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AirPods Max 2 im Test: Meine 3 Wochen mit den teuren Apple-Kopfhörern

Die AirPods Max hat Apple erstmals im Dezember 2020 auf den Markt gebracht - damals noch mit Lightning-Anschluss. 2024 wurde der Anschluss auf USB-C geändert und seit dem 1. April gibt es die Over-Ear-Kopfhörer von Apple nun in einer vollständig überarbeiteten Version. 

Das Design ist allerdings komplett gleich geblieben. Die AirPods Max 2 wurden nur unter der Haube erneuert. Sie haben den aktuellen H2-Chip erhalten, der für eine bessere Audioqualität und bessere aktive Geräuschunterdrückung sorgen soll und gleichzeitig neue Funktionen ermöglicht.

Ich habe die neuen AirPods Max seit mehr als 3 Wochen intensiv genutzt, sie beim Arbeiten am Computer, zum Telefonieren, zum Pendeln in U-Bahn und Zug, im Fitnessstudio sowie beim Stadtspaziergang getragen. Dabei bin ich zu einem ziemlich eindeutigen Fazit gekommen.

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Tonqualität ist erstklassig

Widmen wir uns zunächst jener Sache, bei der man sich gar nicht lange aufhalten muss: der Soundqualität. Diese ist nämlich erstklassig - genauso, wie man es sich von einem 579 Euro teuren Kopfhörer erwarten darf. Mit dem Sound der AirPods Max 2 konnte ich mich auf Anhieb anfreunden. 

Die Wiedergabe ist glasklar und ausgewogen. Ein Qualitätsmerkmal für mich ist immer die Basswiedergabe, die bei den Max keine Schwächen übertönen muss. Der Bass ist kräftig, nimmt aber den Mitten keinen Platz weg. Alles in allem ist für mich der Klang der Apple-Kopfhörer makellos. 

Für eine ganz besondere User-Experience sorgt Spatial Audio. Dabei erkennen die Kopfhörer wo man gerade hinschaut und lassen den Ton so klingen, als würde er aus der Richtung kommen, wo sich das iPhone befindet. Das ist anfangs gewöhnungsbedürftig, macht mit der Zeit aber richtig Spaß, weil es eine natürliche Art der Audioquelle imitiert. Die Funktion kann man nach Belieben ein- und ausschalten.

Hoher Tragekomfort

Die AirPods Max 2 sind extrem angenehm zu tragen. Sie haben einen guten Halt, ohne dass sie zu einer Kopfpresse werden. Sie können ohne Weiteres im Fitnessstudio getragen werden, ohne dass sie ständig verrutschen. Zum Laufen würde ich sie aber eher nicht nutzen. Dafür empfinde ich klassische In-Ear-Kopfhörer als bequemer.

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Apple AirPods Max 2

Reibungslose User-Experience

Was die AirPods Max 2 zur ersten Wahl für Apple-User macht, ist ihre nahtlose Einbindung in das Apple-Ökosystem. Auch wenn es der EU ein Dorn im Auge ist, ist die Nutzung der AirPods Max 2 (und aller anderen AirPods) mit einem iPhone und/oder einem MacBook beziehungsweise einem iPad eine Benutzererfahrung der Sonderklasse. Mit keinen anderen Kopfhörern ist es nämlich möglich, einen derart reibungslosen und nahtlosen Übergang zwischen iPhone und MacBook zu gewährleisten.

Mein Szenario sieht folgendermaßen aus: Ich arbeite am MacBook und höre Musik über Bluetooth, die über den Apple-Laptop abgespielt wird. Geht nun ein Anruf auf dem iPhone ein, kann ich den Anruf annehmen und umgehend mit den AirPods Max 2 telefonieren. Das Umschalten zwischen dem Musikhören am MacBook und dem Telefonat am iPhone geht automatisch und ohne Zutun über die Bühne. 

Wenn ich nicht Musik höre und die AirPods Max 2 einfach auf dem Schreibtisch liegen und ein Anruf über das iPhone eingeht, brauche ich nur zu den Apple-Kopfhörern greifen, sie aufsetzen und kann umgehend darüber telefonieren.

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Die Inbetriebahme der Apple AirPods Max 2 ist selbsterklärend einfach.

Die lästige Sache mit der Akkulaufzeit

Dieses ineinander verwobene System kommt aber mit einem großen Nachteil: einer stark verkürzten Akkulaufzeit. Der größte Kritikpunkt an den AirPods Max 2 ist, dass die Kopfhörer keine Ein-Aus-Taste haben. Man kann sie einfach nicht ausschalten. Sie können nur in einen Ruhezustand versetzt werden, indem man sie in das dazugehörige Smart-Case gibt. 

Die AirPods Max 2 sind also dauerhaft eingeschaltet und suchen permanent nach einem gekoppelten iPhone, MacBook oder iPad. Vorteilhaft ist, dass sie sich umgehend nutzen lassen. Der Nachteil ist eben, dass dieses dauernde Wachsein ständig Energie benötigt und den Akku leersaugt.

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Immer On, immer Aufladen

Als unerfahrener AirPods-Max-User lässt man die Kopfhörer vielleicht einfach über Nacht auf dem Schreibtisch liegen. Am nächsten Tag kommt man drauf, dass der Akku komplett leer ist. Das könnte etwa sein, weil sie permanent nach einer passenden Verbindung gesucht haben. Oder vielleicht waren sie mit einem iPad verbunden, das ebenso auf dem Schreibtisch lag. 

Als erfahrener AirPods-Max-User weiß man, dass man die Kopfhörer am besten immer mit einem Ladekabel verbindet, wenn man sie längere Zeit nicht braucht. Denn auch der Standby-Modus im Smart-Case ist kein Garant dafür, dass der Akku nicht doch geleert wird. 

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Apple AirPods Max 2

Knapper Akku

Auch abseits des permanenten On-Modus können die AirPods Max 2 nicht mit einer langen Akkulaufzeit aufwarten. Mit aktivierter Geräuschunterdrückung kann man laut Apple bis zu 20 Stunden Musik hören. Im Vergleich mit anderen Kopfhörern ist das ein äußerst geringer Wert. 

Die erst kürzlich vorgestellten Headphone (a) von Nothing kommen auf 72 Stunden bei aktivierter ANC und sogar auf 135 Stunden, wenn die Geräuschunterdrückung ausgeschaltet ist. Gleichzeitig kosten die Headphone (a) nur 159 Euro. 

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Apple AirPods Max 2

Kabelverbindung auch bei leerem Akku?

Wenn der Akku einmal leer ist, geht nichts mehr. Selbst wenn man sie mit leerem Akku per USB-C-Kabel mit dem iPhone verbindet, lässt sich keine Musik hören. Die Kopfhörer werden dabei zumindest vom iPhone aufgeladen. Und schon mit ein paar Prozent Akku kann man die AirPods Max 2 wieder für eine gute halbe Stunde verwenden. 

Eine entsprechende Kabelverbindung zur Audioquelle ermöglicht übrigens ein verlustfreies (lossless) Musikhören. Dabei muss man aber darauf achten, dass ein passendes USB-C-Kabel mit einem DAC-Wandler verwendet wird. Um die AirPods Max 2 per Kabelverbindung nutzen zu können, muss das Bluetooth am iPhone deaktiviert werden. Die aktive Geräuschunterdrückung ist bei einer Kabelverbindung nicht möglich. 

Hervorragende Geräuschunterdrückung

Wie man es von Apple gewohnt ist und wie man es sich von 579 Euro teuren Kopfhörern erwartet, spielen die AirPods Max 2 alle Stückerl der aktuellen Kopfhörertechnik: unter anderem Transparenz­modus, adaptives Audio, Konversationserkennung, personalisierte Lautstärke, Stimmisolation und eine aktive Geräuschunterdrückung (ANC)

Die ANC ist für mich eines der Highlights bei den AirPods Max 2. Sie reduziert Umgebungsgeräusche effektiv auf ein Minimum und sorgt dabei für ungestörten Musikgenuss. Auffallend war für mich, dass die ANC sehr gut abgestimmt sein dürfte, da ich selbst nach stundenlanger Nutzung keinen Druck im Ohr verspürte. Bei manchen ANC-Kopfhörern entsteht mit der Zeit meist dieser unangenehme Druck im Ohr. 

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Apple AirPods Max 2

Makelloses Telefonieren

Perfekt abgestimmt ist zudem die Telefonfunktion. Auch wenn die Kopfhörer aufgrund ihrer Bauform die Umgebungsgeräusche unterdrücken, hört man sich beim Telefonieren auf eine natürliche Weise selbst. Verantwortlich dafür sind die Mikrofone der AirPods Max 2, die einen Teil der eigenen Stimme über die Kopfhörer wiedergeben. Dass man sich selbst beim Reden hört, macht das Telefonieren mit den AirPods Max 2 sehr angenehm - auch für den Gesprächspartner, weil man so nicht in Versuchung kommt, beim Telefonieren lauter zu sprechen als nötig. 

Lobenswert sind für mich die Bedienelemente an den Kopfhörern. Es gibt 2 davon und glücklicherweise keine Touch-Oberfläche mit Wischgesten. Der Drehregler für die Lautstärke kann auch gedrückt werden, um Tracks weiterzuschalten oder zu pausieren. Die zweite Taste ist für die Auswahl des Hörmodus (ANC, Transparenz, etc.). 

Praktisch ist, dass keine eigene App für die Kopfhörereinstellungen notwendig ist. Sobald die AirPods Max 2 mit dem iPhone verbunden sind, taucht in den Telefoneinstellungen ein Eintrag für die Kopfhörer auf, wo alle Einstellungsmöglichkeiten zu finden sind. Am MacBook ist dies über die Symbolleiste möglich.

Die Einstellungen der Apple AirPods Max 2 auf einem iPhone

Und sonst noch?

Schade ist, dass Apple keine passende Tragetasche beilegt. In diesem Preisbereich könnte man sich schon eine Tasche erwarten, die Schutz bietet. Das Smart-Case ist zwar besser als nichts, bietet aber keinen umfassenden Schutz - vor allem nicht für den etwas fragil wirkenden Bügel mit Stoffüberzug. Auf Amazon gibt es passende AirPods-Max-Taschen ab etwa 20 Euro. 

Neben einer besseren Geräuschunterdrückung ermöglicht der neue H2-Chip die Live-Übersetzung, die mittels Apple Intelligence realisiert wird. Um das Simultandolmetschen möglich zu machen, müssen die AirPods Max 2 mit einem iPhone 15 Pro oder einem neueren iPhone verbunden sein. 

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Fazit

Die AirPods Max 2 sind exzellente Kopfhörer im robusten Design. Sie machen mich fast wunschlos glücklich. 3 Wünsche habe ich aber dennoch: einen Ein-Aus-Schalter, ein niedrigerer Preis und eine passende Tasche. 

Es ist bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar, dass Apple sein nahtlos und reibungslos funktionierendes Ökosystem vor einem Ein-Aus-Schalter stellt. Wenn ich die Kopfhörer aber mal einen Tag oder über Nacht nicht brauche, möchte ich sicherstellen können, dass sie danach ausreichend Akku haben, ohne dass ich sie permanent mit dem Netzkabel verbunden haben muss. 

579 Euro für Kopfhörer sind selbst für Apple ein gesalzener Preis. Nahezu alle gängigen Bluetooth-Kopfhörer, die man in erster Linie mit einem Smartphone oder einem Computer verwendet, sind deutlich günstiger - meist sogar um mehrere hundert Euro. Auch wenn die AirPods Max 2 nahezu perfekt sind, lässt sich ein derart hoher Preis nur schwer rechtfertigen. 

Bezüglich meines Wunsches Nummer 3: Kopfhörer in diesem Preisbereich haben in der Regel eine hochwertige Tragetasche im Lieferumfang, in der die Kopfhörer gut geschützt verwahrt werden können. Das beigelegte Smart-Case von Apple bietet zwar ein wenig Schutz, kann aber mit einer gewöhnlichen Tasche nicht verglichen werden. 

Und wenn wir schon dabei sind: Im Lieferumfang könnte ruhig ein passendes USB-C-auf-3,5mm-Klinke-Kabel sein. Nämlich ein solches Kabel, in dem ein DAC-Wandler eingebaut ist. Auf Amazon gibt es ein solches Kabel von Apple für 45 Euro zu kaufen

Wer als Apple-User auf der Suche nach Over-Ear-Kopfhörern ist, sollte die AirPods Max 2 auf jeden Fall in Betracht ziehen. Die Verzahnung mit anderen Apple-Geräten sorgt für ein einzigartiges Benutzererlebnis. Android-User können getrost einen Bogen um die AirPods Max 2 machen. Sie funktionieren theoretisch auch mit Android-Geräten, da es aber keine Android-App für die Einstellungen gibt, können viele Funktionen erst nicht genutzt werden.

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Florian Christof

Großteils bin ich mit Produkttests beschäftigt - Smartphones, Elektroautos, Kopfhörer und alles was mit Strom betrieben wird.

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