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Neuartiges Wellenkraftwerk wird vor Barbados getestet

Vor der Insel Barbados soll ein modulares Wellenkraftwerk installiert werden, das die Bewegungen des Meerwassers in Strom und Trinkwasser umwandelt. Das Kraftwerk der dänischen Firma Wavepiston könnte bis zu 50 MW Leistung haben, geht aus einer Aussendung hervor.

Kernstück ist ein 350 m langes Seil, das an der Küste verankert wurde. Im Wasser sind daran dann in regelmäßigen Abständen vertikale Kollektoren angeordnet, die durch darauf treffende Meereswellen bewegt werden.

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Doppelter Nutzen: Entsalzung und Strom

Zwischen den vertikalen Kollektoren befinden sich hydraulische Pumpen, die das Meerwasser durch einen Schlauch ans Land bringen. Dort gelangt das zusammengepresste Salzwasser in ein Turbinensystem. Dadurch lässt sich dann einerseits Strom und andererseits durch einen Wasserfilter auch entsalztes Wasser gewinnen.

Die Umwandlungsstation kann sowohl Onshore als auch Offshore platziert werden. Das heißt, sie ließe sich an einem Standort an der Küste errichten, wo die Energie dann eine Landwirtschaft nicht nur mit Strom, sondern auch mit entsalztem Gießwasser versorgen könnte. Oder sie könnte auch einen Offshore-Standort wie eine Ölplattform mit Energie und Wasser für Sanitäranlagen oder Reinigungstätigkeiten versorgen.

Das System soll sehr robust sein und selbst harschen Seebedingungen trotzen. Durch seine modulare Form soll es schnell erweiterbar sein. Von kleineren bis hin zu großflächigen Varianten sind viele Formen denkbar.

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Langer Weg bis zum Betrieb

Das Patent für solche Anlagen hat Wavepiston schon seit 2009. Seither ist viel Zeit vergangen und Umsetzung und Kommerzialisierung laufen schleppend. Jetzt haben die Erfinder zumindest eine Gelegenheit zu zeigen, dass sich ihr Wellenkraftwerk auch in der Praxis bewährt. Sie müssen in Barbados nun beweisen, dass sich ihr System bezüglich Kosten und Haltbarkeit bewährt.

Konkrete Details zum Projekt fehlen bisher allerdings noch. Laut der Presseaussendung haben Wavepiston und Barbados bisher nur eine Absichtserklärung vereinbart. Es heißt zwar, man wolle „von Studien zur Aktion“ gelangen. Aber wie das konkret aussieht, wurde noch nicht kommuniziert. Wo das Kraftwerk steht, ist ebenso wenig bekannt, wie der Betriebsstart. Wavepiston testete in der Vergangenheit bereits verschiedene Prototypen in skandinavischen und spanischen Gewässern.

Kommerziell eingesetzte Wellenkraftwerke gibt es generell noch keine, erklärte ein Experte der futurezone. Es gibt viele heikle Punkte, die den Betrieb erschweren. Darunter etwa das Risiko, dass Stürme auf hoher See eine Anlage zerstören können. Oder dass der Wartungsaufwand einer solchen Anlage relativ groß ist.

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