Die SpaceX-Kapsel Starfall tritt glühend in die Erdatmosphäre über der Erde ein.

Künstlerische Darstellung der Starfall-Kapsel

© SpaceX
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Science

Livestream: SpaceX testet Express-Frachtlieferung "Starfall" aus dem All

SpaceX wird heute zum ersten Mal seine Liefer-Kapsel "Starfall" testen. Dafür wird sie mit einer Falcon 9 in den niedrigen Erdorbit (LEO) gebracht. Von dort aus soll die Kapsel wieder gezielt zurück auf die Erde fallen. 

Das einstündige Startfenster beginnt um 12:43 Uhr MESZ. Der Testflug vom Complex 40 der Cape Canaveral Space Force Station in Florida wird live auf X übertragen. Sollte der Flug verschoben werden, öffnet sich am 24. Juni erneut ein Startfenster.

Sollte der X-Livestream nicht funktionieren, bieten die Kollegen von Spaceflightnow ebenfalls eine kommentierte Übertragung bei YouTube an: 

Die Starfall-Kapsel hat einen Durchmesser von 3 Metern und eine Höhe von 75 Zentimetern. Sie wiegt 2,1 Tonnen und soll eine Tonne an Fracht laden können. Geschützt wird die Fracht, indem mithilfe von Gas Druck erzeugt wird. Der obere Teil besteht aus Aluminium mit einer speziellen Thermalschutz-Beschichtung. Der Boden besteht aus Kohlefasern, die ebenfalls einen Hitzeschutz haben. 

Kein eigener Antrieb

Einen eigenen Antrieb hat Starfall nicht, allerdings wird kaltes Gas (Stickstoff) zur Lageregelung verwendet. Ein Fallschirm bremst die Kapsel nach dem Wiedereintritt ab. Auf Basis des zugehörigen Antrags bei der US-Flugsicherheitsbehörde FAA lässt sich nicht erkennen, wie der Wiedereintritt ohne eigenen Antrieb gesteuert wird. Wie Space.com vermutet, wird für den ersten Demo-Flug die 2. Raketenstufe der Falcon 9 die Kapsel zurück zur Erde schicken. 

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Grafik mit Seiten- und Draufsicht der flachen SpaceX-Kapsel Starfall, beschriftet mit 3,1 Metern Breite und 0,75 Metern Höhe.

So wird die Kapsel in einem Dokument der US-Flugsicherheitsbehörde FAA dargestellt. Es handelt sich allerdings nur um eine grobe Form, nicht um die tatsächliche Kapsel.

Militär und Medizin

SpaceX sieht 2 vorrangige Anwendungsarten für Starfall. Zum einen soll sie Fracht punktgenau weltweit ausliefern können. Dabei kann diese Fracht auch für längere Zeit im Orbit gelagert werden, um sie dann schnell auf Abruf an den Einsatzort zu bringen. Insbesondere für militärische Ausrüstung könnte das interessant sein. Statt sie über weite Strecken in Kriegsgebiete zu transportieren, könnte sie buchstäblich dort vom Himmel fallen, wo sie gerade gebraucht wird.

Eine 2. mögliche Anwendung zielt darauf ab, dass künftig private Unternehmen wie etwa Pharmakonzerne, Herstellungsprozesse in den Erdorbit verlegen. In der Mikrogravitation können bestimmte Medikamente und Kristalle einfacher produziert werden. Dazu müsste man die Produktion aber in eine Raumstation verlegen. Starfall gibt an, dass das in kleinem Maßstab auch innerhalb der Kapsel möglich ist. Die Erzeugnisse werden anschließend direkt zur Erde gebracht.

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Die Idee ist dabei nicht neu. Auch Varda Space hat bereits 5 seiner 0,9 Meter breiten und 300 kg schweren Kapseln wieder zur Erde gebracht. Eine davon lagerte 8 Wochen lang Fracht für die US Air Force im Orbit, eine weitere Demo-Mission kehrte im Mai nach einem ganzen Jahr im Orbit zurück. Auch Varda Space zielt dabei auf die Medizin-Herstellung in der Mikrogravitation ab.

Karte mit gesperrtem Lande- und Bergungsgebiet im Pazifik westlich von Kalifornien und Mexiko für den Starfall-Testflug von SpaceX.

In diesem Areal soll die Kapsel wieder landen

Testflug auf unbestimmte Zeit

Für den ersten Test wird ein suborbitaler Flug durchgeführt. Ob Starfall dabei längere Zeit im Orbit bleiben soll, oder die Kapsel sofort wieder landet, ist derzeit unklar. Wenn sie dann wieder eintritt, soll sie etwa 1.300 km von der US-amerikanischen Westküste in den Atlantik fallen. Anschließend wird SpaceX versuchen, sie zu bergen. 

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