So könnten sternengroße Megastrukturen im All existieren
Die Idee von Megastrukturen wie einer Dyson Sphäre üben eine große Faszination auf Weltraumbegeisterte aus: Riesige, künstliche Strukturen, die um einen Stern herum gebaut werden, um dessen Lichtenergie zu "ernten".
So faszinierend die Theorien sind, dass irgendwo im All solche Konstruktionen existieren, so unwahrscheinlich sind sie auch. Das größte Problem dabei ist ihre Stabilität. Die starke Gravitation eines Sterns würde sie mit der Zeit zerbrechen lassen, oder sie würde mit dem Stern kollidieren. Für eine mögliche Kurskorrektur wären enorme Mengen Treibstoff nötig.
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Satelliten-Wolke um Sterne: Dyson Bubbles
In einer neuen Studie hat sich der Ingenieurwissenschafts-Professor Colin McInnes von der Universität Glasgow jetzt berechnet, was nötig wäre, damit die Strukturen doch bestehen können. Dabei ist vor allem ihre die Bauweise entscheidend.
Statt einer einzigen großen Konstruktion wie es die Dyson Sphäre vorsieht, wäre ein Netzwerk aus vielen kleineren Objekten möglich. Solche "Dyson Bubbles" könnte eine Wolke aus einer Vielzahl an stationären Reflektoren bzw. Satelliten sein.
Gleichgewichtspunkte finden
Die Dyson Bubble müsste insgesamt leicht genug sein, damit die einzelnen Reflektoren sich nicht untereinander beeinflussen und schwer genug, um nicht von der Schwerkraft des Sterns angezogen zu werden. Dabei wird der Strahlungsdruck des Lichts genutzt, dass der Stern abgibt, um diese Gravitationskräfte auszugleichen.
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So würden die einzelnen Satelliten fix an ihrem jeweiligen Einsatzort bleiben und Veränderungen selbstständig ausgleichen, ohne die gesamte Bubble aufzubrechen. Wie die Lagrange-Punkte in unserem Sonnensystem würden die Reflektoren ebenfalls Gleichgewichtspunkte um den Stern herum besetzen, die sie perfekt in der Schwebe halten.
Dyson Bubbles könnten aus einer Vielzahl von Satelliten bestehen, die einen Stern umgeben
© Wikimedia Commons
Ringförmiger Stellarer Antrieb
Eine ähnliche Überlegung formuliert McInnes auch zur einfachsten Form von "Stellaren Triebwerken": Einer flachen, reflektierenden Scheibe. Sie würde ebenfalls die Energie eines Zentralsterns nutzen. Diese würde dafür verwendet, um den gesamten Stern und damit auch das ihn umgebende Sternensystem zu bewegen.
Sie hat jedoch theoretisch das gleiche Problem wie die Dyson Sphäre: Sie wäre als eine zusammenhängende Konstruktion instabil. McInnes konnte aber berechnen, dass eine Scheibe, deren Masse sich auf ihren Rand konzentriert, durchaus den Gravitations- und Strahlungskräften standhalten könnte. Das könnte ein massiver Ring sein, in dessen Zentrum sich ein leichter Reflektor befindet.
SETI-Suche nach Technosignaturen
Die Studie erschien im Fachmagazin Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. Sie soll unter anderem neuen Möglichkeiten aufzeigen, wie solche Megastrukturen von der Erde aus entdeckt werden können.
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Durch die fixe Position von Dyson Bubbles, wären sie beispielsweise mit unseren Teleskopen nicht zu erkennen. Würde sie um den Stern kreisen, könnten wir Helligkeitsveränderungen feststellen - so bleibt die Helligkeit aber immer gleich. Wie McInners schreibt, hätten Dyson Bubbles und Stellare-Triebwerke aber eine eindeutige Technosignatur, die etwa von SETI-Forschern bei der Suche nach Aliens aufgegriffen werden könnte.