B2B
20.07.2018

Angst vor Kuba-Kobalt: Teslas Akkuhersteller kündigt Vertrag

Panasonic hat aus Angst vor einem Verstoß gegen US-Sanktionen die Zusammenarbeit mit einem kanadischen Zulieferer beendet.

Panasonic, der einzige Akkuzulieferer von Tesla, hat aufgehört, Kobalt von einem kanadischen Zulieferer zu kaufen, wie arstechnica berichtet. Der Grund ist, dass ein Teil des Kobalts des betroffenen Unternehmens aus Kuba stammen dürfte. Das könnte einen Verstoß gegen US-Sanktionen bedeuten, die noch immer in Kraft sind. Kobalt ist ein essenzieller Bestandteil von Lithium-Ionen-Akkus.

Embargo

Reuters schreibt, dass ein Teil des Kobalts in Teslas Batterien in Kuba von der kanadischen Firma Sherritt International abgebaut worden sei. Das bestehende US-Embargo schließt aber fast alle Transaktionen zwischen den Ländern aus. Panasonic sagt, dass es nicht genau weiß, wie viel kubanisches Kobalt in seinen Akkus steckt, weil Bestände aus verschiedenen Ländern gemischt werden. Eine typische E-Autobatterie enthält zwischen neun und 14 Kilogramm Kobalt, wie die Washington Post 2016 erhoben hat.

Panasonic hat angekündigt, dass es seine Geschäftsbeziehung zu Sherritt beenden werde. Tesla-Boss Elon Musk hat sich via Twitter zum Thema Kobalt geäußert und schreibt: "Wir verwenden weniger als drei Prozent Kobalt in unseren Batterien und werden in der nächsten Generation gar keines mehr brauchen." (Drei Prozent entsprichechen bei Teslas 85 kWh-Akkupack aus dem Model S 16,2 Kilogramm, Anm.) Das meiste Kobalt weltweit wird in der Demokratischen Republik Kongo abgebaut, unter unmenschlichen Bedingungen. Die Unicef schätzte 2012, dass etwa 40.000 Kinder in den Minen im Süden des Landes arbeiten müssen. Alternative Quellen sind Russland, Kanada, Australien oder eben Kuba.