gekommen.

➤ Mehr lesen: 10 Millionen Menschen in Australien hatten kein Internet mehr

Lokalzüge ausgefallen, Notrufe beeinträchtigt

Alle Regionalzugverbindungen im südlichen Bundesstaat Victoria wurden aufgrund von Funkstörungen, die auf den Telstra-Ausfall zurückgehen, eingestellt. Laut Betreiber VLine ist noch unklar, wann die Züge wieder fahren. Auch im benachbarten New South Wales kam es zu Ausfällen im Zugverkehr. 

Bei digitalen Zahlungssystemen traten Berichten zufolge ebenfalls Probleme auf. Laut ABC News funktionierten Ampeln im Süden des Landes zeitweise nur eingeschränkt. Ohne Mobilfunk konnten sie nicht angepasst an die Verkehrsverhältnisse betrieben werden.

Beim nationalen Notrufsystem fiel auf, dass manche Anrufe nicht zustande kamen. Die zuständige Behörde untersucht den Vorfall bereits.

Ärger bei der Bevölkerung

In der Bevölkerung regte sich angesichts der weitreichenden Konsequenzen des Mobilfunkausfalls Ärger und Kritik. In sozialen Netzwerken wiesen viele Nutzerinnen und Nutzer hin, wie gefährlich es sei, wenn kritische Infrastruktur von wenigen Anbietern abhängig sei.

„Wir wissen, wie sehr sich Kunden auf unser Netz verlassen und sind uns bewusst, wie sehr diese Störung Ihren Tagesablauf beeinträchtigt“, entschuldigte sich Telstra in einem Statement. Einen Cyberangriff schloss das Unternehmen aus.

Situation in Österreich

Auch hierzulande laufen viele Services über das Mobilfunknetz. Welche Konsequenzen ein großflächiger Ausfall von einem der 3 Netzbetreiber hätte, lässt sich nicht im Detail vorhersagen.

Mehr lesen: Blackout total? So gut ist Österreich vorbereitet

Doch sowohl die verantwortlichen Behörden als auch die Anbieter kritischer Infrastruktur betonen immer wieder, dass man gut vorbereitet sei. Im Ernstfall gelten detailliert ausgearbeitete Protokolle, die die Situation schnell unter Kontrolle bringen sollen.

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!

Kommentare