NASA-Astronauten dürfen ab sofort ihr Handy mit zum Mond nehmen
Ab sofort ist es Astronauten und Astronautinnen der NASA offiziell gestattet, ihre Smartphones ins All mitzunehmen. Das verkündete NASA-Chef Jared Isaacman am Mittwochabend auf X.
„NASA-Astronauten werden bald mit den neuesten Smartphones fliegen, beginnend mit Crew-12 und Artemis II“, sagt er in seinem Posting. „Wir geben unseren Crews die Möglichkeit, besondere Momente für ihre Familien festzuhalten und inspirierende Bilder und Videos mit der Welt zu teilen.“
➤ Mehr lesen: Warum man im Weltraum Wearables tragen sollte
Verbot aufgehoben
Bislang waren Smartphones bei NASA-Missionen nicht gestattet. Gründe dafür gab es viele: Akkus können in der Schwerelosigkeit überhitzen. Oder es können Störsignale entstehen, die Funkverbindungen beeinträchtigen.
Um Geräte zur ISS zu bringen, sind in der Regel jahrelange Zulassungsprozesse zu durchlaufen. Diese sind alles andere als trivial: Experten müssen etwa überprüfen, wie die Chips auf die erhöhte Strahlung reagieren, und testen, wie sich Bedingungen wie Schwerelosigkeit oder anderes auf Batterien und andere Komponenten auswirken.
Smartphone-Fotos vom Mond
Für die offizielle Smartphone-Erlaubnis habe die NASA diese Zulassungsprozesse nun beschleunigt, sagt Isaacman. „Diese operative Dringlichkeit wird der NASA bei der Verfolgung von Wissenschaft und Forschung mit höchstem Wert im Orbit und auf der Mondoberfläche zugutekommen. Dies ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung“, schreibt er auf X. Wir werden also höchstwahrscheinlich Smartphone-Fotos sehen, die am Mond geschossen wurden.
➤ Mehr lesen: Der Mars-Wahn: Wieso will Elon Musk den Roten Planeten erobern?
Es wird aber trotzdem keine Premiere für Smartphones im Weltraum: 2011 reisten etwa 2 iPhone 4 mit der letzten „Space-Shuttle“-Mission ins All. Seither müssen NASA-Crews aber darauf verzichten. Bisher nutzten sie stattdessen spezielle Tablets mit Internetverbindung, um mit ihren Familien und Freunden zu kommunizieren. Bei privaten Missionen von Axiom oder Isaacmans Polaris war das allerdings anders – hier durften die Crew-Mitglieder Smartphones mitbringen.