Netzpolitik

Großbritannien plant Scroll-Verbot und nächtliche Social-Media-Sperre für Teenager

Mitte Juni hat die britische Regierung angekündigt, soziale Netzwerke für alle unter 16 zu verbieten. Das sollte „Kindern ihre Kindheit zurückgeben“, meinte Noch-Premierminister Keir Starmer

Am Dienstag wurde die Regelung um einen weiteren Aspekt ergänzt: für 16- und 17-Jährige soll es ein „Scroll-Verbot“ auf Social Media geben. Außerdem soll die Nutzung bestimmter Apps zwischen Mitternacht und 6 Uhr früh für die betroffene Altersgruppe komplett blockiert sein. Techkonzerne wie Google, Meta und TikTok sollen gesetzlich verpflichtet werden, diese Maßnahmen umzusetzen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

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Kein Auto-Play und Infinite Scroll für Minderjährig

Das Scroll-Verbot sieht vor, dass Apps Minderjährigen keine automatisch abgespielten Videos („Auto-Play“) oder endlose Feeds („infinite scroll“) anzeigen dürfen. Diese Funktionen sieht die britische Regierung nämlich als süchtig machend an.

Ab Mitternacht soll die Nutzung von Social-Media-Apps für 16- und 17-Jährige 6 Stunden lang blockiert sein, um „gesunden Schlaf“ zu garantieren. Diese Sperre soll man jedoch durch die Änderungen der Standardeinstellungen umgehen können.

Viel Kritik

An dem Vorschlag gibt es viel Kritik. Oppositionspolitikerin Laura Trott erklärt gegenüber der BBC: „Entweder sind sie der Meinung, dass 16- und 17-Jährige in den sozialen Medien aktiv sein sollten, oder sie sind es nicht. Aber Sperrzeiten, die man einfach ausschalten kann, bringen nichts.“

Tory-Politikerin Laura Trott sieht Probleme am Gesetzesentwurf.

Social-Media-Berater Matt Navarra ist ähnlicher Meinung:

Sonia Livingstone, Expertin für digitale Kinderrechte an der London School of Economics ergänzt im BBC-Interview, dass die nächtliche Sperre Kindern auch negative Folgen haben kann: „Wenn es eine Sperre ist, die ein Kind, das Unterstützung, Hilfe oder Trost braucht, daran hindert, sich mitten in der Nacht an vertrauenswürdige Ansprechpartner zu wenden, halte ich das für potenziell ziemlich schädlich.“

Alterskontrolle in Österreich

Die österreichische Bundesregierung hatte im März angekündigt, bis Ende Juni einen Gesetzesentwurf für ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige vorlegen zu wollen. Laut Informationen des Standard ist dieser derzeit in Arbeit und soll noch im Sommer präsentiert werden, um Anfang 2027 in Kraft treten zu können.

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Die Bundesregierung will die Alterschecks jedoch nicht den Plattformen überlassen. Stattdessen könnte eine zentrale Anwendung zum Einsatz kommen, die der jeweiligen App mitteilt, ob der jeweilige Nutzer darauf zugreifen darf.

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