Unitree-CEO Xingxing Wang neben GD01 und 2 weiteren Robotermodellen.
Kipppunkt bei Robotern könnte in 2 Jahren erreicht sein
Was humanoide Roboter betrifft, ist der chinesische Hersteller Unitree derzeit unbestritten Marktführer. Videos seiner Produkte gehen regelmäßig viral, vermutlich auch weil man auf cineastische Bildwelten setzt. Das Video von GD01, einem etwa 3 Meter hohem Mecha, in den man hineinklettern kann, steht nach 2 Monaten bei 22 Millionen Views. Laut Gründer und Geschäftsführer Wang Xingxing, der im Video eine prominente Rolle spielt, war ein Roboter aus James Camerons Film Avatar Vorbild für GD01.
Viralität im Netz reicht Wang jedoch nicht mehr – sein Unternehmen soll an die Börse, die zuständige Behörde hat kürzlich zugestimmt. Unitree will damit 4,2 Milliarden Yuan (etwa 545 Millionen Euro) einnehmen, wie Reuters meldet.
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2025 mehr als 5500 Roboter ausgeliefert
Vergangenes Jahr hat Unitree 5500 Roboter ausgeliefert, was mehr als ein Viertel des Weltmarkts ausmacht, heißt es im Time Magazine. Geht es nach Wang, sind wir 2 bis 10 Jahre von einem „ChatGPT-Moment“ für humanoide Roboter entfernt. Ab dann sei die großflächige kommerzielle Anwendung möglich.
Der CEO ist überzeugt, dass in 10 Jahren jeder Haushalt einen Roboter für ungeliebte Aufgaben besitzt. Jobs, die niemand machen wolle, könnten dann ebenfalls von den Maschinen übernommen werden. „Das wird sich Schritt für Schritt entwickeln“, meint er gegenüber dem Time Magazine. „Wenn die Gesellschaft feststellt, dass Roboter in einem bestimmten Bereich keine guten Leistungen erbringen oder Menschen sie dort einfach nicht mögen, können wir problemlos umsteuern und ihren Einsatz auf andere Bereiche verlagern.“
Preis bereits verringert
Binnen eineinhalb Jahren konnte Unitree den Nettopreis seines Flagschiff-Roboters G1 um 15 Prozent auf umgerechnet knapp 12.000 Euro verringern. Das Roboterhund-Modell ist schon für weniger als 2.000 Euro zu haben.
Doch die Leistung der Roboter ist momentan gerade gut genug für den Einsatz in der echten Welt: Der G1 kann ein 5-Kilo-Paket 10 bis 15 Minuten lang durchgehend tragen, ohne zu überhitzen.
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Generalisierung als großes Problem
Mit einem Menschen kann er damit kaum mithalten: Nimmt man eine Lagerhalle als Einsatzort, erreicht der G1 nur 30 bis 50 Prozent der Effizienz eines menschlichen Arbeiters. Vermutlich deshalb landen derzeit nur 9 Prozent der verkauften G1-Roboter in der Industrie.
Die sogenannte „Generalisierungslücke“ bleibt ein Problem, oder wie Wang selbst es beschreibt: „den größten Kopfschmerz der gesamten globalen Wissenschaftscommunity.“ Heutige Roboter sind nur in ganz bestimmten Nischen gut, denn jede kleinste Bewegung muss einprogrammiert werden. Um humanoide Roboter tatsächlich nützlich zu machen, will Unitree jetzt stark auf Software und das Sammeln von Daten – die Einnahmen des Börsengangs sollen dies ermöglichen.
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