MacBook Neo im Test: Apple sticht Windows-Konkurrenz aus
Mit dem MacBook Neo hat Apple den Laptop-Markt gehörig aufgewirbelt. Das liegt vor allem an seinem niedrigen Preis: Das neue MacBook wird ab 699 Euro verkauft.
Der Einstieg in die MacBook-Welt ist damit deutlich günstiger geworden. Zuvor musste man für ein aktuelles Apple-Notebook mindestens 1.099 Euro (MacBook Air) hinlegen.
Für die 699 Euro bekommt man im Neo 256 GB Speicher. Für die 512-GB-Variante werden 799 Euro fällig, sie enthält zusätzlich einen Fingerabdrucksensor Touch-ID. Ich habe getestet, was der Budget-Mac kann.
Verarbeitung
Wüsste ich es nicht, würde ich beim ersten Eindruck des MacBook Neo nicht auf die Idee kommen, dass es sich um Apples Budget-Modell handelt. Die Verarbeitung ist typisch Apple und damit erstklassig. Das Aluminium-Gehäuse fühlt sich nicht anders an als bei den teureren MacBooks.
Mit dem 13-Zoll-Screen kommt das Neo auf Abmessungen von 29,75 x 20,64 x 1,27 cm bei einem Gewicht von 1,23 Kilogramm. „Niedlich” war so ziemlich das Erste, was mir beim Handling des Laptops in den Sinn gekommen ist. Es ist zwar nicht viel, aber dann doch spürbar kleiner als ein 13er-Air und natürlich als das 14er-Pro, das ich im Herbst getestet habe. Lüfter gibt es im Neo übrigens keinen, das heißt, auch keine nervigen Lüftungsschlitze, über die sich Staub ins Innere zieht.
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© Thomas Prenner
Tastatur und Trackpad
Die Tastatur ist ein Magic Keyboard mit tollem Schreibkomfort, den ich blind nicht von dem eines teureren MacBooks unterscheiden kann. Etwas schade ist, dass das 256-GB-Modell auf den Fingerabdrucksensor Touch ID verzichtet. Tastaturbeleuchtung gibt es ebenfalls nicht.
Das Trackpad reagiert sauber, schnell und präzise. Technisch setzt Apple hier nicht auf die Force-Touch-Technologie, sondern auf ein mechanisches Trackpad. Der Klick wird dabei über einen mechanischen Mechanismus durchgeführt. Man drückt das Pad physisch nach unten, bis es klickt. Teurere MacBooks hingegen haben ein „statisches” Trackpad. Dabei bewegt sich nichts, der Klick wird mit einem Motor simuliert.
Achtet man wirklich bewusst darauf, merkt man, dass die Klicks nicht ganz so „steril” sind wie bei Force-Touch-Touchpads. Außerdem muss man minimal mehr Kraft aufwenden für den Klick. Macht das in der Praxis einen Unterschied? Nicht wirklich.
Mechanische Trackpads (hier vor allem Apples ältere Diving-Board-Technologie) haben oft das Problem, dass der haptische Klick nicht an allen Stellen funktioniert. Genau das ist beim Neo aber nicht der Fall, man kann an allen Ecken und Enden gut und sicher klicken.
Das Display
Das Neo kommt mit einem Liquid Retina Display mit 13 Zoll, das mit 2.408 x 1.506 Pixel auflöst. In Sachen Pixeldichte steht das Neo damit seinen teureren Schwestermodellen um nichts nach. Die maximale Helligkeit liegt bei 500 Nits. Das in Kombination mit der hohen Pixeldichte lässt die Anzeige für ein Notebook dieser Preisklasse äußerst stark und scharf aussehen.
Im Freien oder in tageslichtdurchfluteten Räumen merkt man aber, dass das Display des Neo relativ stark spiegelt, auch mehr als ein MacBook Air. Da das Neo kein True Tone hat (die automatische Anpassung der Farbtemperatur an das Umgebungslicht), wirkt es abends bei warmem Lampenlicht manchmal „blau“ oder „kalt“ im Vergleich zum MacBook Air. Verzichten muss man auch auf den großen Farbraum P3, stattdessen gibt es sRGB.
Leistung, Anschlüsse und Webcam
Im Inneren des MacBook Neo werkelt ein Chip, den man eigentlich aus den iPhones kennt, nämlich ein A18 Pro. Er hat 6 Kerne: 2 Performance-, 4 Effizienz-Kerne. Dazu gibt es 8 GB RAM. Sieht man sich Benchmarks an, übertrifft das Neo in den Single-Core-Werten (ich habe 3.573 Punkte gemessen) auch die älteren M1- und M2-Chips.
Das merkt man auch. In der Praxis fühlt sich das Neo schneller an, als es der Preis vermuten lässt. Programme öffnen sich sofort, Webseiten laden blitzschnell.
Betreibt man etwas umfangreicheres Multitasking mit mehreren Browserfenstern, mehreren Dutzend geöffneten Tabs und Fotobearbeitung kommt das Neo durchaus an seine Grenzen. Das spiegelt sich auch im Benchmark wider. Mit einem Score von 8.853 liegt der A18 Pro hier in etwa beim M1.
© Thomas Prenner
Mit typischen Büro- und Browser-Tätigkeiten bringe ich das Neo im Alltag meistens nur in einer Situation verlässlich an seine Grenzen. Nämlich mit angeschlossenem externen Display im Multi-Monitor-Betrieb. Hier muss man schon gut beim Multitasking haushalten.
Das Neo ist keine Gaming-Maschine, für das ein oder andere grafisch nicht zu aufwändiges Spiel reicht es aber auch. Als Strategie-Fan habe ich Tropico 6 und FTL darauf ausprobiert und beides ist problemlos spielbar.
Bei den Anschlüssen ist das Neo minimalistisch. Es gibt 2 USB-C-Ports, von denen allerdings nur einer dem USB-3-Standard entspricht und externe Displays unterstützt. Der zweite ist nur USB 2. Für ein 2026 auf den Markt kommendes Gerät ist das fast schon erstaunlich. Wenn man regelmäßig große Datenmengen herumschiebt, etwa zwischen externen Festplatten, ist das ein bisschen ärgerlich.
Das Neo kommt zudem mit einer Full-HD-Webcam. Für den gelegentlichen Videoanruf ist diese mehr als ausreichend und das ist auch schon alles, was es dazu zu sagen gibt.
© Thomas Prenner
Akku und Laden
Beim Akku spricht Apple von „All Day“. Konkret nennt man 16 Stunden als maximale Laufzeit. Das ist etwas weniger als beim kleinen Air. In der Praxis bemerkt man das auch. Die Akkulaufzeit des Neo ist gut, aber im Vergleich zu anderen Apple-Notebooks nicht hervorragend. Das liegt zum Teil auch daran, dass man das Display recht hell stellen muss, um die Spiegelungen auszugleichen.
Das heißt nicht, dass man mit dem Neo nicht über den Arbeitstag kommt. Viel mehr ist allerdings nicht drinnen. Will man es laden, kann man einen der beiden USB-C-Ports verwenden. Ein Ladegerät liegt dem Gerät übrigens nicht bei.
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Pro und Contra
Pro:
- Gehäuse-Qualität: Fühlt sich an wie ein 1.200-Euro-Mac.
- A18 Pro Power: Single-Core-Performance auf Top-Niveau.
- Preis: Der günstigste Einstieg in den „Club Apple“ seit Jahren.
- Display: Extrem scharf und hell (500 Nits).
Contra:
- Spiegelungen: Das spiegelnde Display stört im Freien.
- USB-Skurrilität: Ein lahmer USB-2.0-Port im Jahr 2026 wirkt deplatziert.
- Ausstattung: Kein Touch ID im Basismodell und keine Tastaturbeleuchtung generell.
- 8 GB RAM: Für intensives Multitasking zukunftstechnisch gewagt.
Fazit
Man merkt, dass Apple das MacBook Neo von Grund auf entworfen hat. Das Neo ist kein abgespecktes Air, es ist etwas völlig Neuartiges. Und als solches muss man es auch betrachten.
Für 699 Euro bekommt man mit dem Neo ein hervorragend verarbeitetes Notebook. Das Gerät erledigt Alltagsaufgaben wie Browsen, Text- oder simple Bildverarbeitung mehr als locker. Auch das ein oder andere Spiel geht sich gut aus. Dazu kommt ein außerordentlich schönes Display und eine solide Akkulaufzeit sowie eine optimale Tastatur.
Ein Leistungsmonster bekommt man mit dem billigsten MacBook im Portfolio nicht, das muss einem klar sein. Der A18 spielt zwar viele Stücke, die 8 GB RAM sind ein Flaschenhals. Bemerkt habe ich die Einschränkung aber tatsächlich erst im Betrieb mit einem zusätzlichen externen Monitor. Hier sieht man: Für Power-Nutzer ist das Neo nicht der eine Computer für alles. Für ein kompaktes mobiles Gerät, das man im Café oder auf Reisen mithat, ist es jedoch perfekt.
Die anderen Dinge, an denen Apple beim Neo gespart hat, sind vernachlässigbar. Das Touchpad ist nicht „fancy” Force Touch, erfüllt seinen Zweck aber mehr als ausreichend. Tastaturbeleuchtung geht mir im Grunde nie ab, auch wenn das für manch andere Nutzer ein Dealbreaker sein kann.
Unterm Strich ist das Neo eine starke Kampfansage an Windows-Notebooks. Seine Stärken hat es genau in diesen Aspekten, die mir bei meinem Notebook täglich auffallen: Verarbeitung, Display, Tastatur, Touchpad. Das überstrahlt für mich die genannten Schwächen. Für einen Preis von 700 Euro oder weniger wird man derzeit kein Windows-Notebook finden, das dem Neo das Wasser reichen kann.