Für Zug-Nerds, CSS-Fans und mehr: 8 schräge Mini-Games für Zwischendurch
Auch für die nischigsten Interessen gibt es im Internet die passende Community. Kein Wunder, dass es daher ebenso nischig-schräge Browser-Games gibt, die Nerds aller Art ansprechen.
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Wir haben 9 kostenlose Beispiele zusammengetragen, die uns in der Redaktion immer wieder Freude bereiten. Sie richten sich unter anderem an wortgewandte Bahnfans, abgebrühte Projektmanager, geduldige Webdesigner, Newsjunkies, Typo-Nerds und echte Menschen.
Choo Choo Words: Scrabble trifft Bahnstrecke
Menschen, die Züge mögen und Menschen, die in der Rechtschreibung pedantisch sind, gelten schnell als etwas seltsam. Wenn sich diese Interessen überschneiden, vielleicht noch mehr. Aber genau für diese sehr spitze Zielgruppe gibt es nun das passende Browsergame für Zwischendurch: In Choo Choo Words muss man einem Zug auf einem Scrabble-Feld eine Strecke legen. Dabei muss man schnell sein, sonst holt der Zug das Ende der Gleise ein und es kommt zum Crash – Game Over.
Man muss schneller Wörter legen, als der Zug die "Strecke" entlangfährt.
© Screenshot Choo Choo Words
Es gibt dabei 3 Spielmodi: In der „Weekly Challenge“ geht es schlicht darum, den Highscore zu knacken. Damit es nicht langweilig wird, gibt es z. B. einen Bonus für lange Wörter, extra wenige Vokale oder zusätzliche Steinchen. In der „Daily Challenge“ ist das Ziel, ein täglich wechselndes Wort auf das Spielbrett zu bringen. Und im Modus „Puzzles“ ist das Spielbrett nicht rechteckig, sondern hat z. B. die Umrisse Japans. Hier muss man eine Bahnstrecke durch 5 Städte auf der Landkarte legen.
Hier baut man eine Zugstrecke durch Japan.
© Screenshot Choo Choo Words
Großer Nachteil: Das Spiel funktioniert nur auf Englisch. In einer Fremdsprache unter Zeitdruck zu „scrabbeln“ erhöht das Schwierigkeitslevel noch einmal ungemein.
Scope Creep: Projektmanagement aus der Hölle
Das Szenario dieses Text Adventures mag für manche schon von vornherein abschreckend wirken: In Scope Creep schlüpft man in die Rolle eines Projektmanagers, der für einen Kunden mit knappem Budget eine Webseite umsetzen muss.
Am Anfang scheint noch alles einigermaßen ok.
© Screenshot Scope Creep
Und dann beginnt der Horror: Endlose Meetings, Redesign-Anfragen, Kaffee-Notstand, widersprüchliches Feedback. In jeder Situation hat man die Wahl zwischen 3 meist ähnlich beschränkten Optionen und die Hoffnung, dass die Erzählung sich doch noch zum Guten wendet. Irgendwann wird Kündigen zum attraktivsten nächsten – oder einzigen rettenden – Schritt.
Scope Creep ist in Wahrheit mehr Satire einer zermürbenden Branche als spaßiges Game, aber nichtsdestotrotz unterhaltsam.
CSS Hell: Für Webdesigner
Ohne CSS würde das Web nicht so bunt und blinkend aussehen, wie wir es gewohnt sind. Dieser Gestaltungsstandard lässt sich auch spielerisch nutzen, wie CSS Hell zeigt.
In 15 Leveln muss man bunte Kreise entsprechend der Aufgabe bewegen. Die Steuerung passiert über die Style-Eigenschaften einzelner Elemente. Die kann man allerdings nicht bearbeiten bzw. überschreiben, sondern nur erweitern.
Die Steuerung funktioniert nur per Ergänzung der CSS-Eigenschaften.
© Screenshot CSS Hell
Trotz Lösungshinweisen (die sich passenderweise auf GitHub finden), bin ich schon an Level 2 gescheitert. Aber ich könnte mir vorstellen, dass das Spiel für Menschen mit mehr Ahnung von Webdesign ein paar Runden länger lustig ist.
Kerntype: Für Schriftfans mit Augenmaß
Beim Kerning (auf Deutsch selten auch Unterschneidung genannt) geht es darum, den Abstand zwischen Buchstaben innerhalb von Wörtern so zu verändern, dass die Schrift gleichmäßiger erscheint. Falls du das zum ersten Mal hörst und denkst „da kenn ich mich nicht aus“: nicht gleich weiterscrollen! Typografisches Fachwissen braucht es für Kerntype eigentlich nicht, Augenmaß aber schon.
Die blauen Umrisse zeigen die richtige Position der Buchstaben.
© Screenshot Kerntype
Im Game muss man mit der Maus Buchstaben so verschieben, dass der dazwischenliegende Abstand passt. Je nachdem, wie genau man die Positionierung der Schriftdesignerinnen und -designer trifft, bekommt man bis zu 100 Punkte. Im Zuge der verschiedenen Runden lernt man bekannte Schriftarten, von Garamond aus dem 16. Jahrhundert bis Syntax aus dem Jahr 2000, sowie Typografen von Firmin Didot bis Adrian Frutiger kennen.
Daniel Linssen’s Typing Challenge: Schnell tippen lohnt
Spiele, bei denen es ums Schnell-Tippen bzw. 10-Finger-System geht, gibt es viele. Das von Daniel Linssen, der ganz selbstbewusst seinen Namen in den Titel – Daniel Linssen’s Typing Challenge – gepackt hat, ist ein besonders hinreißendes Beispiel.
Hier könnte man z.B. E - U - D tippen, um die weiße Markierung zur goldenen zu bewegen.
© Screenshot Daniel Linssens Typing Challenge
Auf einem kreisrunden Spielfeld voller Buchstaben gibt es jeweils einen weiß und einen golden markierten. Durch Tippen der umliegenden Buchstaben muss man die weiße Markierung zur goldenen bewegen. Dabei gilt es, schnell zu sein, denn es tauchen rote herumfliegende Asteriske auf. Wenn einer davon auf den weiß markierten Buchstaben trifft: Game over.
Keyboard Keyboard: Mit Numpad zum Ohrwurm
NumPads lassen mich zunächst an Buchhaltung und trockene Datenverarbeitung denken. Keyboard Keyboard macht aus den 10 Tasten ein Musikinstrument. Statt mit Noten spielt man dieses Klavier, das 10 Töne der C-Dur-Tonleiter umfasst, anhand von Ziffern. Pausen sind in den „Noten“ mit Bindestrichen kodiert.
Zur Auswahl steht z. B. der Internet-Witz-Klassiker „Never Gonna Give You Up“ von Rick Astley, Happy Birthday oder Beethovens „Für Elise“. Wer mag, spielt aber eigene Songs oder reicht „Noten“ ein.
Um das Keyboard Keyboard zu spielen, muss man keine Noten lesen können.
© Screenshot Keyboard Keyboard
BirDJ: Drumcomputer mit Vogelgesang
Es geht musikalisch weiter: BirDJ ist ein Drumcomputer mit dem Gesang von 46 verschiedenen Vogelarten. Direkt im Browser lassen sich damit z. B. Beats aus dem Pfeifen einer Wanderdrossel, dem Krächzen eines Kolkraben oder dem Gurren einer Taube basteln. Das Ganze funktioniert am Smartphone genauso wie am Desktop, am besten ist es allerdings, wenn man Kopfhörer nutzt.
Spitzschopftaube, Stieglitz und Kiebitzregenpfeifer trällern "Für Elise".
© Screenshot BirDJ
Als Inspiration gibt es ein paar Demo-Takte, etwa das berühmte Motiv aus Für Elise, das Tetris-Theme, oder den Refrain von Michael Jacksons Billie Jean. Eigene Songs kann man über einen Link sichern und mit anderen teilen. Ein Klick auf das „I“-Symbol führt zu einem englischsprachigen Steckbrief der jeweiligen Vogelart, wodurch man nebenbei seine ornithologischen Kenntnisse aufbessern kann.
I’m Not a Robot: Für echte Menschen
Neal Agarwal aka neal.fun ist bekannt für seine kreativen Datenvisualisierungen und Mini-Games. Um ein Gefühl für Überreichtum zu bekommen, hat er z.B. Spend Bill Gates' Money gebaut, in Size of Life kann man die Größe von DNA mit einem Blauwal vergleichen.
Das Browserspiel, das wir für diese Liste empfehlen wollen, ist jedoch ein anderes: In I’m Not a Robot muss man in zunehmend absurden Aufgaben seine Menschlichkeit beweisen. Das Game orientiert sich dabei an der Ästhetik von Captchas, baut aber immer auch etwas Witz ein. So muss man etwa Stoppschilder und Fahrrad nicht auf Fotokacheln auswählen, sondern aus einem Buchstabengitter.
So ist man Captchas nicht gewohnt.
© Screenshot I'm Not A Robot von neal.fun
I’m Not a Robot hat Dutzende Level, es könnte also passieren, dass man unvorhergesehen viel Zeit verliert, wenn man versucht, es durchzuspielen.