Warum die NASA 35.000 Löcher in ihre neue Boeing 777 bohrt
Nachdem eine Boeing 777 seit 2003 mehr als 17 Jahren für Japan Airlines mit Passagieren unterwegs war, wurde sie in einen Frachter umgebaut. Nur 3 Jahre später verkaufte Logistic Air das Flugzeug an die NASA. Seither ist die US-Raumfahrtagentur damit beschäftigt, die Langstreckenmaschine in ein fliegendes Hightech-Labor zu verwandeln.
Seit über einem Jahr stand die Boeing 777 mit der Kennung N577NA in einem Hangar in Waco, Texas. Dort wurde ihr vom US-amerikanischen Rüstungskonzern L3Harris eine grundlegende strukturelle Anpassung verpasst. Nun ist sie erstmals wieder zum NASA-Forschungsstandort Langley Research Center in Hampton in Virginia zurückgekehrt, wie die US-Behörde in einer Aussendung schreibt.
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35.000 Löcher in den Rumpf gebohrt
Während der Zeit in Texas hat L3Harris beispielsweise spezielle Öffnungen und vergrößerte Fenster in den Rumpf eingebaut, um den Einsatz von Sensoren Lidar-Systemen und Infrarot-Spektrometern zu ermöglichen. In kleinteiliger Präzisionsarbeit wurden außerdem im Rumpf des Flugzeugs rund 35.000 Löcher gebohrt, um neue Instrumentenhalterungen und Verstärkungen zu installieren.
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Bis zu 18 Stunden Nonstop-Flugzeit
In der Kabine wurde die komplette Infrastruktur modifiziert. Es wurden dedizierte Forschungsstationen und eine umfangreiche Verkabelung installiert, damit die Messgeräte direkt mit den Sensoren am Flugzeugrumpf kommunizieren können. Mit all diesen Modifizierungen soll die 777 zum modernsten fliegenden Wissenschaftslabor der Welt werden.
Das neue Forschungsflugzeug könne laut NASA zwischen 50 und 100 Wissenschafterinnen und Wissenschafter sowie Technikerinnen und Techniker transportieren. Es kann bis zu 34 Tonnen an wissenschaftlicher Ausrüstung tragen. Für Forschungsflüge könne die Maschine bis zu 18 Stunden nonstop unterwegs sein.
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Wetterbeobachtung
Der Umbau der Boeing 777 wird von der NASA in den kommenden Monaten finalisiert. Der erste wissenschaftliche Einsatz ist für Jänner 2027 geplant. Die Mission trägt den Namen NURTURE (North American Upstream Feature-Resolving and Tropopause Uncertainty Reconnaissance Experiment).
Ziel dieses Forschungsprojekts ist die Untersuchung extremer Winterwetterereignisse wie schwere Kälteeinbrüche, Schneestürme und gefährlicher Seegang. Die Beobachtungen werden sich über Nordamerika, Europa, Grönland sowie den Arktischen und Nordatlantischen Ozean erstrecken.
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Die legendäre DC-8
Die Boeing 777 tritt die Nachfolge der McDonnell Douglas DC-8 an, die fast 40 Jahre lang als Arbeitstier der NASA-Luftfahrtforschung diente. Die DC-8 wurde bereits vor 2 Jahren in den Ruhestand geschickt.