Gepanzertes Fahrzeug mit Laserwaffe Magic Beam, daneben mehrere Männer im Anzug und Lederjacke.

Magic Beam Laserwaffe

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Militärtechnik

Aserbaidschan zeigt Laserwaffe Magic Beam

Nicht nur große Nationen arbeiten an Energiewaffen. Auch Aserbaidschan, das etwa 10 Millionen Einwohner hat, setzt auf Laser- und Mikrowellenstrahlen.

Ilham Alijew, der Präsident von Aserbaidschan, hat in der Vorwoche die Waffenfabrik Tartar besucht. Der Lederjacken- und Schnauzbartträger hat dabei nicht nur Drohnen und Gewehre begutachtet, sondern auch Magic Beam und Pulsar. Die sind zwar nicht im Video des Besuchs zu sehen, aber auf Fotos.

Laserwaffe Magic Beam

Der Name Magic Beam erinnert zwar an Israels Iron Beam, wurde aber angeblich vollständig in Aserbaidschan designt und gebaut. Name und Look sorgen jedenfalls in den sozialen Netzwerken für Belustigung, u.a. wegen dem roten Blitz an der Laserwaffe, dem angeschraubten Heckspoiler und dem eigenwilligen Font des „Magic Beam“-Schriftzugs. „Als hätten sie ein Spielzeug als Vorbild genommen“, liest man da etwa.

Gepanzertes Fahrzeug mit Laserwaffe Magic Beam, daneben mehrere Männer im Anzug und Lederjacke.

Magic Beam, rechts dahinter Pulsar.

Der Laser soll eine Stärke von 30 Kilowatt haben. Weitere Leistungsmerkmale wurden nicht genannt. Andere Länder geben an, dass ihre 30-kW-Laser genügend Leistung haben, um Ziele auf bis zu 5 km zu bekämpfen. Bekämpfen heißt in diesen Fällen oft, dass optische Sensoren durch den Laser beschädigt werden. Die Distanz, auf die Drohnen tatsächlich mit einem 30-kW-Laser zerstört werden können, wird meist mit bis zu 3 km angegeben.

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Magic Beam soll militärische Einheiten, kritische Infrastruktur, Convoys und Grenzposten beschützen. Dabei dürfte vor allem die Abwehr von FPV-Drohnen im Fokus stehen. Bei diesen handelt es sich oft um handelsübliche Multicopter, die entweder Sprengsätze abwerfen oder mit montierten Sprengladungen das Ziel rammen (Kamikaze-Drohnen). Im Ukraine-Krieg nutzen beide Seiten FPV-Drohnen und zerstören damit regelmäßig Kriegsgerät des Feindes – vom Geländewagen über Kampfpanzer bis zur Raketenartillerie.

Vor- und Nachteile von Laserwaffen

Ein Laser hat den Vorteil, dass der „Schuss“ gegen so eine Drohne, die meist nur ein paar Hundert US-Dollar kostet, nur Stromkosten verursacht, also im Bereich von ein paar Cent liegt. Das ist ein deutlicher Unterschied zu Maschinengewehrmunition (ab ca. 40 Cent pro Schuss) oder gar Luftabwehrraketen, die Hunderttausende bis über eine Million US-Dollar – pro Stück – kosten.

Der Nachteil des Lasers ist, dass er durch Wetter und Umwelteinflüsse abgeschwächt werden kann, wie etwa Regen, Nebel und Rauch. Zudem können Laserwaffen derzeit nicht unendlich lange schießen. Nach einer bestimmten Schussdauer, meist im Bereich von 50 Sekunden bis 3 Minuten, muss er abkühlen, damit die Komponenten nicht beschädigt werden. Je heißer die Außentemperatur, desto kürzer die Schussdauer bis zur Abkühlphase.

Auch die „Munition“ des Lasers ist nur theoretisch unendlich. Schließlich müssen Laserwaffe und Zielsysteme mit Energie versorgt werden. Ob die Akkus von Magic Beam durch den Motor des Fahrzeugs bei Bedarf aufgeladen werden können, ist nicht bekannt.

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Präsident am Computerspiel-Joystick

Auch unklar ist, ob Magic Beam mit einer externen Stromquelle versorgt werden kann, falls er etwa als Abwehranlage bei einem Kraftwerk stationiert wird. Auf den Fotos sieht man zwar ein Kabel aus dem Magic Beam kommen – dies ist aber nur das Datenkabel, um die Laserwaffe von außerhalb des Fahrzeugs zu steuern.

Zwei Männer begutachten ein gepanzertes Militärfahrzeug vor einer blauen Industriehalle.

Aus dem Kofferraum von Magic Beam führt ein Kabel heraus. Links im Bild: Mikrowellenwaffe Pulsar

Der Joystick, der dabei zum Einsatz kommt, ist ein Thrustmaster Hotas Warthog Flight Stick. Der PC-Joystick (250 Euro bei Amazon) ist eine Nachbildung des Joysticks der amerikanischen A-10.

Schwarzer Joystick mit mehreren Tasten und Schaltern auf einer Metallplatte vor grauem Hintergrund.

Thrustmaster Hotas Warthog Flight Stick

Ob Magic Beam bei der externen Steuerung immer diesen Joystick nutzt, oder ob der nur für den Besuch von Alijew aufgestellt wurde, ist nicht bekannt.

Alijew bedient einen Thrustmaster-Joystick im Freien

Alijew am Thrustmaster-Joystick

Vorgänger Fireforce

Es ist nicht das erste Mal, dass Aserbeidschan eine Laserwaffe zeigt. 2024 wurde Fireforce gezeigt. Die Laserwaffe war auf einem gepanzerten Fahrzeug montiert, das auf dem Toyota Hilux basiert.

Auch Fireforce sollte eine Leistung von 30 kW haben, war aber deutlich größer als Magic Beam. Es ist möglich, dass das Projekt Fireforce nicht weiterverfolgt und stattdessen Magic Beam entwickelt wurde.

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Mikrowellen-Werfer

Beim Besuch von Alijew war auch Pulsar zu sehen. Dieses Abwehrsystem nutzt Mikrowellenstrahlen. Bei Mikrowellenwaffen werden Mikrowellenimpulse Richtung der Drohnen geschleudert. Innerhalb der effektiven Reichweite der Waffe werden die elektronischen Systeme zerstört. Das ist derselbe Effekt wie bei einem elektromagnetischen Impuls (EMP).

Ein Pulsar Fahrzeug steht im Vordergrund, rechts davon 4 Männer

Pulsar

Mikrowellenwaffen haben den Vorteil, dass die Pulse nicht punktgenau wie ein Laser sind, sondern sich konusförmig nach dem Abfeuern ausbreiten. Dadurch ist es einfacher die Drohnen im Flug zu treffen. Außerdem können, je nach Leistung der Waffe, mehrere Drohnen gleichzeitig getroffen werden. An einer entsprechenden Waffe arbeitet etwa das US-Unternehmen Epirus.

Der Nachteil von Mikrowellenwaffen: Die Systeme von Drohnen können gegen Mikrowellen bzw. EMPs abgeschirmt werden. Das erhöht zwar etwas die Kosten und das Gewicht der Drohnen, was entweder weniger Reichweite oder weniger Nutzlast bedeutet, ist aber prinzipiell möglich. Solange Mikrowellenwaffen aber nicht weit verbreitet sind, wird das nicht passieren.

Details zur Leistung von Pulsar gibt es nicht. Ebenso wenig wurde verraten, wann Magic Beam und Pulsar in Serienproduktion gehen könnten und ob sie von der aserbaidschanischen Armee bzw. den Sicherheitskräften in Dienst gestellt werden sollen, oder primär für den Export gedacht sind.

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Gregor Gruber

Testet am liebsten Videospiele und Hardware, beschäftigt sich leidenschaftlich mit Rüstungstechnologie.

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