Der Mars-Rover „Perseverance“ erkundet die Marsoberfläche.

Mars-Rover

© via REUTERS / NASA/JPL-CALTECH/MSSS
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Science

Mars-Rover könnte Spuren von antikem Leben am Mars gefunden haben

Die Hinweise darauf, dass es am Mars in der Vergangenheit Leben gegeben hat, verdichten sich zunehmend. Immer wieder finden die NASA-Rover Perseverance und Curiosity Moleküle, die darauf hinweisen. Eine neue Studie im Fachmagazin Science Advances konnte jetzt erneut komplexe Kohlenstoffe nachweisen. 

Gefunden wurden die Makromoleküle, also chemische Verbindungen mit besonders hoher Molekülmasse, in 2 Schlammsteinen. Diese hat Perseverance im Jezero-Krater gefunden. Bei diesem Krater handelt es sich um einen ausgetrockneten See, wo Forscher eine höhere Dichte solcher Hinweise auf Leben vermuten. So konnte der Rover bereits in der Vergangenheit deutliche Zeichen finden, dass organisches Material von Lebewesen stammt. 

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Komplexe Makromoleküle

"Kohlenstoff ist auf der Erde ein primärer Baustein des Lebens und alle Lebewesen bestehen aus komplexen, organischen Makromolekülen", erklärte Co-Autorin der Studie, Ashley Murphy vom Planetary Science Institute, gegenüber Space.com. Auf der Erde würde man diesen makromolekularen Kohlenstoff häufig in sehr alten Steinen finden. In einigen Fällen sei das der einzige organische Beweis für die Existenz für frühes mikrobielles Leben. Da der Mars der Erde früher wahrscheinlich sehr ähnlich war, könnten auch die antiken Marssteine solche Hinweise liefern. 

Chemische und mineralische Zusammensetzung

Für die Untersuchung nutzte das Team Perseverances Spektrometer SHERLOC (Scanning Habitable Environments with Raman and Luminescence for Organics and Chemicals). Dabei wird ein Laser verwendet, um die chemische und mineralische Zusammensetzung von Objekten wie den Schlammsteinen zu analysieren - und entdeckten darin den Kohlenstoff.

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Die Schlammsteine wurden außerdem in der gleichen Region gefunden, wie schon eine frühere Entdeckung von 2025. Diese wurde vom damaligen NASA-Interimschef Sean Duffy als "das deutlichste Zeichen von Leben sein, dass wir auf dem Mars je gefunden haben" bezeichnet. Damals ging es um die sogenannten "Leopardenpunkte", ein besonderes Muster. In dem Gestein fand man Biosignaturen, darunter Kohlenstoff, Schwefel, oxidiertes Eisen und Phosphor. 

Nahaufnahme von Gestein und Sand auf der Oberfläche eines Planeten.

Leben in "Bright Angel"?

Solche Gesteinsformen entstehen durch große Hitze oder sehr saure Umgebung. Allerdings fehlen diese Umstände in der Region. Sie könnten aber auch durch Lebewesen entstanden sein. Beweisen konnte man das damals aber nicht. Die neuen Daten geben der Vermutung aber Nachdruck. Die jetzt in der nahegelegenen "Bright Angel"-Gesteinsformation gefundenen Schlammsteine liefern jedenfalls den ersten Nachweis von makromolekularem Kohlenstoff in natürlichem, unberührtem Gestein (also nicht durch Bohrungen) auf der Marsoberfläche. 

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Die beiden Steine zeigen aber auch Unterschiede. Während der Kohlenstoff in einem Stein im ursprünglichen Flusssediment, also Silikaten, vermengt war, war er im anderen in später entstandenen Mineralien (Karbonaten und Sulfaten) eingebettet. Das könnte ein Hinweis sein, dass sich die Materialien zu unterschiedlichen Zeitpunkten ablagerten: zuerst im Flusssediment und später durch entlangfließende, mineralreiche Flüssigkeiten. 

Die Ablagerungen in beiden Steinen waren relativ intakt. Das weist darauf hin, dass sie entweder resistent gegen Oxidation und Strahlung sind oder erst kürzlich an die Marsoberfläche gelangten. Außerdem konnte Perseverance Hinweise auf potenzielle biochemische Reaktionen finden. Sie erinnern an Mikroben auf der Erde. 

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Sample Return

Trotzdem lässt sich auch hier nicht mit absoluter Sicherheit sagen, dass es sich um Lebewesen handelt. Makromolekularer Kohlenstoff kann im Weltraum auch abiotisch, also ohne das Zutun von Lebewesen, entstehen. Für den Nachweis ist eine genauere Untersuchung auf der Erde nötig, die Perseverance mit den eigenen Instrumenten nicht durchführen kann. So wartet auch diese Probe, wie so viele schon, auf eine Lösung für den "Sample Return"-Plan der NASA. Dieser wurde aus Kostengründen pausiert, um ihn grob umzustrukturieren.

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