Digital Life

Meta schätzt anhand von Knochen, wie alt Nutzer sind

In Österreich wird über künftige Maßnahmen zur Altersüberprüfung diskutiert. Instagram und Facebook dürfen von unter 13-Jährigen allerdings schon jetzt nicht genutzt werden. In einem Blogpost erklärt Meta nun, dass das Unternehmen begonnen hat, das Alter seiner Nutzer auch anhand optischer Merkmale von Gesichtern zu schätzen – und so zu verhindern, dass Kinder auf Meta-Plattformen aktiv sind.

In einem Blogartikel erläuterte Meta am Dienstag, dass eine spezielle KI unter anderem Bilder und Videos analysiert. Anhand verschiedener Merkmale, etwa der Knochenstruktur des Gesichts, schätzt das Programm, ob eine Person, die ein Profil betreibt, unter 13 Jahre alt ist.

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Bilder und Videos durchleuchtet

„Wir möchten klarstellen: Es handelt sich hierbei nicht um Gesichtserkennung“, sagt Meta. „Unsere KI analysiert allgemeine Merkmale und visuelle Hinweise, beispielsweise Körpergröße oder Knochenstruktur, um das ungefähre Alter einer Person zu schätzen. Sie identifiziert dabei nicht die konkrete Person auf dem Bild. Durch die Kombination dieser visuellen Erkenntnisse mit unserer Analyse von Texten und Interaktionen können wir die Anzahl der von uns identifizierten und gelöschten Konten minderjähriger Nutzer deutlich erhöhen.“

Neben Gesichtsmerkmalen nimmt die Meta-KI auch andere Hinweise genauer unter die Lupe: Sie durchforstet gepostete Beiträge nach Erwähnungen von Geburtstagsfeiern. Unterhält sich jemand im Chat zusätzlich mit der besten Freundin über einen Star, der besonders bei Kindern beliebt ist, kann das bereits ausreichen: Das Profil wird dann deaktiviert.

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Auch in der EU geplant

Laut Meta werden die KI-Programme derzeit in ausgewählten Ländern getestet. Zu einem späteren Zeitpunkt soll die Software zur Altersschätzung großflächig ausgerollt werden. Auch in der EU soll die KI künftig das Nutzeralter schätzen. In weiterer Folge will Meta auch Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren identifizieren und sie automatisch als Teenager-Accounts einordnen, um Eltern mehr Aufsichtsmöglichkeiten zu geben.

In der Vorwoche wurde bekannt, dass Meta in der EU nicht genug tut, um Kinder von seinen Plattformen fernzuhalten. Ein abschließender Untersuchungsbericht der EU-Kommission zeigte, dass Meta deshalb gegen den Digital Services Act verstößt. Es besteht also Handlungsbedarf.

Allerdings wirft der Meta-Algorithmus auch darüber hinaus Fragen auf – etwa, was er sonst alles über seine Nutzer lernt. Wenn er beispielsweise genau einschätzen kann, was eine erwähnte Geburtstagsfeier mit einem Gesicht zu tun hat, könnte er auch abseits davon umfassende Nutzerprofile erstellen. Außerdem kritisieren bekannte NGOs wie die Electronic Frontier Foundation die Altersschätzung anhand von Gesichtern als ungenau – insbesondere bei Minderheiten und Frauen sollen derartige KI-Programme häufig falschliegen.

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