Warum der Mac mini jetzt ausverkauft ist
Mit seinen abgerundeten Kanten und der matten Aluhülle galt der Mac mini bisher eher als Randprodukt im Sortiment von Apple. Bekannt war der Computer vielmehr als günstigere Alternative für User, die nicht das Geld für einen „richtigen“ Mac ausgeben wollten, gleichzeitig aber etwas wollten, mit dem man anspruchsvolle Dinge wie Videoschnitt oder Musikproduktion machen kann.
Seit einiger Zeit entwickelt sich der kleine Computer von Apple jedoch zum überraschenden Bestseller. Nun ist das Basismodell M4 Mac mini mit 256 GB Speicher sogar komplett ausverkauft, wie 9to5Mac berichtet.
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Auch bei uns ausverkauft
Auch bei uns in Österreich ist das Gerät im offiziellen Store von Apple in der Basiskonfiguration derzeit nicht lieferbar, eine Vorbestellung ist nicht möglich. Derzeit bekommt man den M4 Mac mini noch bei Amazon oder bei Händlern, die noch Restbestände haben. Auf Modelle mit mehr Speicherplatz muss man bei Apple derzeit mindestens 1,5 Monate warten.
Für den überraschenden Ausverkauf gibt es mehrere Gründe. Allgemein ist das Computerangebot wegen der RAM-Knappheit unter Druck. Die allgemeine Speicherkrise dürfte aber nicht der wichtigste Grund für die Engpässe beim Mac mini sein, der im Vorjahr nur 3 Prozent von Apples Mac-Verkäufen in den USA ausmachte.
Der wichtigste Grund für den Run auf den Mac mini ist vielmehr der derzeitige Hype um persönliche KI-Agenten, wie das Wall Street Journal kürzlich umfassend analysiert hat. Demnach experimentieren derzeit so viele Personen mit persönlichen KI-Agenten, die einen Host brauchen, der 24 Stunden am Tag in Betrieb bleibt.
Apple hatte nicht mit der Nachfrage gerechnet
Erwartet hat Apple wohl nicht, dass das Modell plötzlich so gern für KI-Agenten wie den vom Österreicher Peter Steinberger entwickelten OpenClaw genutzt wird. „Apple wurde von der Anzahl der Menschen, die Minis für Clawdbot [auch bekannt als OpenClaw] kaufen, überrascht, was vor ein paar Monaten noch unmöglich vorherzusagen gewesen wäre“, erklärte Francisco Jeronimo vom Marktforschungsunternehmen IDC, gegenüber dem Wall Street Journal.
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Unklar ist, ob Apple dem Mac mini zum Betrieb der immer zahlreicher werdenden KI-Agenten künftig einen größeren Stellenwert einräumen wird. Das Unternehmen ist bisher nicht dafür bekannt, sich als Hardware-Lieferant für Software zu positionieren, die andere Produkte strahlen lässt. Stattdessen verzahnt Apple eigene Hardware, Betriebssysteme und Dienste eng.
Apple selbst wird in absehbarer Zeit zudem keinen ähnlichen KI-Agenten vorzeigen können – bisher hat es der Tech-Konzern aus Cupertino nicht einmal geschafft, seine Siri mit zeitgemäßen KI-Fähigkeiten auszustatten. Trotz mehrmaliger anderslautender Versprechen wurde das Projekt auf unbestimmte Zeit verschoben.