Amazon gibt seine Supermärkte komplett auf
Amazon gibt seine Supermärkte komplett auf
Amazon stellte sich die "Zukunft des Einkaufens" als kassalosen Supermarkt vor: Keine Warteschlangen - einfach einpacken und gehen. Daher bezeichnete Amazon seine Supermärkte als "Just Walk Out"-Geschäfte, offiziell waren sie als Amazon Go bekannt.
Was man aus den Regalen genommen und eingepackt hat, wird zuvor durch ein komplexes Kamerasystem festgehalten, das jeden Zentimeter des Supermarkts überwacht. Lediglich beim Betreten muss man sich via QR-Code identifizieren. 2018 wurden die ersten Geschäfte dieser Art eröffnet.
Nun gibt der Online-Händler diese Vorstellung des "Einkaufens der Zukunft" auf und schließt all seine kassalosen Supermärkte. Auch die herkömmlichen Amazon-Fresh-Supermärkte werden geschlossen.
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Die Technologie werde inzwischen von anderen Händlern an mehr als 360 Standorten in 5 Ländern eingesetzt, betonte Amazon. Darunter seien eine Krankenhaus-Cafeteria und eine Eishockey-Arena.
Zudem greife der Konzern selbst darauf zurück - für die Verpflegung von Mitarbeitenden in mehr als 40 seiner Logistikzentren in Nordamerika. Für die zuletzt 14 Amazon-Go-Läden in Nordamerika ist nun aber Schluss.
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Fehleranfällige Technologie
In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Berichte darüber gegeben, dass das Kamerasystem lückenhaft und fehleranfällig sei. Außerdem soll es meistens kein völlig automatisiertes Computer- und Kamerasystem gewesen sein.
Stattdessen sollen dafür mehr als 1.000 Menschen in Indien angestellt gewesen sein, die die Aufnahmen ansahen und entsprechend manuell kennzeichneten. Die Kassiererinnen und Kassierer wurden sozusagen einfach aus dem Geschäft entfernt und an einen anderen Ort auf dem Globus gesetzt, von wo aus sie die Vorgänge im Supermarkt beobachteten.
Laut einem früheren Bericht von The Informationen mussten 2022 rund 700 von insgesamt 1.000 Einkäufen auf diese Art und Weise von Menschen analysiert werden, weil es das System nicht schaffte. Das lag weit unter den Zielen von Amazon, wonach man lediglich 50 von 1.000 Besuchen menschlich "nachprüfen" wollte.
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Auch Amazon-Fresh-Supermärkte schließen
Branchenkenner hatten bereits in den vergangenen Jahren darauf verwiesen, dass die Technik für den kassenlosen Einkauf aufwändig und dadurch kostspielig sei. Das mache es schwierig, sie auf größere Ladenflächen auszuweiten.
Seine wie gewöhnliche Supermärkte funktionierenden Geschäfte unter der Marke Amazon Fresh macht der weltgrößte Einzelhändler ebenfalls dicht. Davon gab es zuletzt mehr als 50. Man habe es nicht geschafft, ein Geschäftsmodell für einen weitreichenden Ausbau des Ladennetzes zu finden.
Ein Teil der aufgegebenen Standorte von Amazon Fresh und Amazon Go soll zu Supermärkten der Kette Whole Foods umfunktioniert werden, die der Konzern 2017 gekauft hatte.
Amazon äußerte sich zunächst nicht dazu, ob die Technik zum kassenlosen Einkauf dort weiterhin eingesetzt werden könnte. Amazon Fresh hatte zum Teil dieselben Marken wie Whole Foods im Angebot, oft zu niedrigeren Preisen.
In den vergangenen Jahren probierte Amazon vor allem in den USA verschiedene Wege aus, um aus dem Online-Handel ins stationäre Geschäft vorzustoßen - und gab viele davon wieder auf. Dazu gehörten unter anderem Buchläden und Geschäfte für Elektronik und Mode.
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