Digital Life

Sundar Pichai: Es gibt keinen besseren Zeitpunkt, am Leben zu sein

Sundar Pichai wuchs in der indischen Millionenstadt Chennai in einem Haus ohne Kühlschrank auf und musste im Wohnzimmer am Boden schlafen. Es herrschte extreme Dürre und noch heute habe er Angst, ohne Wasserflasche neben seinem Bett einzuschlafen, erzählt der heutige CEO von Google im Interview mit der New York Times. Als er zum Studieren nach Stanford kam, war es das erste Mal, dass er ein Flugzeug bestiegen hat. Heute verwaltet er ein Unternehmen mit über 80.000 Mitarbeitern.

„Früher hatte ich kaum Zugang zu einem Computer. Die Computer-Labs auf der Uni, wo man jederzeit programmieren konnte, waren somit ein großes Ding für mich“, sagt Pichai. Heute nimmt er sich gerne auch einmal mehrere Tage Geräte-Auszeit, speziell, wenn er Freitagabends zu seiner Familie nach Hause kommt. Sein elfjähriger Sohn hat noch nicht einmal ein Smartphone und auch der Zugang zum Fernseher ist beschränkt. „Jede Generation hat gewisse Ängste vor neuer Technologie. Trotzdem bin ich mir dessen bewusst, dass diese aktuell deutlich schneller voranschreitet als jemals zuvor.“
 

„Haben einiges falsch gemacht“

Für Sundar Pichai gäbe es trotzdem keine bessere Zeit am Leben zu sein als heute, auch wenn die Welt aktuell mit vielen Problemen und Herausforderungen zu kämpfen hat – so auch Google: Zuletzt haben 20.000 Mitarbeiter gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und die Reaktion seitens Google protestiert. „Wir haben sicher einiges falsch gemacht. Aber während man durch so einen Prozess geht, lernt man auch unglaublich viel dazu. Unter anderem haben wir jetzt eigene Kanäle eingerichtet, über die Mitarbeiter solche Probleme melden können“, sagt Pichai zur New York Times, deren Artikel die Affäre erst ins Rollen gebracht hat.

Eines ist für den Google CEO allerdings klar: „Technologie löst niemals die Probleme das Menschheit. Das müssen die Menschen schon selbst tun.“ Aktuell würde sich die Gesellschaft von Technik einerseits viel zu abhängig machen, ihr allerdings auch zu große Schuld für die Probleme der Welt zuschreiben, so Pichai.
 

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Marco Di Lorenzo

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