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Trump will seinen Superflieger F-47 umbenennen, falls er ihm "nicht gefällt"

„Die F-47 wird das beste, tödlichste Flugzeug sein, das jemals gebaut wurde“: Mit diesen Worten kündigte US-Präsident Donald Trump im März 2025 den nächsten Stealth-Fighter der US Air Force an.

Trump bei der Vorstellung der F-47

Er ließ keinen Zweifel daran, dass der „Superflieger“ eines seiner Lieblingsprojekte ist, mit dem er sich verewigen will. Schließlich wurde der Stealth-Fighter nach ihm benannt. 47, weil Trump aktuell der 47. Präsident der USA ist. Deshalb ist es für ihn auch wichtig, dass die F-47 noch im Jahr 2028 ihren Erstflug hat, denn offiziell endet Trumps Präsidentschaft am 20. Jänner 2029.

Damit das auch wirklich passiert, hat das Pentagon Budgetvorschläge eingebracht, um mit mehr Geld die Entwicklung der F-47 zu beschleunigen. Dafür sollten finanzielle Mittel u.a. vom F/A-XX-Projekt abgezogen werden, dem Navy-Gegenstück zur Air-Force-F-47. Das hätte die F/A-XX effektiv gekillt.

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F/A-XX-Konzeptgrafik von Boeing

Der Plan wackelt aber, weil sich der US-Senat in dieser Sache gegen das Pentagon stellt. Trump scheint den Gegenwind zu spüren und legt sich jetzt schon eine Ausrede zurecht, um seine Spuren beim F-47-Programm zu verwischen: Er ändert einfach den Namen.

„Wenn ich sie nicht mag, verschwindet die 47“

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos sagte er diese Woche: „Sie sagen, dass die F-47 der zerstörerischste Kampfjet aller Zeiten sein wird. Sie haben sie 47 genannt. Wenn ich sie nicht mag, werde ich die 47 davon runternehmen.“

Konzeptgrafik der F-47

Die Aussage ist relativ klar: Wird die F-47 nicht rechtzeitig fertig, droht das Projekt zu scheitern oder ein finanzielles Debakel zu werden, dann soll der Name nicht an den Drahtzieher erinnern.

Außerdem scheint Trump jetzt abzustreiten, dass die F-47 nach seiner Präsidentschaft benannt ist. Das macht keinen Sinn, denn wenn es ohnehin nicht so wäre, gäbe es ja auch keinen Grund den Namen zu ändern: „Ich weiß nicht, warum sie sie 47 genannt haben. Wir werden darüber nachdenken. Aber wenn ich es nicht mag, werde ich diese 47 entfernen.“

Die Ausreden der Air Force

Im März 2025 klang das noch anders: „Die Generäle haben die Bezeichnung gewählt und es ist eine wunderschöne Zahl“, sagte Trump.

Es ist jedoch ein offenes Geheimnis, dass der US-Präsident diese Bezeichnung wollte und nicht „die Generäle“. Als kurz nach der Ankündigung die Air Force reichlich Kritik für die 47 einsteckte, versuchte sie weitere Argumente für die Bezeichnung zu finden.

Neben Trumps Präsidentschaft sei die 47 eine Anspielung an das Gründungsjahr der Air Force (1947). Prinzipiell stimmt das, allerdings würde das mehr Sinn machen, wenn es zeitlich zum 80-jährigen Jubiläum der Air Force passen würde, das 2027 gefeiert wird. Die F-47 wurde aber 2025 angekündigt und soll ihren Erstflug 2028 haben. Oder die Air Force rechnet damit, dass die F-47 erst 2037 in Dienst gestellt wird – zum 90-jährigen Jubiläum der US-Luftstreitkräfte.

➤ Mehr lesen: Warum der neue US-Superflieger F-47 europäische Kampfjets kopiert

Weiters wurde gesagt, dass die F-47 eine Hommage an die P-47 Thunderbolt ist, einem Flugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg. Damals gab es aber noch nicht mal die Air Force, sondern nur die US Army Air Forces (USAAF). 1947 wurde die P-47 in F-47 unbenannt. Das P stand für Pursuit (Verfolgung), bedeutete also Jagdflugzeug. Das F steht bis heute für Fighter (Kampfflugzeug).

Prinzipiell könnte man diese Erklärung gelten lassen – allerdings ist das so nicht üblich. Für dieselbe Art von Kriegsgerät wird normalerweise nicht dieselbe Bezeichnung wiederverwendet: In diesem Fall gibt es jetzt 2 F-47s in der Air Force.

Ist ein neues Flugzeug eine Hommage an ein altes, wurde bisher der Beiname verwendet. Die P-47 hieß Thunderbolt, die A-10 heißt deshalb Thunderbolt II. Die F-35 heißt Lightning II, eine Anspielung an die P-38 Lightning aus dem Zweiten Weltkrieg.

Kaum Infos zur F-47

Seit der Ankündigung der F-47 halten sich die Air Force und der Hersteller Boeing sehr zurück mit Infos zum Stealth-Fighter. Selbst das Design wurde noch nicht vollständig enthüllt. Die Konzeptgrafiken zeigen nur Teile des Flugzeugs. Die einzigen Daten zur F-47, die bisher veröffentlicht wurden, kamen in der Form einer Grafik der Air Force. Demnach soll sie schneller als Mach 2 fliegen können und einen Einsatzradius von über 1.850 km haben.

Eckdaten der F-47

Zudem wird die F-47 ein Kampfjet der 6. Generation sein. Die Fähigkeiten, die ein Stealth-Fighter haben muss, um als 6. Generation zu gelten, sind derzeit nur lose definiert – weil es eben noch keine einsatzfähige Gen-6-Maschine gibt.

Was bedeutet 6. Generation?

Kampfjets werden in Generationen eingeteilt. Die aktuellste, die im Einsatz ist, ist die 5. Generation, die sich vor allem durch Tarnkappeneigenschaften auszeichnet. Dazu gehören etwa die F-22, F-35, Su-57, J-20 und J-35.

Zu den derzeit noch lose definierten Fähigkeiten eines Kampfjets der 6. Generation zählen:

  • Tarnkappeneigenschaften und interner Waffenschacht
  • Für Luftkämpfe und Bodenangriffe geeignet
  • Geeignet für elektronische Kriegsführung
  • Erweiterte Datenübertragungsfähigkeiten für das vernetzte Schlachtfeld und Datenübertragung direkt zu Satelliten
  • Kann optional ferngesteuert und mindestens teilautonom mittels KI agieren
  • Helm-Display ist mit Außenkameras verbunden, damit der Pilot „durch das Flugzeug“ durchschauen kann und so eine 360-Grad-Rundumsicht hat
  • Adaptives Triebwerk
  • Erweiterte Gegenmaßnahmen, wie Jammer, Infrarot-Blender und optional Energiewaffen – etwa um anfliegende Raketen per Laser zu zerstören

Die F-47 ist weltweit der erste Kampfjet der 6. Generation, der als solcher vorgestellt wurde. China führt seit Dezember 2024 Testflüge mit der J-36 und J-XDS/J-50 durch, bei denen es sich vermutlich auch um Kampfflugzeuge der 6. Generation handelt.

Diese wurden aber bisher noch nicht offiziell vorgestellt. Selbst die Namen sind nur Vermutungen, auf die sich chinesische Medien geeignet haben, basierend auf Bezeichnungen der bisherigen Flugzeuge der chinesischen Luftwaffe.

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Gregor Gruber

Testet am liebsten Videospiele und Hardware, beschäftigt sich leidenschaftlich mit Rüstungstechnologie.

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